. .
Musik-News
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
25. Juni 2010, 13:30 Uhr

Was von Michael Jackson übrig bleibt

Traurig, aber wahr: Nie war der King of Pop so erfolgreich wie ein Jahr nach seinem Tod. Die Michael-Jackson-Industrie verdient sich dumm und dämlich - dank des "Elvis-Effekts". Von Sophie Albers

Michael Jackson, Todestag, This is it, Katherine Jackson, Joe Jackson, Paris, Blanket, Prince, Michael Jackson Estate

Rund eine Milliarde Dollar wurde seit dem Tod von Michael Jackson in seinem Namen verdient© Pierre Berge Associes/Arno Bani/DPA

Ein Jahr ist es her, dass Michael Jackson im Alter von gerade mal 50 Jahren gestorben ist, weil er sich gegen die eigene Rastlosigkeit Betäubungsmittel spritzen ließ. Die Fans trauern nach wie vor. Auch die Kritiker können ihn nicht vergessen. Der Rest des Publikums lässt sich zu gern an ein skurriles Phänomen erinnern. Und offenbar kaufen alle seine CDs. In einem Jahr ohne den King of Pop wurden allein 383 Millionen Dollar mit seinen Alben verdient. Rund 400 Millionen Dollar hat der Film "This Is It" eingespielt - die Dokumentation der Proben seines letzten Konzertes, das nie zur Aufführung kam. Mit Lizenzgebühren, Fanartikeln, Namensrechten, DVDs, Klingeltönen und einem neuen Plattenvertrag sind laut dem Branchenblatt "Billboard" seit dem tragischen 25. Juni 2009 insgesamt eine Milliarde Dollar im Namen dieses Toten zusammengekommen.

Und der Tanz auf dem Grab hat Zukunft: Der Unterhaltungsriese Sony will in den kommenden sieben Jahren zehn Alben mit Jacksons Musik herausbringen. Darunter auch unveröffentlichte Songs. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht unbekanntes Material gefunden wird (273 Songs der Jackson 5), andere Künstler Jackson mit Alben und Shows gedenken wollen (Sheryl Crow, Christina Aguilera und Marc Anthony) oder Shows in seinem Namen auf die Beine gestellt werden (Cirque du Soleil). Erinnerungsstücke an den Popstar sind seit seinem Tod das Fünffache wert, wie etwa die gerade für 27.500 Dollar versteigerten handschriftlichen Textzeilen zu "Beat It". Grenzenlos scheinen die Möglichkeiten, wenn es um die Michael-Jackson-Geldmaschine geht.

Und Mama Jackson schreibt ein Buch

Deren Knöpfe drückt letztlich der von Anwälten überwachte Fonds "Michael Jackson Estate". Hier werden Besitztümer, Schulden und Gewinne verwaltet, die Rechte an Jacksons Ton und Bild streng überwacht. Hier kommen die knapp 90.000 Dollar Unterhaltskosten her, mit denen Großmutter Katherine ihre Enkel - den 13-jährigen Michael Joseph Jr. (genannt Prince), die 12-jährige Paris Michael Katherine (genannt Paris) und den achtjährigen Prince Michael II. (genannt Blanket) - großzieht. Die Kinder, durch den Tod des Vaters in die Öffentlichkeit gerissen, sollen in diesem Jahr erstmals auf eine private Schule gehen.

Die Kindererziehung ließ Granny Jackson übrigens doch genug Zeit, um ein Buch zu schreiben. "Never Can Say Goodbye" (genau, wie der Jackson-5-Song) erscheint selbstredend pünktlich zum Todestag und ist für knapp 60 Dollar nur auf einer speziellen Fan-Website zu bestellen. Sie habe über ihren Sohn, nicht den Popstar schreiben wollen, so die Mutter, die bereits 1990 über die ganze Familie einen Zuckerguss in Buchform gekippt hat: "My Family: The Jacksons".

