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6. Mai 2008, 10:09 Uhr

PR-Feldzug für Tom Cruise

Zum zweiten Mal innerhalb nur einer Woche trat Tom Cruise bei US-Talkqueen Oprah Winfrey auf. Winfrey ist dafür bekannt, dass sie die Nähe zu den Stars sucht und die umgekehrt sehr freizügig bei ihr alles ausplaudern. Doch der Auftritt von Tom Cruise geriet zu einer Lobhudelei, die nicht mehr feierlich war. Von Frank Siering, L.A.

Zwei, die sich verstehen: US-Talkqueen Oprah Winfrey und Schauspieler Tom Cruise© Harpo Productions, Inc./AP

Eine gute Geschichte sollte man so lange ausschlachten wie nur irgend möglich. Dieser Ansicht war wohl auch Amerikas Talkqueen Oprah Winfrey. Nach ihrem Besuch auf der Bergranch von Tom Cruise in Telluride im US-Bundesstaat Colorado, zeigte sie am Montag in ihrer Show nun das zweite Interview mit dem in letzter Zeit arg gebeutelten Superstar. War der Hausbesuch in Colorado noch der Versuch, den 45-Jährigen zumindest augenscheinlich kritisch zu hinterfragen, so offenbarte sich das Studiogespräch als reine PR-Veranstaltung, als eine Hommage an einen Missverstandenen. Winfrey stilisierte Cruise zum modernen Helden, der, ihrer Meinung nach zu Unrecht, noch nie mit einem Oscar ausgezeichnet wurde.

25 Jahre ist es jetzt her, dass Mr. Cruise als 19-Jähriger in Unterhose und Sonnenbrille in "Risky Business" über den gebohnerten Holzfußboden schlitterte. "Ich kann nicht glauben, was ich in den letzten 25 Jahren alles erreicht habe", prahlte ein nicht gerade schüchterner Cruise, als Oprah die Videoclips längst vergangener Filmtage einspielte. Und weiter: "Ich bin manchmal selbst überrascht, wie weit ich es gebracht habe." Damit diese Leistung auch noch von "Experten" untermauert wird, hatte Oprah gleich ein paar Freunde von Cruise per Videoband eingeladen. Die Smiths zum Beispiel. Will und Jada Pinkett. Mit denen gehen die Cruises auch am Samstagabend gerne mal ins Cut-Steakhouse in L.A. oder zum Bowling. Ihre Kinder dürfen mittlerweile in den Filmen des anderen Stars auftreten.

Will Smith singt sein Lobeslied auf Tom Cruise in den höchsten Tönen

Wen wundert's, dass Will da schnell ein paar liebe Worte loswurde. "Ich habe bisher sehr wenige Menschen kennengelernt, die sich geschworen haben, den Planeten in einen besseren Ort zu verwandeln, bevor sie ihn wieder verlassen. Und dieser Typ ist einer, der das geschafft hat." Also doch, Tom Cruise ist ein Alien, das nur zu Mutter Erde zurückgekehrt ist, weil es etwas vergessen hat? Jada Pinkett Smith, meist nur schönes Anhängsel von Überehemann Will, wollte da nicht nachstehen und kommentierte fleißig hinterher: "Toms professionelle Arbeit verblasst in Hinblick auf das, was er als Mensch schon geschafft hat."

Zeit zum Durchatmen, Werbepause. Dann aber folgt Dustin Hoffman, der zumindest ein bisschen die Schnulzigkeit aus dieser vor PR-Schleim triefenden Veranstaltung herauszunehmen versucht. Er spricht von seiner Zusammenarbeit mit Cruise in dem Film "Rain Man". Von einem heißen Drehtag in einer Telefonzelle und von einem kleinen Pups. "Dustin hat mich danach nicht aus der Zelle gelassen. Ich wäre fast ohnmächtig geworden", erinnert sich Cruise.

Auch die mittlerweile obligatorische Liebeserklärung an seine dritte Ehefrau, Katie Holmes, durfte nicht fehlen. "Ja", sagt Cruise, er habe tatsächlich bei seiner Hochzeit den Song "You've lost that loving feeling" für Katie gesungen. Wie damals in "Top Gun", als er in weißer Fliegeruniform für Filmkollegin Kelly McGillis trällerte.

