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Bundestrainer Joachim Löw: Und er bewegt sich doch

Im fünften WM-Spiel verabschiedete sich Jogi Löw von seinem Experiment mit vier Innenverteidigern. Aus Überzeugung - oder wurde der Druck der deutschen Öffentlichkeit einfach zu groß?

Von Carsten Heidböhmer

Dass sich Politiker in sportliche Belange einmischen, ist in den meisten Ländern unüblich. Zwar gibt es immer mal wieder derartige Vorkommnisse: Silvio Berlusconi etwa mobbte 2000 Italiens Trainer Dino Zoff aus dem Amt. Und nur der Intervention von Kameruns Präsident war es zu verdanken, dass der damals 38-jährige Roger Milla noch einmal für die Nationalelf auflief - und mit seinen vier Toren maßgeblich dazu beitrug, dass das Land bei der WM 1990 ins Viertelfinale kam. In den meisten Staaten ist es aber gute Sitte, dass sich Politiker um die Geschäfte des Staates kümmern und Trainer um die Belange des Fußballs.

Umso ungewöhnlicher, was Thomas de Maizière nach dem Sieg im WM-Achtelfinale gegen Algerien von sich gab: "Ich bin einer von 80 Millionen Bundestrainern. Ich würde Lahm rechts hinten spielen lassen. Das hat er gut gemacht", sagte der Innenminister, in dessen Zuständigkeitsbereich auch der Sport fällt. Klare Worte in Richtung Jogi Löw. Ein Politiker maßt sich an, dem Bundestrainer Ratschläge zu erteilen - eigentlich ein ungeheuerlicher Vorgang. Dass de Maizière mit seinem Ausflug in fachfremde Gefilde keinen Proteststurm auslöste, ja nicht einmal zarte Kritik hervorrief, hat einen Grund: Der CDU-Politiker sprach aus, was die überwältigende Mehrheit der 80 Millionen Bundestrainer im Land dachte. Auch Fußballexperten wie Michael Ballack, Felix Magath oder Lothar Matthäus hatten seit Tagen ihr Unverständnis über die Viererkette ohne Außenverteidiger geäußert.

Übertriebene Defensivtaktik

Löws Idee, im Auftaktspiel gegen Portugal mit vier Innenverteidigern zu spielen, war wohl dem - übergroßen - Respekt vor Cristiano Ronaldo geschuldet. Das klare Ergebnis von 4:0 erweckte beim Trainer den Eindruck, die ideale Ausrichtung fürs Turnier gefunden zu haben. So spielte er gegen Ghana und die USA mit der gleichen Verteidigungs-Formation. Eine übertriebene Defensivtaktik gegen Mannschaften, die wahrlich nicht für ihren berauschenden Offensiv-Fußball bekannt sind. Damit zog sich aber der Turnierfavorit ohne Not herunter auf das Niveau von deutlich schwächeren Teams, die man mit größtem Kraftaufwand stoppen musste. Die logische Konsequenz war der viel gescholtene Ergebnisfußball der weiteren Spiele. Dagegen wäre nichts zu sagen, wenn die Ergebnisse denn gestimmt hätten. Doch gegen Außenseiter Ghana und Algerien reichte es in 90 Minuten jeweils nur für ein Remis.

Die Spielweise konnten viele Beobachter nicht mehr nachvollziehen, zumal Löw als weitere Sicherungsmaßnahme vor der Abwehr drei defensive Mittelfeld-Spieler agieren ließ. Dazu bot der Bundestrainer immer wieder den auf der Außenposition überforderten Shkodran Mustafi auf. Eine Maßnahme, die außer ihm nur die wenigsten Zuschauer verstanden haben. Entsprechend laut war das Murren über den enttäuschenden Auftritt im Achtelfinale gegen Algerien. Misstöne, die Löw auch im fernen Brasilien vernommen haben wird. Dazu brauchte es nicht extra einen Boris Büchler, der mit seinen kritischen Fragen Per Mertesacker zu patzigen Antworten provozierte.

In der Öffentlichkeit entstand der Eindruck eines zum Starrsinn neigenden Coaches, der resistent gegen jede Form von Kritik und Beratung ist. Doch vor dem Frankreich-Spiel ist der Druck auf Löw offensichtlich so groß geworden, dass er nachgab und die Elf - wie gefordert - umbaute. Er beorderte Lahm zurück in die Innenverteidigung. Das hatte Auswirkungen auf die weitere Mannschaftsteile: Schweinsteiger und Khedira spielten auf der Sechs, Kroos wurde ins zentrale Mittelfeld vorgeschoben, mit Klose kam ein Mittelstürmer rein - und schon konnte die deutsche Elf ihr eingeeübtes 4-2-3-1 spielen, mit dem sie die vergangenen Jahre so erfolgreich war und eine begeisternde WM in Südafrika spielte. Auch wenn das noch nicht ganz die Mannschaft war, die man von früher kannte - es war den Spielern doch die Sicherheit anzumerken, die ihnen das vertraute Spielsystem vermittelte.

"Ich habe 14, 15 Spieler, die ich bringen kann"

Mit der Rückkehr zu der alten Taktik hat Jogi Löw eine Flanke geschlossen. Ein weiteres Problem wird er in diesem Turnier jedoch nicht mehr lösen können: Er hat ohne Not die Basis seines Kaders verengt. "Ich habe 14, 15 Spieler, die ich bringen kann", sagte der Bundestrainer nach dem Achtelfinale gegen Algerien. Ihm stehen aber 23 Mann zur Verfügung. Doch auf einige verzichtet er ohne Not. Spieler wie Draxler, Ginter, Großkreutz oder Durm, die bis zum Halbfinale keine Minute auf dem Platz standen, werden wohl nicht mehr zum Einsatz kommen. Im letzten Vorrundenspiel gegen die USA hätte er frische Kräfte bringen können. Doch Löw hat die Chance vertan, den Bankdrückern Einsatzzeiten zu geben. Im Halbfinale kann er eigentlich keinen Spieler ohne Turniererfahrung mehr bringen. Der Zug ist abgefahren.

Seinen taktischen Fehlgriff hat Löw korrigiert. Sein zweiter Fehler lässt sich jedoch nicht mehr kitten: die geringe Zahl einsatzfähiger Spieler. Der Bundestrainer muss nun darauf hoffen, dass keine Spieler ausfallen. Sonst hätte er sich verzockt. Er wäre nicht das erste Mal in seiner Trainerkarriere.

Wissenscommunity

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(