Die Münchner Studentin Luca Feigs bringt ein Magazin heraus, das die Vielfältigkeit männlicher und weiblicher Geschlechtsteile darstellt. stern.de erzählt sie, wie sie auf die Idee kam.
Vor circa einem Jahr haben wir, das sind 16 Designstudenten, den Verlag "Lieschen Montag" gegründet. Seitdem veröffentlichen wir regelmäßig eine Magazinreihe zu einem bestimmten Überthema. Diesmal haben wir uns für "Mann und Frau" entschieden. Mein allererster Gedanke war ein Magazin zu machen, welches aus Fotos der männlichen und weiblichen Genitalien besteht. Allerdings sollten die Bilder keine erotischen oder pornographischen Assoziationen hervorrufen. Der Betrachter soll nicht werten, sondern lediglich die Vielfältigkeit aufgezeigt bekommen - und die gibt es! Ich gehe natürlich in erster Linie von mir aus, wenn ich behaupte, nicht zu wissen, wie genau eigentlich die Vaginas und Penisse der Menschen in meinem Umkreis aussehen, obwohl ich sie persönlich doch sehr gut kenne. Unsere Vorstellung ist von Bildern der Medien geprägt doch die Realität sieht wie immer anders aus.
Die erste Resonanz kam aus meinem engsten Freundeskreis, da ich hier zum ersten Mal von davon erzählt habe. Alle waren begeistert und haben mich ermutigt, die Idee in die Tat umzusetzen. Nachdem ich damit durch ein Interview an die Öffentlichkeit gegangen bin, waren einerseits vernichtende Kommentare darüber zu lesen, andererseits habe ich von vielen Leuten Zuspruch erhalten. Die beste Bestätigung allerdings war die Anzahl der hochgeladenen Bilder, die sich nach dem Interview in meiner anonymen Upload Box befanden. Es sind mittlerweile über hundert. Bei heiklen Themen wie diesen wird es immer extreme Gegner und auch Befürworter geben. Damit musste ich rechnen.
Es gibt sicher verschiedene Motivationen dies zu tun. Da ich die Leute nicht gefragt habe, kann ich mir nur eine Vorstellung davon machen. Eine wäre wohl, dass die Menschen sich darstellen wollen, egal auf welche Weise. Ich könnte auch ein Magazin über Hände machen und die Motivation, seine Hand zu fotografieren und mir zu schicken wäre dieselbe. Sein Genital zu fotografieren ist natürlich eine ganz andere Sache, die die meisten von uns noch nie gemacht haben, und die vielleicht auch das eigene Interesse weckt: "Wie sieht das eigentlich auf einem Foto aus"?
In der Form, wie ich es mache, habe ich bis jetzt erst sehr wenige zu Gesicht bekommen. Und selbst wenn es mehr wären: Ich möchte es auch tun - auf meine Weise.
Solange die Teilnehmer ihr Foto so machen, wie die Anleitung auf meiner Website es vorschreibt, werden die Bilder nicht schmuddelig, sondern dokumentarisch. Deshalb denke ich nicht, dass das passieren wird.
Aber ja!
