Kulturpolitiker sprechen sich gegen Änderungen aus

19. Januar 2013, 12:52 Uhr

Auch wenn in einigen klassischen Geschichten und Märchen Gewalt verherrlicht, Minderheiten diskriminiert und Vorurteile aufgebaut würden, sind Kulturpolitiker dagegen, Änderungen vornehmen zu lassen.

Kinderbücher, Märchen, Änderungen, Gewalt, Diskriminierung, Politik, Kultur

Der Thienemann-Verlag will als nicht mehr zeitgemäß geltende Passagen aus Ottfried Preußlers "Die kleine Hexe" modernisieren©

In die Debatte um möglicherweise nicht mehr zeitgemäße Passagen in Kinder- und Jugendbüchern haben sich nun auch einige Kulturpolitiker des Bundestages eingeschaltet. Auch wenn in einigen klassischen Geschichten und Märchen Gewalt verherrlicht, Minderheiten diskriminiert und Vorurteile aufgebaut würden, sei es trotzdem nicht angebracht, Nachbesserungen vorzunehmen, damit sie unserem Zeitgeist entsprächen, sagte der kulturpolitische Sprecher der Union, Wolfgang Börnsen (CDU), der "Saarbrücker Zeitung".

FDP-Experte Burkhardt Müller-Sönksen forderte eine Debatte im Kulturausschuss des Bundestages. Eltern sollten mit ihren Kindern "pädagogisch motivierte Gespräche" führen, "anstatt politisch korrekte und historisch zensierte Kinderbücher auszuwählen". Die ehemalige Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD), nun Mitglied des Kulturausschusses, sagte der Zeitung: "Wir fangen ja auch nicht an, Goethe oder Schiller umzuschreiben." Ähnlich äußerte sich die Kulturexpertin der Linken, Luc Jochimsen. Die Sprache von Autoren zu verändern, die nicht mehr lebten, "halte ich für falsch".

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) hatte kürzlich bekannt, dass sie beim Vorlesen für ihre kleine Tochter ihrer Ansicht nach diskriminierende Begriffe wie "Negerkönig" oder "Negerbaby" entschärfe. Das hatte eine Diskussion ausgelöst. Der Stuttgarter Thienemann Verlag kündigte bereits an, in dem Kinderbuchklassiker "Die kleine Hexe" den Begriff "Neger" streichen und andere veraltete Begriffe ersetzen zu wollen. Laut Verlag erfolgt die "Modernisierung" im Einverständnis mit der Familie des Autors Otfried Preußler.

Zum Thema
Kultur
stern TV-Programm
Kostenlos downloaden: stern TV-Programm für iPhone, iPad und Android-Smartphones und -Tablets Mehr Infos über die App
 
Humor
Tetsche, Haderer, Mette und Co. Tetsche, Haderer, Mette und Co.
 
TV-Tipps des Tages
Empfehlungen aus der Redaktion Empfehlungen aus der Redaktion
 
Noch Fragen?

Neue Fragen aus der Wissenscommunity

  von dorfdepp: Soll sich die westliche Welt Kuba gegenüber öffnen?

 

  von dorfdepp: Gibt es noch Vorbehalte gegen Online-Banking?

 

  von JennyJay: Heißt es "mittels Mobilkrane" oder "mittels Mobilkränen"?

 

  von bh_roth: Vorsätzliche Tötung

 

  von Amos: Warum muß ein Blinder bei "Wetten dass" eine geschwärzte Brille tragen?

 

  von Amos: Seit heute steigen die Preise der DB, wenn ich per Kreditkarte oder Internet bezahle.

 

  von Bananabender: Der Mythos Megapixel

 

  von Amos: Warum müssen verunglückte Reitpferde immer eingeschläfert werden?

 

  von Amos: Haus mit 5 Wohneinheiten. Jetzt steht eine Wohnung längere Zeit leer. Wie verhält es sich dann mit...

 

  von Amos: Smartphones zu Weihnachten: Kaufentscheidung abhängig von der Fotoauflösung? Telefonieren wäre doch...

 

  von StechusKaktus: Wie kann die kalte Progression abgeschafft werden?

 

  von bh_roth: Gastherme versetzen

 

  von Bananabender: Drucker Patronen

 

  von bh_roth: Lichterführung bei speziellen LKW

 

  von Amos: Wenn ich einen Karton Sekt aus Bequemlichkeit im Kofferraum "vergesse": wie hoch ist die...

 

  von Musca: Vogelschwarm filmen

 

  von Amos: Da ich als Arzt nicht mehr tätig bin, habe ich meine Berufshaftplicht gekündigt.

 

  von Amos: Eine Fondsgesellschaft schickt mir am 2..12.2014 die Steuerbescheinigung für 2013. Obwohl ich meine...

 

  von Gast: Ist der Nahme "Haircouture" geschützt

 

  von Gast: ich habe eine rente in höhe von 760 ?,wie viel kann ich dazu beantragen?