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1. Mai 2009, 14:17 Uhr

"Vaterlose Jungs sind ein Milliardengeschäft"

Elterntraining für überforderte Alleinerziehende: Der Psychologe Matthias Franz hilft Müttern bei der Kindererziehung. Im stern.de-Interview spricht der Professor von der Uni Düsseldorf über die Sorgen und Nöte nach einer Trennung und die Probleme von vaterlosen Jungen.

Mütter, Kinder, Erziehung

Alleinerziehende Mütter können jetzt ein Elterntraining bekommen© Carmen Jaspersen/DPA

Herr Franz, viele Leute sagen: "Lieber glücklich getrennt als unzufrieden zusammen". Was ist das Problem, wenn Partner sich trennen?

Wenn alle Versuche, zusammenzubleiben, gescheitert sind, und die Kinder mehr unter dem Zusammensein leiden, kann eine Trennung wirklich dem Wohl des Kindes dienen. Es gibt Konstellationen, da ist dies das kleinere Übel. Aber ich wehre mich dagegen zu sagen, dass es heute selbstverständlich zu sein scheint, wenn Eltern nicht mehr zusammenbleiben. Jedes Kind möchte, bewusst oder unbewusst, dass seine Eltern zusammenbleiben.

Die Zahl alleinerziehender Frauen wächst. Mit ihnen wachsen offensichtlich auch die Probleme für die Kinder. Was sind die größten?

Diese Kinder haben nicht automatisch Probleme; wenn man sich aber die Statistiken anschaut, dann fallen doch einige Risiken auf. Alleinerziehende Mütter stehen oft unter großem Druck. Für viele ist der Alltag eine strukturelle Überforderung. Und je jünger die Kinder und je schwieriger die Trennung, desto mehr. Wer mit seinen Sorgen alleingelassen wird und sich einsam fühlt, kann seinen Kindern kein entspanntes Sein vorspielen. Auf die Dauer sind Einzelkämpfer erschöpft - und haben weder Zeit für sich, noch für ihre Kinder. Und Kinder brauchen Zeit und Zuwendung, ihre Signale gehen in einem druckvollen Alltag oft unter.

Glauben Sie, dass sich Alleinerziehende viel vormachen, wenn sie versuchen, Beruf und Kinder unter einen Hut zu bekommen?

Es ist jedenfalls ein größeres Problem, als man bereit ist zuzugeben. Wir haben in meinen Untersuchungen festgestellt, dass fast jede zweite Alleinerziehende Hilfe wünscht, aber keine Unterstützung findet. Wer sich von seinem Partner trennt, ist oft niedergeschlagen und kann zum Beispiel über Schuldgefühle nicht sprechen. Außerdem drücken Existenzängste, viele kleine Probleme werden zu großen und wachsen einem irgendwann über den Kopf. Alleinerziehende Mütter sind daher häufig in ihrer emotionalen Zuwendungsfähigkeit eingeschränkt und selber unterstützungsbedürftig. So können sich Mütter gerade dann ihrem Kind nicht so gut zuwenden, wenn es das Kind am nötigsten braucht. Das Kind spürt sehr genau, wenn Spannungen im Spiel sind und kann sich dann nicht mehr so leicht orientieren.

Was passiert dann?

Wenn die Erwachsenen, salopp gesagt, selbst auf den Arm wollen, haben die Kinder ein Problem. Sie fühlen mit, sie leiden mit. Doch wenn sich Eltern nicht abgrenzen und vielleicht sogar Schutz und Verständnis bei ihren Kindern suchen, drehen sich die Rollen manchmal sogar um. Das Kind passt sich an das kindliche Versorgungsbedürfnis seiner Eltern an und beginnt, sie zu bemuttern. Diese sogenannte Parentifizierung stürzt die Kleinen in ein Dilemma - denn eigentlich sind sie es, die ihrem Alter entsprechend auf Unterstützung angewiesen sind. Aber man kommt aus dieser vertrackten Situation heraus, wenn man bereit ist, sich ehrlich zu stellen. Das tun wir mit den Müttern auf unseren Kursen.

Ihr "PALME"-Projekt existiert seit drei Jahren. Was hat sie dazu bewegt? Und können Sie bereits von Ergebnissen berichten?

