. .
Panorama-Nachrichten
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
12. September 2008, 20:52 Uhr

Papst warnt vor Gottlosigkeit

Papst Benedikt XVI. hat Europa an seine christlichen Fundamente erinnert. Die europäische Kultur wurzle im Glauben und dürfe diese Verbindung nicht kappen, sagte er. Das Kirchenoberhaupt hat das Verhältnis von Religion und Staat zum Thema seiner ersten Reise ins traditionell katholische Frankreich gemacht.

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hat Papst Benedikt XVI. im Elysée Palast in Paris empfangen© EPA/DPA

Papst Benedikt XVI. hat zu Beginn seines Frankreich-Besuchs eine "Gottlosigkeit in der modernen Welt" beklagt und vor Fanatismus in einem Leben ohne Bindungen gewarnt. "Für viele ist Gott heute der große Unbekannte geworden", sagte das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche am Freitag, dem ersten Tag seiner viertägigen Reise, vor etwa 700 Kulturschaffenden und Intellektuellen im Pariser Collège des Bernardins.

Zunächst war Benedikt im Elysée-Palast von Präsident Nicolas Sarkozy empfangen worden. Dabei wies das Kirchenoberhaupt auf die vergrößerte Kluft zwischen Arm und Reich hin sowie auf den Beitrag, den die Kirche zur Armutsbekämpfung leiste. Es sei jedoch Sache des Staates, die Ungerechtigkeit durch entsprechende Gesetze einzuschränken, betonte der Papst.

Während seiner Fahrt durch die Straßen von Paris wurde der 81-jährige deutsche Papst von der Bevölkerung der Hauptstadt gefeiert. Benedikt ist vor allem wegen der 150-Jahr-Feiern der Marienerscheinungen an diesem Wochenende im Wallfahrtsort Lourdes nach Frankreich gekommen.

"Eine rein positivistische Kultur, die die Frage nach Gott nur im persönlichen Bereich zulässt, wäre die Kapitulation des Verstandes", meinte der Papst vor den Kulturschaffenden. "Die Grundlage der europäischen Kultur, nämlich die Suche nach Gott und die Bereitschaft, ihn zu hören, bleibt heute weiterhin die Basis jeder wahren Kultur", betonte er. Die christlichen Wurzeln der europäischen Kultur seien nicht zuletzt durch das Mönchtum, dessen Ethos der Arbeit und des Wortes geprägt, betonte der Kirchenführer.

Zugleich warnte er vor der Fanatismus-Falle: "Wenn die europäische Kultur heute Freiheit als Verzicht auf jegliche Bindungen verstehen würde, wäre das schlimm, weil es Fanatismus und Willkür fördern würde."

Sarkozy sagte, dass trotz der in Frankreich scharfen Trennung von Kirche und Staat das Gespräch mit den Religionen gesucht werden müsse. "Der Dialog mit und unter den Religionen ist die größte Herausforderung des beginnenden Jahrhunderts", sagte Sarkozy. "Ich respektiere die Religionen. Ich kenne die Fehler, die in ihrem Namen in der Vergangenheit begangen wurden, aber auch ihren Beitrag, den sie für die Menschheit geleistet haben."

Benedikt traf in Paris auch mit Vertretern der jüdischen und der muslimischen Gemeinde zusammen. Drei Viertel der Franzosen sind Katholiken, fünf Millionen Muslime und etwa 650.000 Juden.

Abendgebet in Notre Dame

Zum Abschluss des ersten Tages in Frankreich feierte Benedikt XVI. am Abend in der Pariser Kathedrale Notre Dame das Abendgebet. "Die Kathedrale erhebt sich im Herzen der Stadt als ein lebendiges Zeichen der Präsenz Gottes inmitten der Menschen", sagte Benedikt XVI. in der festlich beleuchteten gotischen Kirche. Die Jugendlichen, die sich vor der Kathedrale zu einer Gebetsnacht versammelt hatten, forderte er auf, Zeugnis für ihren Glauben abzulegen. "Habt keine Angst, habt den Mut, das Evangelium zu leben und die Kühnheit, es zu verkünden", betonte der Papst. "Die Kirche vertraut euch", fügte er hinzu.

Sarkozy und seine Frau Carla hatten das Kirchenoberhaupt am Morgen bei Nieselregen auf dem Flughafen Paris Orly begrüßt. Mit dem persönlichen Empfang des Papstes hatten sie ihm eine besondere protokollarische Ehre erwiesen. Der Papst hält sich auf seiner zehnten Auslandsreise auf Einladung Sarkozys zunächst in Paris auf und will am Samstag vor dem Invalidendom mit Hunderttausenden eine Messe feiern. Am Abend wird er in Lourdes erwartet.