Joe Jackson und Conrad Murray

Währenddessen sitzt der allgemein verhasste und nach dem Willen seines Sohnes ohne jeden Anspruch hinterlassene Vater Joe Jackson in Las Vegas und versucht, doch noch irgendwie aus seinem abgestorbenen Spross Geld zu pressen. Ein Museum mit Hotel und Casino will er bauen. Zum Gedenken natürlich. Ob er das überhaupt darf, ist noch unklar.

Michael Jackson, Todestag, This is it, Katherine Jackson, Joe Jackson, Paris, Blanket, Prince, Michael Jackson Estate

383 Millionen Dollar wurden in einem Jahr allein mit dem Alben-Verkauf verdient© Koji Sasahara/AP

Und die Fans? Die geben ihrer Trauer freien Lauf. Hassen Conrad Murray, Michael Jackson persönlichen Arzt, der ihm das Betäubungsmittel spritzte, und der sich nun vor Gericht verantworten muss. Und lieben uneingeschränkt und offenbar stetig zunehmend ihr Idol, das durch den frühen Tod in gewisser Weise auch gereinigt scheint.

Entertainment-Journalist Jim Moret nennt es den Elvis-Effekt. Der Mann mit der Schmalztolle war Jahre vor seinem Tod mit gerade mal 42 Jahren ein Wrack, übergewichtig, drogenabhängig und nur noch eine traurige Karikatur des Showstars, der einst die ganze Welt mit seinem Hüftschwung angeschubst hat. Doch als er starb, schienen die tragischen Jahre plötzlich vergessen. In Erinnerung blieben die 50er und 60er, der schöne junge Mann mit einem Blick wie warme Schokolade und einer Stimme, die Frauen zum Schreien brachte.

Der Elvis-Effekt

Das Gleiche passiere nun mit Michael Jackson, sagte Moret im Interview mit dem US-Sender CNN. Spätestens seit dem Missbrauchsprozess 2005 sei Jackson ein gebrochener Mann gewesen. "Er war eine Zielscheibe des Spotts, eine Pointe für Comedians, er galt als Jemand, der mal jemand war. Sein Tod hat ihn auf eine Ebene mit Elvis katapultiert. Er ist jetzt eine Legende." Alle Fragen, die sein Lebensstil aufgeworfen habe, seien durch seinen Tod vergessen.

Und tatsächlich: Nie war es einfacher, Michael Jackson zu verehren, als heute. Ein Jahr nach seinem Tod ist "Jacko" genau der, der er für jeden Einzelnen sein soll. Er kann sich ja nicht mehr wehren. Etwas Besseres konnte der Unterhaltungsindustrie überhaupt nicht passieren.

Von Sophie Albers
 
 
KOMMENTARE (10 von 17)
 
PiNK111 (28.06.2010, 11:15 Uhr)
Leider schreibt der STERN sehr negativ und herablassend über Michael Jackson. Ebenenso der Titelbericht in der aktuellen Stern-Ausgabe. Sehr schade.
nordleuchter (27.06.2010, 18:58 Uhr)
pietätlose Schlagzeile!
Eine Zeile "der Tod steht ihm gut" an diesem Tag im Newsletter - lieber Stern, vielen Fans und Freunden ging es auch ohne solche Sätze bescheiden genug :-(

Zollen Sie ihm doch einfach das, was er für sein Talent, seine Humanität und sein Engagement verdient hat: Respekt. Wenn schon nicht vor dem 25.06.2009, dann wenigstens danach.

Danke.
Sozimod (26.06.2010, 11:31 Uhr)
Man denkt nicht nur an den jungen Elvis!
Elvis Presley hatte ein großes Talent. Ob Blues, Country, Gospel, Lovesongs oder Rock. Seine Ausstrahlung, seine Geschichte (wie bei Michael Jackson) machte ihn zur Legende. Kaum einer sah in Elvis oder Michael einen Samariter. Sie waren Menschen mit Fehlern, falschen Freunden, kapitalistische Ärzte!!!!

Bei beiden stand die Gesundheit nicht im Vordergrund. Schade!
PaRaNoiiiD (25.06.2010, 11:53 Uhr)
Wie schnell die Zeit vergeht....
mir kommt es vor, als wäre es gestern.

