Otto? Finden wir doof!

7. März 2013, 20:08 Uhr

Wegen eines Mädchen-Shirts mit der Aufschrift "In Mathe bin ich Deko" erlebt der Versandhändler Otto derzeit einen Shitstorm. "Richtig", sagen die einen. "Lächerlich", finden das die anderen.

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Inzwischen ausverkauft: Mädchenshirt von Otto©

Das ist absolut lächerlich! Mit solcher Art von Shitstormerei führt ihr Social Media ad absurdum." Rumms. Die Kritik an den Usern, die auf der Seite des Versandhändlers Otto einen Shitstorm entfacht haben, sitzt. In hunderten Kommentaren haben sie sich über ein Mädchen-Shirt ereifert, das angeblich "bescheuert", "reaktionär", "chauvinistisch" und sexistisch sei. Der Konzern selbst hält sich bedeckt. Die Antwort auf die Vorwürfe liefern andere Nutzer.

Stein des Anstoßes ist ein Kindershirt für Mädchen aus der aktuellen Kollektion des Versandhändlers, auf dem steht: "In Mathe bin ich Deko". Darin sehen einige Kunden offenbar das klassische Klischee vom Mädchen, das nicht rechnen kann, bedient. In breiter Front sind sie deshalb auf der offiziellen Facebook-Seite von Otto auf die Barrikaden gegangen und haben den Konzern aufgefordert, das T-Shirt aus dem Sortiment zu nehmen.

Otto reagiert verhalten

"Wie bescheuert, naiv und völlig ignorant in Bezug auf aktuelle gesellschaftliche Debatten muss man sein, um so etwas zu drucken und exklusiv für Mädchen, in Pink zu bewerben. Lasst uns doch am besten alle an einem Strang ziehen, damit wir die ganzen Mandys, Chantals und Trixies noch mehr in Richtung Herd und weg von Bildung schicken", schreibt eine wütende Facebook-Userin. Andere gehen sogar noch weiter und fordern einen Boykott gegen das Hamburger Unternehmen.

Otto reagiert auf die Kritik verhalten. "Wir haben verstanden, dass einige von euch sich offensichtlich verletzt fühlen. Dies war nicht unsere Intention, zumal diese Kollektion aus der Feder von Frauen entstanden ist", heißt es dazu auf Facebook. Das T-Shirt komme aber bei den Kunden sehr gut an. "Wir nehmen eure Meinungen sehr ernst, bitten aber auch um Verständnis, dass es andere Meinungen gibt", heißt es diplomatisch aus der Firmenzentrale. Kein Blatt vor den Mund nehmen hingegen andere Nutzer und machen ihrem Unverständnis über die "lächerliche" Empörung Luft.

Erfolg des Shitstorms: Shirt ist ausverkauft

"Liebe Mit-Frauen die Ihr gleich wieder mit der Sexismus-Keule kommt. Wie dämlich muss man sein in ein bedrucktes Kinder-Shirt so etwas hineinzuinterpretieren? Habt Ihr eigentlich nichts anderes zu tun als den ganzen Tag Sexismus, Diskriminierung, Rassismus zu wittern? Dieses Gesabbel ist wirklich die Pest für alle intelligenten Frauen, die emanzipiert sind ohne die Feminismuskeule dauernd im Mulberry Täschchen mitschleppen zu müssen. Herrjeh", schreibt eine Userin. "Ich als Frau und Matheniete fühle mich null angegriffen. Ich glaube, diese Über-Emanzen und Emma-Leserinnen hier übertreiben so dermaßen, dass es mir schon peinlich ist, diverse Beiträge überhaupt zu lesen. Ich finde das Tshirt lustig", eine andere.

Eines hat der Shitstorm inzwischen aber bewirkt. In Österreich hat Otto das T-Shirt aus dem Sortiment genommen. In Deutschland war das nicht mehr nötig. Es ist ausverkauft.

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