Als Psychoanalytiker erlebe ich viele Erwachsene, deren Probleme eine Ursache in ihrer Kindheit haben. Wir versuchen dann, mit sehr viel Aufwand und sicher auch häufig mit gutem Erfolg zu bearbeiten, was in der Kindheit nicht gut gelaufen war. Aber wenn man früher ansetzt, geht das billiger und schneller. Unser Training ist präventiv und effektiv. Die Mütter geben an, ihr Kind besser zu verstehen und sich intensiver in deren Gefühle und Bedürfnisse einfühlen zu können. 39 Prozent der Mütter, um mal eine Zahl zu nennen, litten zu Beginn unter stressbedingten psychosomatischen Körperbeschwerden, vor allem Rückenschmerzen. Nach unserem Kurs waren es nur noch vier Prozent. Der Anteil stark verunsicherter, ängstlicher Mütter sank von 42 auf 15 Prozent. Die Depressionen gingen zurück, den Kindern ging es besser, was auch den Erzieherinnen in Kindertagesstätten auffiel. Wir sprechen auch über den Umgang mit dem Vater und über seine Rolle.

Es wird derzeit wieder viel über die Probleme von Jungen diskutiert. Es gibt immer weniger Lehrer und Erzieher, an denen sich Jungs orientieren können. Haben es Kinder von alleinerziehenden Müttern da auch schwerer?

Jungen orientieren sich, bei aller Liebe, ab einem gewissen Zeitpunkt eher an männlichen Idealen, bestenfalls an ihren Vätern. Sie brauchen auch deren Vorbild und auch Auseinandersetzung, um sich später abgrenzen und ihren eigenen Weg gehen zu können. Kinder, deren Väter eine aktive Rolle in der Familie spielen, erreichen ein höheres Bildungsniveau, rauchen seltener, und werden weniger häufig kriminell. Wenn Väter sich nach einer Trennung zurück ziehen oder Mütter ihr Verhältnis zu den Vätern nicht geklärt haben, ihren Kindern womöglich einen Umgang erschweren oder verbieten, dann vergreifen sie sich an ihrer Entwicklung. Wir haben es heute mit einer vaterhungrigen Generation zu tun, deren Bedürfnisse immer weniger gestillt werden.

Wie meinen Sie das?

Die vaterlosen Jungs sind längst zu einem Milliardengeschäft geworden. Ob Terminator, ob Sternenkrieger mit ihren Laserschwertern, Obi-Wan Kenobi und wie sie alle heißen: die Macher in der Spiele- und Illusionsindustrie beuten die Nöte vieler vaterloser Jungen schamlos aus. Die kleinen, aber im Grunde verunsicherten und ängstlichen Schulhof-Machos haben dann nur noch mordende und gewalttätige Medienmonster zum Vorbild und lernen gar nicht mehr von echten Männern, wie sie besser mit Konflikten und ihrer Aggressivität umgehen können. Und wenn sie sich im Kindergarten oder auf dem Schulhof mal balgen, brausen - zugespitzt- gleich Erzieherinnen heran und wollen ihnen diese körperliche Erprobung wegerziehen. Sie spüren die heimliche Angst der Jungen, nicht zu Mädchen erzogen zu werden.

Wenn Ihr "PALME"-Projekt so erfolgreich ist, warum ist es bisher so wenig bekannt?

Das wüsste ich auch gern. Ich hatte meine Idee zuerst dem Düsseldorfer Jugendamt angeboten, doch dort lehnte man das Projekt zu unserem Erstaunen ab. Nach dem Motto: den Alleinerziehenden geht es eh schon so schlecht, und jetzt kommt auch noch eine stigmatisierende Forschung dazu. Nun denn, die Nachbargemeinden Neuss und Hilden haben das Projekt aufgegriffen. Auch Dormagen, dessen Bürgermeister Hilgers Stadtverwaltung Eltern und Kinder mit ihrem "Dormagener Modell" hervorragend unterstützt, bietet unser Training mit großem Erfolg an. Bundesfamilienministerin von der Leyen möchte PALME in den Mehrgenerationshäusern einführen, sieht darin auch Potential. Ich kann nur sagen, dass wir in 30 Stunden unglaublich viel erreichen: ein Platz kostet nur 160 Euro. Wenn man das mal in die Relation zu den Kosten eines, sagen wir, Heimplatzes, setzt, müsste eigentlich jede Kommune daran interessiert sein, der PALME ein Dach zu geben.

