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25. Mai 2002, 01:18 Uhr

Auf den Spuren von »Ol' Blue Eyes«

Seit der Trennung von Take That ist Robbie Williams zum Popstar für alle aufgestiegen. Nun erfüllt sich der Brite einen Kinheitstraum - und singt Klassiker seines Idols Frank Sinatra.

Privat soll Robbie Williams eher schüchtern sein

Als Robbie Williams vor ein paar Wochen zu einem Konzert in London lud, verordnete er seinem Publikum einen strengen Dresscode: Die Damen mussten in feinster Abendgarderobe erscheinen, die Herren im Anzug. Nichts erinnerte an diesem Abend in der Royal Albert Hall an ein Popkonzert. Keine Metallabsperrung, keine kreischenden Teenager, keine Fressbuden mit fettiger Pizza und schalem Bier im Plastikbecher.

Die Gäste saßen vielmehr bei Kerzenlicht artig an großen Dinnertafeln und tranken Cocktails - und genauso glamourös und stilvoll hatte sich Robbie Williams seinen Auftritt auch vorgestellt: eine kleine Las-Vegas-Show mitten in London. Denn begleitet von einer Bigband sang der Popstar an diesem Abend Klassiker wie »My Way«, »The Lady Is A Tramp« oder »It Was A Very Good Year« seines Idols Frank Sinatra. Nach gut zwei Stunden erinnerte allerdings nichts mehr an eine gesittete Show. Die 3500 Besucher applaudierten, als wäre gerade die Unabhängigkeit ausgerufen worden.

»Es ist die Erfüllung

eines Kindheitstraums», sagt Robbie Williams: einmal so lässig wie Frank Sinatra auf der Bühne stehen. Das Konzert in London, das als DVD- und Videomitschnitt vor Weihnachten in die Läden kommt, war dafür nur der Vorgeschmack. Demnächst erscheint ein komplettes Album mit Sinatra-Coverversionen, das den bescheidenen Titel «Swing When You're Winning» trägt. Darauf singt Williams nicht nur ein wunderschönes Duett mit der Schauspielerin Nicole Kidman, sondern auch einen Song mit seinem Idol Frank Sinatra höchstpersönlich - Digitaltechnik macht's möglich.

Natürlich wird das eingeschworene Fans von »Ol¿ Blue Eyes« empören. Für sie ist Frankieboy heilig, und vor allem seine traurig-schönen Barsongs gelten als unantastbar. Doch wenn sich irgendeiner hinstellen darf, um »The Voice« nachzueifern, dann ist es Robbie Williams. Seit seinem Rausschmiss bei der Teenie-Kapelle Take That ist der 27-Jährige zum größten Pop-Alleinunterhalter aufgestiegen. Längst sind es nicht mehr die Girlies aus der Boygroup-Zeit, die ihn anhimmeln. Ob Schulmädchen, Abteilungsleiter, Student oder Hausfrau - Robbie Williams ist heute der Konsens-Popstar: einer für alle.

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