Bang Si-Hyuk ist einer der reichsten Männer Südkoreas. Doch der Musikmogul hinter der berühmten K-Pop-Band BTS bekam offenbar den Hals nicht voll. Die südkoreanische Polizei gab am Dienstag bekannt, dass sie den Produzenten verhaften will. Der Grund: Bang Si-Hyuk steht im Verdacht, durch einen Anlagebetrug mehr als 100 Millionen Dollar illegal erlangt zu haben. Laut Associated Press bestätigte die Polizeibehörde in Seoul, dass sie einen Haftbefehl beantragt hat.
2005 gründete der heute 53-Jährige sein eigenes Musiklabel Big Hit Entertainment. 2010 rekrutierte er den Rapper RM als erstes Mitglied der K-Pop-Band BTS. Die Band transformierte mit ihrer Erfolgsgeschichte Big Hit vom kleinen Musiklabel zum globalen Player. Aus dem Unternehmen wurde einer der mächtigsten Entertainment-Konzerne Südkoreas, der fortan unter dem Namen HYBE firmierte. Mitte Oktober 2020 ging der Konzern an die Börse.
BTS-Gründer soll Börsengang verschwiegen haben
Früheren Investoren soll Bang jedoch ein Jahr zuvor den geplanten Börsengang verschwiegen und sie stattdessen dazu veranlasst haben, ihre Aktien an Private-Equity-Fonds (PEFs) zu verkaufen. Mit denen soll Bang zuvor Aktionärsvereinbarungen getroffen haben. Diese sahen vor, dass Bang Si-Hyuk im Erfolgsfall des Börsengangs innerhalb eines bestimmten Zeitraums etwa 30 Prozent des Verkaufserlöses erhalten würde. Im Falle eines Misserfolgs würden die Aktien zurückgekauft. Die Polizei vermutet, dass der Fonds Bang rund 200 Milliarden Won (136 Millionen US-Dollar) gezahlt hat.
Branchenkreisen zufolge erzielten der Musikmogul und die PEFs hohe Gewinne, während der Aktienkurs von HYBE innerhalb einer Woche nach dem Börsengang um 60 Prozent einbrach – was für Privatanleger erhebliche Verluste bedeutete.
Sein Anwaltsteam äußerte sich laut Bericht nicht direkt zu den Vorwürfen, zeigte aber Bedauern über den Haftantrag. „Wir werden weiterhin mit allen rechtlichen Verfahren kooperieren und alles daransetzen, unseren Standpunkt klar darzulegen“, hieß es in der Erklärung.
Quellen: Associated Press, „Koreaherald“, Allkpop, Forbes