"Meine Bücher sind mein ganzes Leben" hatte Ray Bradbury einmal gesagt. Ein düsteres wurde sein größter Erfolg: "Fahrenheit 451" ist als Roman und Film ein Klassiker des 20. Jahrhunderts. Jetzt ist Bradbury in Los Angeles gestorben.

Seine Zukunftsaussichten waren düster, privat lenkte sich Ray Bradbury mit Snoopy und Woodstock ab© Charley Gallay/Getty Images
Er verfasste das düstere Endzeitdrama "Fahrenheit 451" und beschrieb die Kolonisierung des Mars. Am Dienstag ist der Science-Fiction-Autor Ray Bradbury nach langer Krankheit gestorben. Das bestätigte der Verlag Harper Collins einen Tag später in New York. Bradbury wurde 91 Jahre alt.
"Sein Vermächtnis wird in seinen monumentalen Werken weiterleben", sagte Bradburys Enkel Danny Karapetian der Website "io9", die als eine der ersten Quellen über den Tod des Autors berichtet hatte. "Ihn gelesen zu haben, bedeutet ihn zu kennen", so Karapetian. Sein Vater sei "das größte Kind" gewesen, das er kennengelernt habe.
Zu Bradburys größten Erfolgen zählen "Die Mars-Chroniken" von 1950 und die Erzählsammlung "Der illustrierte Mann". Unerreicht war aber "Fahrenheit 451". Der Roman von 1953 wurde 1966 von François Truffaut verfilmt. Beide wurden Klassiker, die ganze Generationen der Nachkriegszeit auch in der DDR und Osteuropa beeinflussten. Der Titel bezieht sich auf die Temperatur: Bei umgerechnet 233 Grad Celsius entzündet sich Papier angeblich selbst.
In dem Buch erzählt Bradbury die Geschichte einer Diktatur, in der Bücher verboten sind. Die Feuerwehr spürt die noch übrigen Bücher auf und verbrennt sie. Allerdings bekommt der junge Feuerwehrmann Guy Montag Zweifel an seiner Arbeit, nachdem er in einigen heimlich mitgenommenen Büchern blätterte. Die Beziehung zu einer jungen Frau und traumatisierende Ereignisse während des Dienstes verstärken seine Skepsis.
Im Film spielte Oskar Werner den ständig zweifelnden Montag. Die Geschichte ist nicht nur eine scharfe Kritik an totalitären Diktaturen. Sie klagt vor allem Gleichgültigkeit und kritiklosen Medienkonsum an, der so etwas möglich mache. Bradbury sagte später, eine Anregung sei ein Paar auf einem Spaziergang gewesen: Obwohl sie mit Mann und Hund durch eine schöne Nacht gegangen sei, habe die Frau über den Kopfhörer irgendeine Seifenoper mit ihrem Miniradio verfolgt.
Bradbury identifizierte sich mit seinem Welterfolg. Deshalb ließ er auch nicht mit sich spaßen, als Michael Moore seinen Dokumentarfilm über die Terroranschläge vom 11. September 2001 "Fahrenheit 9/11" nannte: "Michael Moore ist ein dämlicher Drecksack. So denke ich über ihn. Er hat meinen Titel geklaut und die Zahlen ausgewechselt, ohne mich jemals um Erlaubnis zu fragen", echauffierte sich Bradbury unumwunden.
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