DPA/Reuters
 
 
KOMMENTARE (10 von 19)
 
OnceKnown (13.09.2008, 23:04 Uhr)
@Eisenbaer
Amen.
paulmaz (13.09.2008, 22:37 Uhr)
Man sollte mal
in einer klaren Nacht in die Höhe
schauen. Man sieht ca.5000 Sonnen.
Unsere Milchstrasse hat ca. 100
Milliarden Sonnen. Es gibt ca. 100
Milliarden Milchstrassen. Das alles
ist von Gott geschaffen, wenn es ihn denn gibt. Der muss unvorstellbar
mächtig sein. Der liefert seinen Sohn
an die Menschen aus damit diese ihn
quälen und umbringen. Damit nicht ge-
nug. Da kommt ein alter, popeliger
Sesselpupser aus Bayern und behauptet
er sei der Stellvertreter dieses un-
vorstellbar mächtigen Gottes. Wer das
nicht glaubt, ist selber schuld.
heiner5362 (13.09.2008, 21:10 Uhr)
der macker ist 81
was soll man da verlangen.
die reden oder phrasen sind vorgefertigt,
er ist genauso wie vollidiot bush nur aushängeschild.
die fäden ziehen andere.
wer solch verlogenem pack hinterhertrabt ist selbst schuld.
flyingfree (13.09.2008, 19:52 Uhr)
@Eisenbaer
amen
flyingfree (13.09.2008, 19:50 Uhr)
@OnceKnown
ist mir völlig schnurz wie man Babst schreibt.
Eisenbaer (13.09.2008, 14:43 Uhr)
Es ist schon recht merkwürdig...
Eine gute Bekannte von mir arbeitet als Seelsorgerin in einem Krankenhaus, eine andere als Sozialarbeiterin in einem anderem und doch gleichen sich ihre Schilderungen in einem Punkt: Gläubige Christen gehen entspannt in den Tod. Aber solche, die sich als Atheisten bezeichnen brechen in der Regel zusammen, reagieren mit Entsetzen und Unglauben auf die Nachricht der eigenen Sterblichkeit und viele von Ihnen versuchen noch auf dem Sterbebett in den Schoss der Kirche zurückzukehren.

Und sage mir keiner, die beiden Frauen würden übertreiben. Ich habe lange Jahre mit der Betreuung eines nahen Verwandten verbracht, der unheilbar erkrankt, viele Jahre mit dem langsamen Sterben verbrachte. Gerade Totkranke zeigen oftmals ein vitales Interesse an Gott und der Kirche; sie sehnen sich nach der Hoffnung. Und ich habe schon die größten Zyniker plötzlich "zu Kreuze kriechen" sehen, und sie waren deutlich demütiger, als die allermeisten Christen...

Merkwürdigerweise waren diejenigen, die vorher am lautesten mit ihrem "Unglauben" protzten, die weinerlichsten Typen, bestehend aus schierer Angst vor dem doch unvermeidlichen Ende und zerfressen von der Ungewissheit, ob es denn nicht vielleicht doch einen Gott "geben könnte".

Und deshalb bin auch fest überzeugt, dass die meisten, die hier mit ihrem "überzeugten Unglauben" kokettieren, alles andere als wirklich überzeugt sind. Und wirklich "gottlos" sind denn auch die wenigsten, denn viele von ihnen beten unwissend den "guten alten Mammon" an.

"Niemand kann zwei Herren dienen: entweder er wird den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird dem einen anhangen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon." (Matthäus 6, Vers 24).

