„Es waren einmal drei kleine Mädchen, die auf die Polizei-Akademie gingen, und sie bekamen alle sehr ‚gefährliche‘ Aufgaben...“ – so beginnt 1976 das Intro der Serie „Drei Engel für Charlie“. Die „gefährlichen Aufgaben“ sind ironisch gemeint, man sieht die drei Polizistinnen nach ihrer Ausbildung beim Strafzettelverteilen, beim Tippen an der Schreibmaschine, als Schülerlotsen. Aber dann kommt Charlie in ihr Leben, der ihr Potenzial sieht und sie zu seinen Topagentinnen macht.
Natürlich war es der Mann, der die Frauen aus ihren langweiligen Jobs befreite. Aber für die 1970er Jahre markierte die Serie eine Zäsur. Frauen als Actionheldinnen waren damals eine absolute Ausnahme, und wenn es sie gab, dann hatten sie zumindest einen männlichen Hauptdarsteller an der Seite, wie etwa Emma Peel in „Mit Schirm, Charme und Melone“.
Drei Engel für Charlie – Pionierinnen im Bikini
50 Jahre später erkennt man in den alten Episoden natürlich den „male gaze“, den männlichen Blick, denn Regisseur Aaron Spelling ließ die Engel bewusst sexy inszenieren. Fast in allen Folgen gab es mindestens eine Bikiniszene, und oft schlüpften die Schauspielerinnen in Undercover-Rollen, die ihren Körper besonders in den Vordergrund stellten – Prostituierte, Schönheitsköniginnen, Models.
Dennoch waren die drei Engel für viele Zuschauerinnen ein Zeichen der Emanzipation, weil sie kämpften, komplexe Fälle lösten und eigenständige Leben führten. Oder wie Jaclyn Smith, Engel der ersten Stunde, gerade in einem Interview zum 50. Jubiläum sagte: „Es ging um Sisterhood, Schwesternschaft. Und um Frauen, die der Gefahr nachjagten, statt vor ihr gerettet zu werden.“ Weil das 1976 so neu war, schafften es die drei Engel, damals gespielt von Farrah Fawcett, Jaclyn Smith und Kate Jackson, Ende 1976 sogar auf das Cover von „Time“ unter der Titelzeile: „TV’s Superwomen“.
Die Serie wurde Kult und die Geschichte über die Jahrzehnte immer wieder neu in Szene gesetzt. In den 2000ern in zwei Kinofilmen mit Cameron Diaz, Lucy Liu und Drew Barrymore in den Hauptrollen. 2011 in einer neuen Serie – die allerdings ein Flop war und schnell wieder abgesetzt wurde. Und 2019 von der Regisseurin Elizabeth Banks noch mal für die große Leinwand erzählt, unter anderem mit Kristen Stewart als Engel mit Kurzhaarschnitt.
So kann man im Laufe der Jahrzehnte an Charlies Engeln auch den Wandel des Frauenbildes beobachten und das Erstarken der Emanzipation. Und die nächste Verfilmung oder der nächste Serien-Reboot ist sicher nur eine Frage der Zeit.