Cruise verspürt immer noch den "need for speed"

Top Gun. Das ist ohnehin einer seiner Lieblingsfilme, verrät Tom Cruise. Er verspüre noch heute den "need for speed". Motorräder, Flugzeuge, schnelle Autos. So ist er, der Tom. Das komplette Paket. Aber die Romantik darf auch nicht zu kurz kommen. Cruise bettet seine Frau gerne mal auf Rosen. Die Frage, ob er sie danach oder zuvor ins Scientology-Bootcamp schleifen lässt, bleibt unbeantwortet. Aber Tom ist nicht nur egoistisch. Nein, da muss Cuba Gooding Jr. einlenken. "Tom hat meine Karriere in ungeahnte Dimensionen katapultiert", sagt Gooding Jr. Der hat einen Oscar, aber seitdem nur noch Rollen, die seine Filme meist direkt vom Drehort in die Videothek befördern. In Hollywood gilt der einstige Jerry-Maguire-Sportstar heute als ein Gewesener.

Nur Oprah Winfrey ist noch geschäftstüchtiger als Tom Cruise

Und Tom träumt noch. Von einem Film mit Al Pacino oder Robert DeNiro. Durchaus möglich, denn für Mr. Cruise scheint keine Mission mehr impossible. Sowohl DeNiro wie auch Pacino machen dieser Tage fast alles für Geld. Da ist Superstar Tom Cruise dann doch noch etwas wählerischer. Er unterzeichnet nach 25 Jahren im Show-Geschäft nur noch Verträge, die ihm eine garantierte Gewinnbeteiligung am Verkauf der Kinorechte seiner Filme bringen. So pfiffig ist sonst nur noch eine im Entertainmentbereich: Oprah Winfrey. Kein Wunder, dass Tom Cruise sie auch deshalb zu einer "seiner liebsten Freundinnen" zählt. Eine Freundin, die natürlich keine bösen Absichten verfolgt oder gar nach der Wahrheit suchen will, wenn sie die TV-Kamera in das Haus mitbringt, in dem sie anschließend zum Kaffee mit Tom und Katie über ein gemeinsames Sommerfest in Santa Barbara plaudert.

Von Frank Siering, L.A.
 
 
KOMMENTARE (10 von 12)
 
