3. April 2013, 15:42 Uhr

Schaler Zaubertrank

Man nehme eine Handvoll Magier und Hexen, mische ein paar verknallte Teenies dazu und rühre einmal kräftig um - fertig ist der neueste Fantasy-Hit. Oder doch nicht?

Große Liebesgeschichten mit mystischem, surrealem oder futuristischem Touch scheinen es den Teenies von heute angetan zu haben. Die Vampire und Werwölfe von "Twilight" machten den Anfang, es folgten die "Tribute von Panem", Kerstin Giers "Rubinrot"-Trilogie und nun startet mit "Beautiful Creatures" eine weitere Geschichte der Kategorie jung, attraktiv, übersinnlich in den deutschen Kinos. Auch diesmal geht es um Abenteuer, Gefahr, die große Liebe und den klassischen Kampf Gut gegen Böse.

Der personifiziert sich in "Beautiful Creatures" in der jungen, hübschen Lena Ravenwood (Alice Englert). Die ist nämlich aus Familientradition eine Hexe und wird demnächst 16 Jahre alt. Und bei ihr ist das sogar noch bedeutsamer als bei anderen Mädchen im Sweet-Sixteen-Alter. Denn bei Hexen entscheidet sich an diesem wichtigen Tag, ob sie gute Exemplare werden oder böse.

Als wäre das nicht schon schlimm genug, ist Lena auch noch zum ersten Mal verknallt. Ihr Klassenkamerad Ethan (Alden Ehrenreich) ist ebenfalls angetan von der geheimnisvollen neuen Mitschülerin. Schließlich hat er sie schon lange vorher immer wieder in seinen Träumen gesehen. Das kann doch kein Zufall sein!

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Ethan (Alden Ehrenreich) mag Lena (Alice Englert) - doch die ist eine Hexe und hat gerade ganz andere Probleme©

Wenn die Schwiegermama eine böse Hexe ist

Doch Ethan merkt schnell, worauf er sich mit Lena und ihrer Familie eingelassen hat. Ihr Onkel, der Gutsbesitzer Macon Ravenwood (Jeremy Irons), ist zwar einer von den Guten, die Beziehung der beiden passt ihm dennoch nicht. Und Lenas Mutter (Emma Thompson) ist sogar eine waschechte böse Hexe - was für eine Schwiegermutter.

Der Film basiert auf dem internationalen Bestseller "Sixteen Moons - Eine unsterbliche Liebe" von Kami Garcia und Margaret Stohl und soll nun auch im Kino die neue Fantasy-Generation begeistern. Für die nötige Portion Kitsch sorgt Regisseur Richard LaGravenese ("P.S. Ich liebe dich") in dieser aufwendigen und schön anzuschauenden Romanverfilmung zwar, so richtig stimmt die Chemie zwischen Alden Ehrenreich und Alice Englert, der Tochter von "Das Piano"-Regisseurin Jane Campion, allerdings trotzdem nicht. Vor allem dem 23-Jährigen Ehrenreich will man den verliebten Teenie nicht so recht abnehmen.

Möglicherweise liegt das aber auch an der kruden und teils unverständlichen Geschichte, die auch die Top-Darsteller Irons und Thompson nicht wirklich retten können. Am Schluss bleibt vor allem die Frage, ob der Fantasy-Hype seinen Zenit vielleicht einfach überschritten hat - und was Thompson und Irons dazu bewegen konnte, in diesem Film mitzuspielen.

Britta Schultejans, DPA
 
 
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