Der Ost-Berliner war vor 15 Jahren "Gründungsmitglied" der ersten Daily Soap im deutschen Fernsehen - "Gute Zeiten, schlechte Zeiten". Nach fast 1000 Folgen stieg er 1996 aus.

Andreas Elsholz, 34, in seinem Haus am Stadtrand von Berlin. Hier lebt er mit seiner Frau, der Schauspielerin Denise Zich, und Sohn Julius.© Gerhard Westrich; Horst Galuschka/fotex
Sie meinen, weil jetzt "GZSZ" läuft? Ich schaue das tatsächlich noch gelegentlich, aber nicht mehr so oft, als dass ich viel zum Stand der Handlung sagen könnte.
Ja, in drei Jahren habe ich es auf fast 1000 Folgen gebracht. Anfangs wurde hauptsächlich in einem improvisierten Studio in Berlin-Tempelhof produziert, wo wir immer mit dem Drehen aufhören mussten, wenn die S-Bahn vorbeifuhr, später dann am jetzigen Drehort in Potsdam.
Durch ein Casting. Der Sender suchte als Hauptdarsteller für ein neues Format ein "junges unverbrauchtes Gesicht". "GZSZ" war so etwas wie Vorbild für das heutige Privatfernsehen - schnell und günstig produziert bei maximalem Profit für den Sender. Für RTL war die Sendung damals sicherlich eine Gelddruckmaschine. Ich will aber nicht negativ über "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" reden, der Serie habe ich viel zu verdanken. Wir sind damals im Guten auseinandergegangen; die Autoren haben mir auch immer klug ein Hintertürchen für eine Rückkehr offengehalten.
Nein, meine "GZSZ"-Mitarbeit und meine Aktivitäten im Musikbiz endeten praktisch gleichzeitig. Grund war, ich konnte einfach nicht mehr und habe die Notbremse gezogen. "GZSZ" war revolutionär neu; ich war jeden Tag auf dem Bildschirm. Fans belagerten meine Wohnung in Köpenick. Öffentliche Verkehrsmittel waren tabu, Privatleben hatte ich kaum. Und dann diese ständigen Interviews. Ich wusste zum Schluss nicht mehr, was ich da überhaupt noch erzählen sollte. Heute gibt es viele Daily Soaps, Telenovelas. Da verteilt sich die Aufmerksamkeit der Kids.
Ja, ein paar Jahre brauchte ich, mit viel Sport und langen Spaziergängen mit meiner Partnerin zum Beispiel, bis ich etwas Abstand von diesem Wahnsinn hatte.
Meine Musikkarriere ist in der Tat abgehakt. Was die Schauspielerei betrifft, lief das immer auf hohem Niveau weiter; teilweise waren die Sachen auch im Ausland erfolgreich. So stehen im Frühjahr wieder einige größere Projekte für das ZDF an.
Wir kommen glücklicherweise ohne ein Kindermädchen aus, da sich meine Schwiegereltern um unseren Sohn kümmern können, falls wir einmal beide zeitgleich drehen. Sie sind Ärzte und haben ihre Praxis hier in Berlin.
Bei den Dreharbeiten zu "GZSZ". Das war vor mittlerweile zwölf Jahren in den bereits erwähnten Studios in Tempelhof. Denise war dort, um einen Film zu synchronisieren.
Aus heutiger Sicht hätte ich mich wahrscheinlich etwas rarer gemacht, vor der Presse auch ein paar Geheimnisse behalten. Letztendlich war das aber alles okay so; auch das Geld habe ich gut angelegt. Heute habe ich im Leben alles erreicht, wovon ich immer geträumt habe, vor allem eine glückliche Familie.
Übernommen aus ...
Stern
Ausgabe 11/2007
Zur Person Andreas Elsholz, 1972 in Berlin geboren, wurde 1992 für RTLs "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" entdeckt. Als "Heiko Richter" war er nicht nur der erste Star von "GZSZ", sondern stand für das Konzept einer erfolgreichen Vermarktungskette. Seine Single "Immer noch verrückt nach dir" verkaufte sich 1993 millionenfach und stand wochenlang an der Spitze der deutschen Charts. Elsholz ist verheiratet und hat einen Sohn.