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Italienischer WM-Keeper: Was macht eigentlich ... Dino Zoff?

Der italienische Torhüter Dino Zoff war 40, als er 1982 mit den "Azzurri" Fußballweltmeister wurde.

Von Luisa Brandl

Dino Zoff: Was macht Italiens ehemaliger Fußballweltmeister heute?

Dino Zoff, 76, im Sportklub "Circolo Canottieri Aniene" in Rom, der am Tiber liegt

Signor Zoff, die WM 2018 findet ohne Italien statt. Wie halten Sie das aus?

Ich bin der einzige italienische Fußballspieler, der sowohl eine Europameisterschaft als auch eine WM gewonnen hat. Von daher fühle ich mich noch viel schlimmer als alle anderen Italiener. Eine Mannschaft, die viermal Weltmeister war und nicht mitspielt – das ist eine riesige Enttäuschung. Jetzt spielen ganz viele Teams, die keine Geschichte haben und lange nicht so viel zählen wie wir.

Sehen Sie sich die WM-Spiele an?

Ich verfolge sie zu Hause am Fernsehschirm. Meine Frau schaut manchmal mit, aber ich gucke Fußball gern alleine. Mit Freunden mag ich das gar nicht, ihre Kommentare gehen mir auf die Nerven.

Und wie ist die Stimmung in Italien?

Ganz okay, aber natürlich gibt es nicht die Begeisterung wie bei einer WM, bei der die "Azzurri" mitspielen. Jetzt hält man sich eben an die Mannschaften, die aufregenden Fußball zu bieten haben.

Verglichen mit Ihren Zeiten hat sich der Fußball sehr verändert.

Der Fußball an sich nicht, aber die Spieler. Sie sind heute anders drauf, so übertrieben modisch. Ich komme da nicht mehr mit – das ganze Gedöns um Haarschnitte, Tattoos und Styling. Der Durchschnitt spielt zwar besser als früher. Aber wir hatten einige Ausnahmetalente, die es heute schlicht nicht mehr gibt …

… so wie Causio, Rossi und Bettega.

Ja, die großen Spieler verbinden Schnelligkeit mit einer Spielidee, sie haben Klasse und Dynamik. Es braucht mehr als Talent, um groß rauszukommen. Es braucht Charakterstärke und die Fähigkeit, sich nicht ablenken zu lassen.

Sie wurden mit 40 Jahren noch Weltmeister bei der WM 1982 in Spanien. Haben Ihre Gelenke da schon ein wenig geknirscht?

Klar, man fühlt sich nicht mehr wie mit 25. Aber als Torhüter kommst du nicht außer Atem und hältst länger durch. Du verbesserst dabei deine Technik, das hilft.

Auf dem Höhepunkt Ihrer Karriere, als Sie zu Juventus Turin kamen, waren Sie schon 30 – ein Alter, in dem viele Fußballer ihre besten Zeiten hinter sich haben.

Ich hatte das Glück, dass mein Körper mir erlaubt hat, elf Jahre lang im Profi-Fußball zu spielen. Ich habe immer daran gearbeitet, in Form zu bleiben und mein Training weiter zu optimieren. Aber die Gene haben sicherlich auch eine Rolle gespielt.

Ihre Oma Adelaide hat Sie mit 14 einer Eier-Kur unterzogen. Wahrheit oder Legende?

Es stimmt, aber es waren nicht acht Eier täglich, wie man überall liest, sondern zwei bis drei. Ich war mit 1,62 Metern zu klein und sollte wachsen. Ich wurde noch 1,82 Meter, also irgendwas hat es wohl gebracht.

Auch heißt es, die Oma habe Sie trainiert, in dem sie Ihnen Pflaumen zuwarf.

Nun ja, wir sind eine Bauernfamilie. Essen wurde nicht verschwendet. Also fing ich die Pflaumen alle auf.

Spielen Sie mit Ihrem Enkelsohn Fußball?

Ich schaue ihm manchmal zu, wie er kickt. Aber ich dränge ihn zu nichts, er soll sich frei entwickeln. Er ist neun, ich habe angefangen, ihn ins Stadion mitzunehmen.

Wie halten Sie sich fit?

Ich spiele Golf, Tennis und schwimme, um beweglich zu bleiben. Fast jeden Vormittag verbringe ich in Roms berühmtem Sportklub Circolo Canottieri Aniene …

... und absolvieren ein Trainingsprogramm?

Ach nein, ich bin mir selbst schon Programm genug.

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