Maria1000 (06.05.2008, 21:11 Uhr)
Wer Infos zum Scientology-Sktenkult sucht, einfach
"Ursula Caberta" in Google eintippen....Dieses Hirnwäsche-Unternehemn hat nichts, aber auch rein gar nichts, mit einer "Religion" zu tun!
Wenn ein US-Promi so dumm ist auf Scientology reinzufallen und dann auch noch dumm genug, im Auditing zugab, z.B. schwul zu sein und zu feige sich zu outen, dann "hat" ihn Scientology eben lebenslang im Griff....
Soviel zu T. Cruise.
Maria1000 (06.05.2008, 21:07 Uhr)
nunja, fast alle die genannten Promis gehören Scientology an.
Da ist es kein Wunder, wenn es dann PR-mässig peinlich wird.
Luciano (06.05.2008, 14:45 Uhr)
@endbenutzer
Für DICH ist Scientologie keine spirituelle Gemeinschaft, ich bin sicher, dass die Scientologen das anders sehen.
Für MICH ist bspw. kein großer Unterschied zu den Christen zu erkennen. Außer dass das Christentum die Zeit des großen Geldscheffelns und der Gehirnwäsche halt schon hinter sich hat.
Es ist schon erstaunlich wieviele Menschen immer noch glauben im Christentum geht es um was anderes als ums Geld scheffeln.
Pijey (06.05.2008, 14:36 Uhr)
@an alle die hier von Religion reden....
... sei gesagt das die Scientologie nichts, aber auch rein garnichts mit Religion zu tun hat.
Scientologie ist eine Sekte die, mit verlaub, zu ins Visier der Staatsschützer geraten ist. Das ist ja nicht nur in der BRD so, sondern in vielen, vielen anderen Staaten auch.
Der Grund hierfür sind die ominösen Vorgänge dieser Sekte, die man auch im Volksmund "Hirnwäsche" nennt.
Ziel dieser Hirnwäsche ist es das Geld dieser Menschen in die eigene Kasse zu bekommen.
Wenn Flüchtlinge berichten was sich hinter den Mauern abspielt wird es schon interessant. Wobei ein Flüchtling aus diesen Camps eher um sein Leben fürchten muss als ein krimineller Sträfling der geflüchtet ist.
Aslo wer hier immer noch von Religion redet hat es einfach nicht verstanden.
Die Kritik an Cruise, nach seinem Auftritt bei Scientologie war mehr als berechtigt. Diese Sektebenutzt Cruise als Zugpferd umd neue Mitglieder zu werben. Das sich eine solche bekannte Persönlichkeit zu solch niederen Funktionen hinreißen läßt ist mehr als kritisch zu betrachten. Ob er weiß was er tut bleibt fraglich, schließlich at er ja auch eine Hirnwäsche hinter sich.
endbenutzer (06.05.2008, 14:22 Uhr)
@Luciano:
"...Die Konfession hat auch mit einem schauspielerischen Lebenswerk nichts zu tun und sollte daher bei Betrachtung einer Schauspielkarriere außen vor bleiben...."
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Scientologie ist aber keine Religion. Daher sollte man auch den Begriff "Konfession" nicht ins Spiel bringen. Es ist schon erstaunlich, wie viele Menschen immer noch glauben, Scientologie wäre eine spirituelle Gemeinschaft..
facilidad_de_ser (06.05.2008, 14:18 Uhr)
@Luciano
Eyes Wide Shut von Stanley Kubrik ist sicherlich ein richtig guter Cruise-Film, und wenn "Action" das Thema ist, kommt man an Mission Impossible II wohl nicht vorbei.
Tom Cruise spielt nunmal eher in Filmen mit um Geld zu verdienen, das sollte einem in einer kapitalistischen Gesellschaft nicht zum Vorwurf gemacht werden.
Seine gute Ausstrahlung macht ihn ohnehin zu einem Hingucker, klar das da der eine oder andere motzige In-den-Ar...gucker an die Decke geht.
Luciano (06.05.2008, 14:05 Uhr)
@ritchie
Ob ein Film wirklich Klasse ist, liegt nicht ausschließlich an der Leistung der Schauspieler. Es gibt genügend Filme, die grottenschlecht sind, in denen die Akteure aber gute Leistungen erbracht haben.
Filme mit guter schauspielerischer Leistung von Tom Cruise, die mir spontan einfallen (gilt das auch?):
-Rainman
-Interview mit einem Vampir
-Geboren am 4.Juli
-Vanilla Sky
Da ich kein wirklicher Cruise-Fan bin, ist die Liste mit Sicherheit nicht vollständig.
Bitte teil mir doch mal deine email Adresse mit, dann kann ich dir die Kontodaten geben, auf die du die 40 Euro überweisen kannst.
@endbenutzer
Die Konfession hat auch mit einem schauspielerischen Lebenswerk nichts zu tun und sollte daher bei Betrachtung einer Schauspielkarriere außen vor bleiben.
ritchie (06.05.2008, 13:38 Uhr)
10 Euro für jeden guten film mit Tom
Jeder, der mir einen wirklich Klasse-Film mit T.Cruise nennen kann, erhält 10 € von mir. Mit Klasse meine ich "on the waterfront, Godfather, Lonesome Dove (Robert Duvall), oder auch Wolfgang Kieling in "the Iron Curtain". Ich kenne keinen einzigen wirklich Klassefilm mit T.Cruise. Top Gun ist nix anderes als Leni Riefenstahl für die Amis - heutzutage gut bedient durch Amiarschkriecher wie W. Petersen.
plonk70 (06.05.2008, 13:07 Uhr)
grottenschlect
Cruise ist'ne grottenschlechte Knallcharge
endbenutzer (06.05.2008, 13:07 Uhr)
@Huxley:
Scientology hat mit religiösem Glauben rein gar nichts zu tun. Daher dürfen kritische Fragen schon erlaubt sein. Das Einzige, an das Scientology-Mitglieder glauben - vor allem in der Preisklasse des Herr Cruise - ist Geld, immer mehr Geld. So lautet übrigens auch einer der Leitsätze dieser "Religion", die nur als solche gegründet wurde, um steuerliche Vergünstigungen zu bekommen. Ich würde mich mal besser informieren. Oder warst du am Ende heute schon beim "Clearing"?
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