Mehr Infos: www.palme-elterntraining.de

Zur Person Der Arzt und Psychoanalytiker Matthias Franz ist Professor an der Universität Düsseldorf. In seiner "Düsseldorfer Alleinerziehenden-Studie" beschäftigte er sich mit der Lebenswirklichkeit vor allem alleinerziehender Mütter. Er entwickelte mit seinem Team das Elterntraining "PALME", das alleinerziehenden Müttern hilft, den Alltag leichter zu meistern.

Interview: Ulrich Hauser
 
 
KOMMENTARE (10 von 10)
 
SandalTolk (05.05.2009, 21:25 Uhr)
"Einzelkämpfer sind erschöpft"
Seit Erfindung des römischen Rechts haben wir im Familienrecht noch nie so viele "Professionen" gehabt, die sich am Leid geschiedener Familien labten, wie heute. 300.000 Scheidungen und 300.000 Scheidungsfolgeverfahren/Jahr beschäftigen rein rechnerisch ca. 900.000 Anwälte/Jahr mit einem mittleren Gewinn/Fall von ca. 3000/EUR. Das sind 2,7 Milliarden EUR. Vermutlich ist dies weit unterschätzt. Dann darf man nicht vergessen, dass von den 22,7 Milliarden die jährlich der Jugendhilfe zugute kommen, ein Großteil für Scheidungskinder verwendet wird. Die Kurse des Herren Franz gehören auch dazu.
Da die Anwaltschaft trotzdem noch nicht genug verdient, hat sie sich ein neues Gesetz einfallen lassen: Das FamFG, das September 2009 in Kraft tritt. Der Clou? Die Anwaltspflicht in Familienverfahren wird dabei erweitert, über Mediation wird erst dann nachgedacht, nachdem die Anwälte die Parteien vor das Gericht gezerrt und sich damit Prozessgebühren gesichert haben.
Damit wird die Zahl der Prozesse im Familienverfahren weiter steigen.
In Landshut drehte ein Mann nach 43 Verfahren in einem Erbstreit durch.
Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass sich die "Professionen" wünschen, dass solche Viel-Verfahren auch im Familienrecht zur Regel und Amokläufe zur üblichen Lösung von Rechtsstreitigkeiten im Familienrecht werden sollen.
Damit ist die Schuldzuweisung des Herrn Prof. Franz an die Spieleindustrie mehr als zynisch: Was sollen wir daraus verstehen? Brauchen die "Professionen" auch die Milliarden-Gewinne der Spieleindustrie? Glaubt man tatsächlich, dass man statt den paar Euros, die man für ein Spiel ausgibt, ein Gutachten der "Gesellschaft für wissenschaftliche gerichtspsychologische Gutachten" (GwG) des Herrn Salzgeber bezahlen kann, in Höhe von schlappe 4-15 Tausend EUR?
Man bedenke: Wer mit dem Finger auf andere zeigt sollte nicht vergessen dass dabei immer drei Finger seiner Hand auf ihn selber gerichtet sind!.
Herr Geert Mackenroth hatte bereits in "Der Spiegel" 22/06, "Dann kippt das System", vom "Anwaltsproletariat" gesprochen, das "mit aller Macht Fälle vors Gericht bringt". Wenn wir nicht schleunigst die Schuldigen benennen und Maßnahmen dagegen ergreifen, wird das System kippen. Denn ein System, aufbauend auf Egoismus kann sich nicht lange halten. Eine Gesellschaft, die zulässt, dass sich einige wenige an der Keimzelle der Gesellschaft, der Familie, bereichern, wird untergehen.
SandalTolk (05.05.2009, 21:22 Uhr)
"Einzelkämpfer sind erschöpft"
Seit Erfindung des römischen Rechts haben wir im Familienrecht noch nie so viele "Professionen" gehabt, die sich am Leid geschiedener Familien labten, wie heute. 300.000 Scheidungen und 300.000 Scheidungsfolgeverfahren/Jahr beschäftigen rein rechnerisch ca. 900.000 Anwälte/Jahr mit einem mittleren Gewinn/Fall von ca. 3000/EUR. Das sind 2,7 Milliarden EUR. Vermutlich ist dies weit unterschätzt. Dann darf man nicht vergessen, dass von den 22,7 Milliarden die jährlich der Jugendhilfe zugute kommen, ein Großteil für Scheidungskinder verwendet wird. Die Kurse des Herren Franz gehören auch dazu.
Da die Anwaltschaft trotzdem noch nicht genug verdient, hat sie sich ein neues Gesetz einfallen lassen: Das FamFG, das September 2009 in Kraft tritt. Der Clou? Die Anwaltspflicht in Familienverfahren wird dabei erweitert, über Mediation wird erst dann nachgedacht, nachdem die Anwälte die Parteien vor das Gericht gezerrt und sich damit Prozessgebühren gesichert haben.
Damit wird die Zahl der Prozesse im Familienverfahren weiter steigen.
In Landshut drehte ein Mann nach 43 Verfahren in einem Erbstreit durch.
Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass sich die "Professionen" wünschen, dass solche Viel-Verfahren auch im Familienrecht zur Regel und Amokläufe zur üblichen Lösung von Rechtsstreitigkeiten im Familienrecht werden sollen.
Damit ist die Schuldzuweisung des Herrn Prof. Franz an die Spieleindustrie mehr als zynisch: Was sollen wir daraus verstehen? Brauchen die "Professionen" auch die Milliarden-Gewinne der Spieleindustrie? Glaubt man tatsächlich, dass man statt den paar Euros, die man für ein Spiel ausgibt, ein Gutachten der "Gesellschaft für wissenschaftliche gerichtspsychologische Gutachten" (GwG) des Herrn Salzgeber bezahlen kann, in Höhe von schlappe 4-15 Tausend EUR?
Man bedenke: Wer mit dem Finger auf andere zeigt sollte nicht vergessen dass dabei immer drei Finger seiner Hand auf ihn selber gerichtet sind!.
Herr Geert Mackenroth hatte bereits in "Der Spiegel" 22/06, "Dann kippt das System", vom "Anwaltsproletariat" gesprochen, das "mit aller Macht Fälle vors Gericht bringt". Wenn wir nicht schleunigst die Schuldigen benennen und Maßnahmen dagegen ergreifen, wird das System kippen. Denn ein System, aufbauend auf Egoismus kann sich nicht lange halten. Eine Gesellschaft, die zulässt, dass sich einige wenige an der Keimzelle der Gesellschaft, der Familie, bereichern, wird untergehen.
SandalTolk (05.05.2009, 21:21 Uhr)
"Einzelkämpfer sind erschöpft"
Seit Erfindung des römischen Rechts haben wir im Familienrecht noch nie so viele "Professionen" gehabt, die sich am Leid geschiedener Familien labten, wie heute. 300.000 Scheidungen und 300.000 Scheidungsfolgeverfahren/Jahr beschäftigen rein rechnerisch ca. 900.000 Anwälte/Jahr mit einem mittleren Gewinn/Fall von ca. 3000/EUR. Das sind 2,7 Milliarden EUR. Vermutlich ist dies weit unterschätzt. Dann darf man nicht vergessen, dass von den 22,7 Milliarden die jährlich der Jugendhilfe zugute kommen, ein Großteil für Scheidungskinder verwendet wird. Die Kurse des Herren Franz gehören auch dazu.

