Juraprofessor fordert zweite Chance für Kandidaten

14. Mai 2013, 11:28 Uhr

Am Absturz eines Kandidaten von "Wer wird Millionär?" treffe RTL die Schuld, sagt ein Juraprofessor. Er nimmt damit eine Studentin in Schutz, die in der Sendung Publikums-Joker war. RTL bleibt hart.

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Ein Tipp aus dem Publikum hat den WWM-Kandidaten Jérôme Adjallé auf tragische Weise 124.500 Euro gekostet.©

RTL bleibt trotz Kritik hart: Der "Wer wird Millionär?"-Kandidat Jérôme Adjallé, 32, wird keine zweite Chance bei Günther Jauchs Show bekommen. Adjallé war in der am 6. Mai ausgestrahlten Sendung nach einem falschen Tipp des Zusatzjokers an der 125.000-Euro-Hürde gescheitert. "Der Zusatzjoker wollte helfen, hat dabei das Thema verfehlt und leider falsch geantwortet", sagte ein Sprecher des Kölner Privatsenders der Nachrichtenagentur DPA. "Letztendlich liegt die Entscheidung immer in der Hand des Kandidaten." Der Saarbrücker Juraprofessor Maximilian Herberger stellt sich aber hinter die Frau, die als Publikumsjoker aufgetreten war. "Ihre Antwort war nicht falsch, wohl aber die Erklärung von RTL", sagte Herberger.

Es ging bei der 125.000-Euro-Schwelle um die Frage: "Wer auf der "Tribüne" Platz nimmt, tut dies der Wortherkunft zufolge eigentlich, um ...?" - "A: gekrönt zu werden", "B: Recht zu sprechen", "C: Orgien zu feiern" oder "D: Almosen zu verteilen".

Adjallé rief zunächst seinen früheren Deutsch- und Geschichtslehrer an. Nach kurzem Zögern riet dieser Telefon-Joker zu Antwort B, war sich aber nicht ganz sicher und wählte den Zusatzjoker: Die Jurastudentin versicherte, sie habe das Große Latinum. Bei Antwort D, "Almosen zu verteilen", sei sie sich zwar auch nicht so sicher, sagte die junge Frau, aber Antwort B sei es gewiss nicht. Adjallé glaubte ihr - und verlor. RTL löste auf: B sei richtig.

"Shitstorm" für die Jura-Studentin

Herberger wendete nun ein: "Das Tribunal war in der Tat der Ort, an dem der Tribun seinen Stuhl hatte. Der Tribun war jedoch kein Gerichtsmagistrat und hat nie Recht gesprochen." Ihre Antwort sei nicht falsch gewesen, wohl aber die Erklärung von RTL, sagte Herberger. Er kenne die Jura-Studentin nicht persönlich, jedoch studiere sie sein Fach an derselben Universität. "Sie hat mir leidgetan", sagt er. Die Studentin habe nach der Sendung sowohl im Internet als auch an der Universität einen derartigen "Shitstorm" erlebt, dass sie sich nicht mehr zur Vorlesung getraut habe.

"Ich appelliere an Günther Jauch, sein Fairnessgefühl sprechen zu lassen", sagt Herberger, "ich fordere, dass RTL den Kandidaten erstens wieder da einsetzen lässt, wo er durch diese Frage rausgeflogen ist, und die Antwort zweitens offiziell richtigstellt, damit die junge Frau nicht weiterhin so bloßgestellt wird." Der für die Frage verantwortliche Redaktionsleiter, Harald Valder, wendete ein, Herberger habe die Fragestellung falsch interpretiert, niemand habe behauptet, dass von einer Tribüne aus Recht gesprochen werde.

"Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler - und wenn unserer Redaktion ein Fehler unterläuft, haben wir kein Problem damit, diesen einzugestehen", fuhr der Redaktionsleiter fort. "Im Fall der von Ihnen kritisierten Frage kann ich jedoch versichern, dass alles mit rechten Dingen zuging." In der Vergangenheit hatte es in Jauchs Show durchaus fehlerhafte Fragen gegeben. So bekamen auch Kandidaten schon eine zweite Chance.

kmi/DPA
 
 
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