Nun gut... man kann nur hoffen, dass der zwielichtige Arzt seine Gerechte Strafe bekommt.
dist-bln (25.06.2010, 11:32 Uhr)
alter Kaffee
ich kenne niemanden, der ein Bedürfniss hatte- auf eine solche "Gedenkwelle"...
außer den Medien, inkl. des Stern, die damit etwas verkaufen wollen..
Nursery (25.06.2010, 08:49 Uhr)
Zieht Magisch an
Michael Jackson hat unzählige Gestrandete Existenzen als Manager mit horrenden Summen bezahlt.Sie danken ihm es heute.Eine traurige Geschichte .
Administrator (25.06.2010, 08:43 Uhr)
Liebe User,
vielen Dank für Ihre Hinweise auf das Pop-Up - wir haben diese an die entsprechenden Kollegen weitergegeben.

Herzliche Grüße

Ihre stern.de-Admins
Scrubbie (25.06.2010, 08:37 Uhr)
@duliebezeit
Der Tod steht ihr gut ist ein recht bekannter Film, u.a. mit Meryl Streep, Bruce Willis und Goldie Hawn. Ich gehe davon aus, dass Frau Albers sich daran anlehnt. Zu Recht, wie ich finde und ich empfinde auch den Artikel als absolut zutreffend.
J4NN3K (25.06.2010, 08:29 Uhr)
...
...Andere Theorie: Dieser riesen Schuldenberg, der von mr. Jackson über Jahrzehnte aufgeschüttet wurde kann wohl kaum getilgt werden, wie man aus der Dokumentation erfahren durfte hätten dazu auch keine 50, eher wohl 300 Shows gespielt werden müssen. Von Michael Jackson? PAH!... Ja, natürlich ... der arme Mann konnte kaum noch krauchen, ausgemergelt und nahezu dauer-apathisch wie er war. Vielleicht war das ja alles geplant?!"... Ich trete aus der Öffentlichkleit und ihr Liebe Gläubiger kassiert ab und ich bin raus... Vielleicht ist Jacko auch garnicht tot,... das passte dann auch zur Elvis-Theorie... Na, könnte man darüber nicht etwas schreiben? Am Besten mit einem Werbe Pop-Up eines Bestatters darüber oder dergleichen?
arniston (25.06.2010, 08:20 Uhr)
der tod steht ihm gut ,
stimmt , er sieht heute noch genau so aus ..
MEHR ZUM ARTIKEL
Zum Todestag von Michael Jackson Der "King of Pop" auf allen Kanälen

Am 25. Juni ist es ein Jahr her, dass Michael Jackson gestorben ist. Und pünktlich zum Stichtag gibt es natürlich reichlich Erinnerungshilfen. Der Popstar ist und bleibt ein faszinierendes Rätsel. mehr...

Plattendeal Rekordsumme für Jackson-Erben

Es ist wohl der größte Deal, der jemals im Musikgeschäft abgeschlossen wurde: Für diverse Musikveröffentlichungen, Computerspiele und Filmrechte zahlt Sony den Erben von Michael Jackson angeblich die Garantiesumme von 200 Millionen Dollar. mehr...

Der Tod des "King of Pop" Warum Michael Jackson uns so berührt

Michael Jackson ist tot. Die Nachricht sorgt auch bei Menschen für Trauer, die bislang mit dem "King of Pop" nicht viel anfangen konnten - und für verwirrte Gefühle: Jackson hat vielen Menschen mehr bedeutet, als sie angenommen haben. Irgendwie war er immer da - überall auf der Welt. mehr...

Popquiz Wie gut kennen Sie "Jacko"?

Michael Jackson starb im Juni 2009 mit nur 50 Jahren in Los Angeles an einem Herzinfarkt. Erinnern Sie sich noch an die vielen Storys, die sich um den "King of Pop" rankten? Der Jacko-Wissenstest auf stern.de. mehr...

Verwandte Fragen

Sie kennen die Antwort? Beantworten Sie die Frage hier oder senden Sie selber eine Frage

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (22/2012)
Dick im Geschäft