Da die Anwaltschaft trotzdem noch nicht genug verdient, hat sie sich ein neues Gesetz einfallen lassen: Das FamFG, das September 2009 in Kraft tritt. Der Clou? Die Anwaltspflicht in Familienverfahren wird dabei erweitert, über Mediation wird erst dann nachgedacht, nachdem die Anwälte die Parteien vor das Gericht gezerrt und sich damit Prozessgebühren gesichert haben.

Damit wird die Zahl der Prozesse im Familienverfahren weiter steigen.

In Landshut drehte ein Mann nach 43 Verfahren in einem Erbstreit durch.

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass sich die "Professionen" wünschen, dass solche Viel-Verfahren auch im Familienrecht zur Regel und Amokläufe zur üblichen Lösung von Rechtsstreitigkeiten im Familienrecht werden sollen.

Damit ist die Schuldzuweisung des Herrn Prof. Franz an die Spieleindustrie mehr als zynisch: Was sollen wir daraus verstehen? Brauchen die "Professionen" auch die Milliarden-Gewinne der Spieleindustrie? Glaubt man tatsächlich, dass man statt den paar Euros, die man für ein Spiel ausgibt, ein Gutachten der "Gesellschaft für wissenschaftliche gerichtspsychologische Gutachten" (GwG) des Herrn Salzgeber bezahlen kann, in Höhe von schlappe 4-15 Tausend EUR?

Man bedenke: Wer mit dem Finger auf andere zeigt sollte nicht vergessen dass dabei immer drei Finger seiner Hand auf ihn selber gerichtet sind!.

Herr Geert Mackenroth hatte bereits in "Der Spiegel" 22/06, "Dann kippt das System", vom "Anwaltsproletariat" gesprochen, das "mit aller Macht Fälle vors Gericht bringt". Wenn wir nicht schleunigst die Schuldigen benennen und Maßnahmen dagegen ergreifen, wird das System kippen. Denn ein System, aufbauend auf Egoismus kann sich nicht lange halten. Eine Gesellschaft, die zulässt, dass sich einige wenige an der Keimzelle der Gesellschaft, der Familie, bereichern, wird untergehen
Joe67 (02.05.2009, 10:13 Uhr)
arme alleinerziehende Väter gibt es nicht
Die Kritik der an dem Artikel, der von alleinerziehenden Eltern spricht, dann aber nur Mütter meint - obwohl 20% der Alleinerziehenden Väter sind - ist berechtigt. Auch wird hier nicht die Ursache (Vaterentfremdung) bekämpft sondern den Müttern und Kindern Unterstützung angeboten, die schlimmsten Folgen abzumildern - die entfremdeten Väter gehen leer aus.
Arme alleinerziehende Väter gibt es nicht - kann es nicht geben, da sie ihre Kinder verlieren würden.
Bei einem Vater, der mit seinem Kind nicht klar kommt, machen Jugendamt und Familiengerichte schnellen Prozess und das Kind kommt zur Mutter oder zu Pflegeeltern. Bei Müttern wird zugewartet und allenfalls ein Hilfsangebot nach dem nächsten probiert. Das Kind bei einer überforderten Mutter zum Vater geben ist häufig keine Überlegung wert. Es geht halt doch nicht um das Kindeswohl sondern um das Wohl der Mütter.
Die wenigsten alleinerziehenden Väter erhalten Unterhalt. Nicht nur sind Gerichte bei Frauen weit weniger streng, was ihre Unterhaltspflichten angeht. Vätern werden schnell fiktive Einnahmen angerechnet aus denen sie aber irgendwie echten Unterhalt zahlen sollen. Müttern passiert dies in der Praxis nicht. Auch gibt es dank der Väterdiskriminierenden "Hausmannsrechtsprechung" für Mütter bei Geburt weiterer Kinder die Möglichkeit sich aus ihren finanziellen Verpflichtungen komplett zurückzuziehen.
Wenn aber ein alleinerziehender Vater dennoch mit Unterhaltsansprüchen droht, kann die Mutter immer noch praktisch ungestraft die Kinder entführen. Die Jugendämter und Familiengerichte bleiben effektiv untätig und sprechen dann nach eine einer gewissen Zeit als Belohnung diesen Müttern noch das Aufenthaltsbestimmungsrecht zu. Analog würden wir aus Bankräubern Bankdirektoren machen!
Daher wird kein alleinerziehender Vater über seine Situation klagen. Vielmehr sind wir froh, dass wir das Privileg haben trotz Trennung mit unseren Kindern leben zu dürfen.
alleinerziehender Vater eines 14 jährigen
Für eine grundlegende Reform des Familienrechts! Kinder haben einen Recht auf Vater und Mutter! Nicht nur Frauen und Männer sondern auch Väter und Mütter sind gleichberechtigt! www.juranos.org
PS: Natürlich gibt es auch Väter, die sich trotz ehrlichen Bemühens der Mütter um Kontakt von ihren Kindern zurückziehen und natürlich sind Hilfsangebote für Kinder gut - auch wenn die Ursachen wo anders liegen.
gj58 (02.05.2009, 02:00 Uhr)
Generationen zu spät
Die Erkenntnis kommt, aber sie kommt für mindestens eine, wenn nicht zwei Generationen zu bereits spät. Die Gesellschaft muss es verantworten, grobfahrlässig eine ganze Generation verloren zu haben.
-
Die Zeichen an der Wand sind überdeutlich: Menschenverachtung.
Kinder "entsorgen" auf den Müll, auch wenn die nächste Babyklappe nahe ist. Kinderprostitution, die gesellschaftlich hysterisch übersehen wird und sich lieber an wahren oder vermeintlichen Kinderschändern hochzieht.
-
Mütter, die darüber hasserfüllt räsonieren, dabei aber gar nicht mitkriegen, wie ihr Mädchen-Nachwuchs kaum, dass er geschlechtsreif geworden ist, gerade in den Multi-Kulti-Vierteln regelrecht von der Strasse "weggef..." wird - und das noch vor Erreichen der Strafmündigkeit von nicht viel Älteren als sie selbst sind.
-
Wie es Euch gefällt! Bitte sehr, bitte gleich - dieses Gericht habt Ihr Euch selbst zubereitet.
der_Vater (01.05.2009, 21:01 Uhr)
Reparatur statt Vorsorge?
Sicherlich ist das Hilfsangebot des Prof. Franz lobenswert. Es erinnert jedoch stark an einen mäßigen Reparaturversuch, lange nachdem der Karren an die Wand gefahren wurde. Väterlichkeit ist nicht zu ersetzen, da helfen auch keine noch so ausgefeilten Programme. Dringend gefragt wäre die Politik, doch hier sperrt man sich so ziemlich gegen alles, was Vätern helfen würde, angefangen vom Sorgerecht für Väter ohne Trauschein, über Strafen für umgangsverweigernde Mütter. Nicht einmal einen gesetzlichen Anspruch auf einen einzigen Tag Urlaub hat Mann, wenn er Vater wird.
Solange dies alles so bleibt, steckt man halt weiter viel Geld in Reparaturprogramme, und erreicht dauerhaft doch keine grundlegenden Änderungen.
cocowesten (01.05.2009, 20:21 Uhr)
Lieber Papa Ralf,
Ihre Situation ist unbestritten fürchterlich. Sein eigenes Kind nicht sehen zu dürfen, dass stelle ich mir als wahre Hölle auf Erden vor. Trotzdem sollten Sie sich vorsehen Ihre Erfahrungen auf die Gesamtsituation zu übertragen, denn damit nehmen Sie sich den Wind selbst aus den Segeln. Es gibt eben doch immernoch sehr sehr viele Väter, die Ihrer Verantwortung nicht gerecht werden. Völlig ohne Zutun der Ex.
Nochmal, damit Sie mich nicht falsch verstehen: Es ist absolut erbärmlich Ihnen Ihr Kind zu entziehen! Das tut mir total Leid für Sie. Ich wüsste nicht wie ich damit fertig werden würde. Wahrscheinlich gar nicht..
LG
Coco
Papa-Ralf (01.05.2009, 19:56 Uhr)
Schluss mit dem Schmusekurs!
Die meisten armen alleinerziehenden Frauen in Deutschland sind "arm" an emotionaler Intelligenz und Verantwortung den Kindern gegenüber und "alleinerziehend", weil sie die Papis nicht miterziehen lassen.
Diese gesellschaftliche Katastrophe ist direkt und indirekt staatlich gefördert, in dem die Familiengerichte umgangsboykottierende Mütter nicht in die Schranken weisen und die Jugendämter generell väterfeindlich eingestellt sind.
Barabara Becker sagte einmal sinngemäß: "Ich habe erkannt, dass es meinen Kindern gut geht, wenn es dem Vater auch gut geht".
Den Vätern von etwa 2,5 Mio deutschen Kindern geht es nicht gut, weil sie ihre Kinder nicht mehr sehen sollen, aber als Zahlesel gnadenlos ausgebeutet werden können - bis unter das Existenzminimum.
Ralf - Vater eines Tochter, 4 Jahre ohne Kontakt
elwu (01.05.2009, 18:45 Uhr)
Die
alleinerziehenden Väter und ihre Lebensrealitäten werden mal wieder, wie stets bei solchen Texten, völlig unterschlagen.
Übrigens erhalten die allerwenigsten von denen Unterhalt für die Kinder, geschweige denn für sich selbst. Bei den alleinerziehenden Müttern sieht das ganz anders aus. Und es macht die Sache durchaus einfacher, wenn zumindest ein Teil des Lebensunterhaltes durch Unterhalt gesichert wird.
Matthias79 (01.05.2009, 17:40 Uhr)
Alleinerziehende Mütter???
Schon mal davon gehört, dass es auch eine Vielzahl alleinerziehender Väter geben soll??? Aber natürlich sind nur die Mütter arm dran. Die Väter schaffen das mit links alleine.
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