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8. Oktober 2007, 15:20 Uhr

Selbstmordwetten im Radio

Die Geschichten um Britney Spears werden täglich abenteuerlicher. Jetzt bot eine Detroiter Radiostation demjenigen 1000 Dollar, der das exakte Selbstmorddatum der 25-Jährigen voraussagen kann. Von Frank Siering, L.A.

Schockiert im Auto: Nach einer Auseinandersetzung zwischen einer Passantin und den umstehenden Fotografen, bekommt Britneys Mercedes eine Ladung Kaffee ab© Splashnews

Wenn es nicht so makaber wäre, dann könnte der neutrale Beobachter fast eine gewisse Logik in der Tatsache entdecken, dass in den USA erste Wetten auf den möglichen Selbstmordtag von Britney Spears abgeschlossen werden. Ein Witz? Mitnichten, zumal dann nicht, wenn DJ Big Boy vom Detroiter Radiosender WKQI-FM auf Sendung geht. "1000 Dollar Preisgeld für denjenigen, der den exakten Todestag von Britney Spears voraussagen kann." DJ Big Boy nennt das schier unfassbare Prozedere "Britney Suizide Watch". Sogar auf der Website des Senders stand bis vor kurzem es ein Foto von einer weinenden Spears. Daneben ein Totenkopf. Benutzer konnten sich einloggen und ein offiziell geschätztes Todesdatum eingeben. "Britney Death Poll" heißt der "Wettpott".

"Britney Spears braucht dringend professionelle Hilfe"

Als nur einen Tag nach der makaberen Offerte ein Aufruhr durch die US-Presse ging, zog der Sender die Wette zurück. Zögerlich. War die Aktion doch ein voller Erfolg. "Unsere Leitungen glühten, wir hatten hunderte von Anrufern", so ein Sprecher von WKQI. Offiziell allerdings folgte eine Entschuldigung aus Detroit. Dom Theodore, einer der Manager des Senders: "Wir wollten uns in keiner Weise lustig machen über den Tod oder Suizid-Opfer", so Theodore. Bleibt die Frage, ob der Lokalsender in sicherlich ungeschickter, aber doch relevanter Art und Weise, auf ein durchaus realistisches Zukunftsszenario der offensichtlich momentan verwirrten Spears aufmerksam gemacht hat. "Britney Spears braucht dringend professionelle Hilfe", sagt auch Tatum O'Neal, die selbst lange Zeit mit Drogen und Alkohol gekämpft und ihre Kinder an Ex-Ehemann John McEnroe verloren hat. Spears hingegen weigert sich weiterhin, psychologische wie auch medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Sie ließ zwar die Mutter aus Louisiana einfliegen (stern.de berichtete), düste aber am Wochenende schon wieder im Mercedes durch die Gegend und flüsterte den Paparazzi wüstes Zeugs in die Ohren. "Ich habe meine Kinder schon wieder", sagte sie einem Fotografen, einem anderen rief sie zu, dass sie ihn "süß findet" und "mit nach Hause nehmen möchte".

Britney auf den Spuren Lady Dianas?

Eine andere, fast schon erschreckende Geschichte um Britney Spears kocht in Hollywood derweil hoch. Soll die 25-Jährige sich doch im Bekanntenkreis immer häufiger mit Prinzessin Diana vergleichen. Zuhause in Malibu hat sie angeblich sogar ein Zimmer mit Erinnerungsstücken nur an Lady Di gefüllt. Eine Zeitung berichtet sogar, dass Spears sich selbst "Diana Prince" nennt. Ein guter Freund von Spears will wissen, dass das gefallene Popsternchen sicher sei, "dasselbe Schicksal wie Diana zu erlangen". Solche Äußerungen, so sie denn wirklich stimmen, sind natürlich alarmierend, weil erschreckend. "Frau Spears sucht nach ihrer Identität. Und ihr momentaner geistiger Zustand lenkt sie in Richtungen, die sehr destruktives Verhalten fördern", weiß auch Psychologin Suzanne Lopez zu berichten. Die Obsession mit der toten Prinzessin geht wohl sogar soweit, dass Spears jetzt plant, eine exakte Kopie des Hochzeitskleides von Lady Di bei Designer Elizabeth Emanuel zu bestellen. "Keine Frage, die Geschichten um Spears werden jeden Tag von neuen Merkwürdigkeiten übertroffen", weiß auch Harvey Levin, renommierter Klatschreporter und Erfinder der Celeb-Website TMZ.com. Und so wabert eine merkwürdige Atmosphäre durch die Strassen von Los Angeles dieser Tage. Als wüsste jeder, der sich mit Britney Spears auseinandersetzt, dass schon bald etwas Schlimmes passieren könnte. Und keiner kann es aufhalten. "Es ist wie ein Zug, der auf Dich zurollt. Und Du weißt, dass er dich überfahren wird", sagt Levin, der wie viele andere Spears-Kenner den Star schon persönlich und per SMS zur Vernunft aufgerufen hat. Bisher leider vergeblich.

Von Frank Siering, L.A.
 
 
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