the_road_warrior (13.09.2008, 10:05 Uhr)
Glaubensbekenntnis
Ich weiss, dass es heutzutage hip ist, über das Christentum herzuziehen. Die steigende Anzahl von "Buddhisten" und "Scientologen" zeigt uns ja wirklich, was im augenblick angesagt ist. Aber gerade die Leute, welche immer über Wissenschaft reden, haben leider keine Ahnung von der Materie. Tatsache ist leider, dass unsere naturwissenschaftlichen "Erkenntnisse" schon längst an Grenzen sind, die wir leider nicht erklären können. Fragen sie mal einen Physiker, der sich wirklich mit seiner Materie auskennt, er wird zugeben, dass das Wissen der Menschheit doch tief beschränkt ist.
Die nur mal so am Rande als Einleitung.
Ich bin zwar auch christlich getauft worden und habe so meine Zweifel an dieser Religion, aber ich finde, dass dies mir noch lange nicht das Recht gibt auf gläubige Menschen zu spucken oder sie alle für dumm zu erklären. ICh bete auch nicht und gehe nie in die Kirche, aber ich zahle Kirchensteuer. Warum eigentlich?
Das Christentum ist das credo unseres westlichen Gesellschaftssystems, es ist in Europa unsere gemeinsame kulturelle Wurzel der letzten 2000 Jahre. Ein moderner Christ zu sein bedeutet, dass wir das Gesellschaftssystem in dem wir leben akzeptieren und gutheissen, nicht mehr und nicht weniger. Und genau in diesem Punkt ist uns der Islam (leider)überlegen, da die Degenreation unserer Werte nicht nur angefangen hat, sondern von uns noch systematisch vorangetrieben wird.
Mir ist es ja auch egal, ob jemand Atheist ist oder nicht, aber ich finde es ermüdend, wenn diese Leute es ständig überall herumerzählen müssen. Es ist wie bei einen 6jährigen, der zum ersten Mal "Gott ist doof" sagt und merkt, dass nichts passiert.
Für mich sind Atheisten einfach nur Geizkragen, die sich um die Kirchensteuer drücken wollen. Dass wir mit dieser Steuer und dem ganzen Pomp und dem Papst und allen diesen Dingen eigentlich unsere Kultur und unseren Lebensstil verteidigen, ist vielen Leuten nicht klar.
UweBerlin (13.09.2008, 08:52 Uhr)
Wieso Gottlosigkeit?
Da steht er doch mittendrin.
Bush und Sarkozy gehört wesentlich heftiger auf die Finger geklopft. Und bei Merkel kann er, nicht ganz so heftig, gleich weitermachen.
risingsun (13.09.2008, 08:18 Uhr)
Ich höre hier viel Enttäuschung...
... auf der Seite der "Nichtgläubigen" und fasst nichts von Seiten der "Gläubigen". Ich bin Agnostiker... und ich denke, letztendlich sind das fast alle. Gläubige und Atheisten. Wir wissen es nicht! Manche hoffen und "glauben", dass es nach dem Tod noch etwas gibt, und dass sie hier auf Erden nicht allein sind. Andere haben sich auf Grund von der fortgesetzten Bosheit, Falschheit und Gnadenlosigkeit der Menschen von einem höheren Wesen abgewandt, da sie letztendlich diesem die Schuld dafür geben, egal ob diese Bosheit, Falschheit und Gnadenlosigkeit von religionslosen oder religiösen oder gar von Menschen im Dienste der Religion ausgeht.
Ich denke jeder sollte sich an seine eigene Nase fassen und diese Welt in seinen Möglichkeiten ein wenig schöner und besser machen. Weniger böse, weniger falsch, weniger gnadenlos. Jeder sollte versuchen ein gerechtes Leben zu führen, liebevoll, verständnisvoll und aufrecht. Böse, unsoziale und korrupte Menschen sollten nicht belohnt und verheerlicht werden. Jeder hat ein inneres Barometer für Gut und Böse, richtig und falsch, gerecht und ungerecht. Doch oft genug hören wir nicht, weil wir vielleicht faul, egoistisch, enttäuscht oder entmutigt sind. Doch wir sind viele (vielleicht zu viel) jeder braucht nur in seinen Möglichkeiten Gutes tun, Hoffnung und Liebe an sein Umfeld zu geben und die Welt wird ein wenig heller und schöner werden. Ein freundliches Wort zu dem der an der Kasse hinter mir steht; ein Lächeln an den Busfahrer; Verständnis für den Fahrer des Fahrzeugs neben mir. Das Kind der Alleinerziehenden über mir hüten. Der alten Dame in meiner Straße Hilfe anbieten. Dem Verzweifelten die Schulter zu ausweinen anbieten. Dem Ausgrenzten die Hand reichen. So kommt das "Paradies" ein wenig näher zu uns und auch wir werden glücklicher und zufriedener im Leben.
Preussin (13.09.2008, 07:08 Uhr)
Gottgläubigkeit
Ich warne vor Gutgläubigkeit !
Wieviel Gottgläubige haben die Menschheit schon von einer Katastrophe in die Nächste geführt , haben Glaubenstrennung und Rassenhaß geschürt.
Der Mensch schuf sich Gott nach seinem Bilde und Seine Vertreter führen ein selbstgefälliges Leben auf Kosten der Gläubigen.
Vom Aufzählen ihrer jüngsten Untaten will ich mal Absehen. Dem Papst möchte ich zurufen : bilde Dir nichts ein , Du bist auch nur ein Mensch und kannst weiter nichts sein.
MEHR ZUM ARTIKEL
Privataudienz Papst empfängt Ex-Geisel Betancourt

Papst Benedikt XVI. hat der früheren Geisel Ingrid Betancourt den Wunsch nach einem persönlichen Treffen erfüllt. Die im Juli nach mehr als sechs Jahren aus der Gewalt der linksgerichteten Farc-Rebellen befreite Franco-Kolumbianerin sprach 20 Minuten mit dem Papst. mehr...

Australien Papst betet mit Missbrauchsopfern

Zum Ende des Weltjugendtages ist Papst Benedikt XVI. mit vier Menschen zusammengetroffen, die als Jugendliche von Priestern sexuell missbraucht worden sind. Ein Opferverband kritisierte das Treffen als zynisch und als PR-Maßnahme für den Vatikan. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe