The Killers sind eine der beliebtesten Indie-Rockbands der Welt. Frontmann Brandon Flowers hat jetzt mit "Flamingo" sein Solodebüt vorgelegt. Im stern.de-Interview erzählt er, warum er zu Recht berühmt ist, wie er als Mormone im Sündenpfuhl Las Vegas lebt und dass Barack Obama ein großer Fan von ihm ist.
Das sage ich Ihnen nicht, sonst drucken Sie ihn ja! Ich hatte mal einen Lieblingsnamen - Tijuana Heston - doch seit der publik geworden ist, kann ich ihn nicht mehr benutzen. Es ist ein Jammer.
(Lacht) Das war nur ein Scherz damals. The Killers sind sehr wohl am Leben, wir nehmen uns nur ein Jahr Auszeit.
Nein, sie wissen ja, was ich tue. Wir haben das besprochen, ich mach das ja nicht heimlich oder hinterm Rücken der Jungs.
Das "Flamingo" ist ein berühmtes Casino und ein Symbol von Las Vegas. Ich liebe diese Stadt und ich finde, das ist der Ort, wo die Songs meines Soloalbums leben sollten. Dort habe ich auch das Album aufgenommen, und dort leben auch meine Frau und meine zwei Söhne.
Wenn die Kritiken gut sind, darf ich das ganze Lob alleine einheimsen. Wenn sie schlecht sind, leider auch. Aber ich bin an schlechte Kritiken gewöhnt, in Amerika haben die Killers immer miese Kritiken bekommen. Trotzdem werde ich immer weiter machen.
Jepp, ich lese sie. Es ist eine sehr schlechte Angewohnheit.
Es leben gar nicht so wenige Mormonen in Las Vegas. Sie sorgen für Kontrast in der Stadt. Und sie waren schon da, bevor all die Zocker und zwielichtigen Gestalten kamen. Aber ich war in meiner Jugend nicht nur mit Mormonen befreundet, sondern auch mit Strippern und Spielern. Ich versuche, nicht zu urteilen.
Die Versuchungen haben natürlich eine gewisse Anziehungskraft und manchmal ist es schwierig, ihnen zu widerstehen. Aber deswegen bin ich ja nicht ins Geschäft eingestiegen. Ich liebe einfach Musik und habe die Gabe, Songs zu schreiben. Ich wüsste gar nicht, was ich sonst tun sollte.
Es ist schon ganz nett, berühmt zu sein, wenn es berechtigt ist. Ich schreibe eben gute Songs. Es ist ein erheblicher Unterschied, ob man berühmt ist oder ein Promi. Dinge, die Promis tun, tue ich nicht. Ich laufe nicht tagein, tagaus den roten Teppich entlang und das jedes Mal mit einem anderen Model an der Hand. Ich bin berühmt für meine Gedanken.
(Lacht) Beides natürlich! Ich meine, ich will niemals Ärger mit nervigen Paparazzi haben oder sowas in der Art. Ich will einfach nur bessere Lieder schreiben als alle anderen.
Eigentlich sehr gut, zumindest in meiner Musiker-Generation. Die Musikklasse der 60er und 70er Jahre habe ich allerdings noch nicht erreicht. Ich arbeite mich jedoch langsam aber sicher heran.
Die Platte ist sanfter, weniger rockig als unsere bisherigen Alben. Es sind auch Einflüsse des 80er Jahre Pop zu hören, wie bei dem Song "Was it something I said" oder Einflüsse des Gospel bei "On the Floor". Meine Stimme hat trotzdem einen Wiedererkennungswert. Deshalb denke ich, dass das Album auch Killers-Fans gefallen wird.
Dass Morrissey, ehemaliger Frontmann von The Smiths, uns 2004 gefragt hat, ob wir als seine Vorband auftreten wollten, war ein absolutes Highlight. Ich bin mit seiner Musik groß geworden, war immer großer Fan von ihm gewesen. Ein anderes Highlight war am 4. Juli dieses Jahres - da haben die Killers im Weißen Haus gespielt.
Sieht wohl so aus. Wir haben ihn und seine Frau getroffen und auf dem Anwesen zur Feier des amerikanischen Unabhängigkeitstags gespielt. Als wir mit unserem Auftritt fertig waren, ging das Feuerwerk los. Das war ziemlich surreal.
Als die Killers 2006 das Album "Sam's Town" heraus gebracht haben, hat der "Rolling Stone" uns zwei Sterne in ihrer Plattenkritik gegeben. Das bedeutet so viel wie: Dein Album ist nichts wert. Sie haben es komplett verrissen. Ich hingegen dachte, dass es unser bislang bestes Album war. Das hat mich ziemlich fertig gemacht. Der "Rolling Stone" ist eben eine Institution im Rock-Business, man will einfach, dass sie einen mögen. Aber sie mögen mich nicht, sie mögen die Killers nicht. Wir haben über 15 Millionen Platten verkauft, und wir waren noch nie auf dem Cover des "Rolling Stone".
Der "Rolling Stone" weiß ganz genau, wie frustriert ich bin. Aber das ist okay. Man kann es nicht jedem Recht machen.