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29. Juli 2009, 13:51 Uhr

Immer weniger Frauen werden Mutter

Nachwuchssorgen in Deutschland: Jede fünfte Frau zwischen 40 und 44 Jahren hat keine Kinder. Bei älteren Jahrgängen liegt die Quote nur bei zwölf Prozent. Überdurchschnittlich häufig kinderlos sind Akademikerinnen im Westen.

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Ein Bild, das seltener wird: In Deutschland bleiben Frauen immer häufig kinderlos© Colourbox

Die Kinderlosigkeit in Deutschland nimmt stetig zu. Betroffen sind vor allem jüngere Frauen im Westen, wie eine Sondererhebung des Statistischen Bundesamts ergab, die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde. Für die Zukunft sei gar "eine Tendenz zu einer etwas höheren Kinderlosigkeit" abzusehen, hieß es. Den Statistikern zufolge hat jede fünfte Frau (21 Prozent) im Alter zwischen 40 und 44 Jahren keine Kinder. Bei älteren Jahrgängen geht die Quote auf zwölf Prozent zurück. Von den Frauen zwischen 35 und 39 Jahren hatten im Jahr 2008 über ein Viertel (26 Prozent) keine Kinder. Allerdings ist davon auszugehen, dass in dieser Altersgruppe Frauen auch noch Mütter werden.

"Diese neuen Daten bieten eine substanzielle Grundlage für Familienpolitik, Forschung und demografische Vorausberechnungen", sagte Roderich Egeler, Präsident des Statistischen Bundesamtes. Wegen der gravierenden Veränderungen in der Altersstruktur sei es wichtig, ein klares Bild über die Entwicklung demografischer Faktoren zu gewinnen. Viele Änderungen würden erst nach Jahrzehnten spürbare Auswirkungen auf die sozialen Sicherungssysteme zeigen.

Die hohe Kinderlosigkeit sei aktuell vorrangig für die niedrige Geburtenrate verantwortlich, erklärte Egeler. Darüber hinaus gehe aber auch die Zahl der Kinder pro Frau seit Jahrzehnten kontinuierlich zurück. Kamen vor dem Zweiten Weltkrieg noch rechnerisch 2,2 Kinder auf eine Mutter, sank der Wert in der Nachkriegszeit zunächst auf 1,8 und dann 1,6 im Westen. In der ehemaligen DDR liegt er bei 1,8. Beide Werte beziehen sich auf Frauen des Jahrgangs 1958.

Im Osten Deutschlands gibt es deutlich weniger kinderlose Frauen als im Westen. Während von den 40- bis 75-Jährigen in den alten Ländern 16 Prozent keine Kinder haben, sind es den Angaben zufolge im Osten nur acht Prozent. Für Westdeutschland gilt: je höher der Bildungsstand, desto häufiger ist eine Frau kinderlos. 28 Prozent der westdeutschen Akademikerinnen zwischen 40 und 75 Jahren waren im vergangenen Jahr ohne Nachwuchs geblieben. Bei den ostdeutschen Frauen mit Universitätsabschluss betrug der Anteil lediglich elf Prozent.

AP/DPA/Reuters
 
 
KOMMENTARE (10 von 33)
 
taxpit (30.07.2009, 14:33 Uhr)
ich glaube....
der hier viel gepredigte Verzicht ist es m. M. nicht, was Paare davon abhält Kinder zu bekommen. Für mich wäre der Zeitpunkt der richtige, wenn ich aus eigener Kraft meine Familie versorgen kann. Mit allem , was dazu gehört. Die Vorstellung als erstes zum Amt 'rennen' zu müssen, weil eine größere Wohnung her muß....nein danke.
herberger (30.07.2009, 10:07 Uhr)
Verzicht
Wenn Frauen und Männer nicht in der Lage sind, eine dauerhafte Beziehung zueinander zu unterhalten, ist es auch besser so, dass sie keine Kinder bekommen. Deswegen ist die Entscheidung dieser Personen aus meiner Sicht richtig. Kinder zu haben bedeutet Verzicht, auf Geld, Freizeit und persönliche Entfaltung. Wenn man nicht dazu bereit ist, tut man sich, seinem Partner und seinen Kindern damit keinen Gefallen.
Nur wenn dann nach dem dritten Thailandurlaub und den Möhren aus dem Bioladen irgend etwas fehlt, würden diese Personen gerne verzichten. Nur dann ist es zu spät.
kat35 (30.07.2009, 09:22 Uhr)
Ich habe 3 Kinder
und ich kann vielen Vorrednern nur Recht geben.
Ja, ich liebe meine Kinder und möchte sie nicht hergeben. ABER:
ich beneide meine Single-Kollegen sehr. Sie haben viele Sorgen weniger und viel mehr Zeit für sich. Es ist fast unmöglich Job und Kind(er) unter einen Hut zu kriegen! Ganz besonders schlimm ist, wenn das Kind krank ist. Die Kita ruft mich auf Arbeit an, daß ich sie wegen Husten oder gar Fieber abholen muss. Der AG fordert Flexibilität und Einsatzbereitschaft. Wenn das oft vor kommt, bin ich den Job los und was dann? Ohnehin sind die Öffnungszeiten der Kita viel zu kurz und ich muss meinen Koll. 16.30 Uhr sagen, daß ich Schluß machen muss, weil die Kita schließt.
...dann wenn man endlich FA hat, wartet zu Haus die 2. Schicht...
Manchmal weiß ich nicht, ob das noch ein Leben ist...keine Zeit mehr für sich selbst, nur arbeiten...Job, Kinder und Haushalt und trotzdem kein Geld für Urlaubsreise...und ganz schlimm ist es, wenn die Kinder noch krank sind... Selbst darf man gar nicht krank werden...den Luxus hat keine Mutter mit Kindern und Job...und ohne Job gehts gleich gar nicht weiter. Dann hast Du verloren und bist Verlierer der Gesellschaft.
Deshalb kann ich jede Frau gut verstehen, wenn Sie sagt: In dieser ´knallharten Profit-Gesellschaft keine Kinder. In der DDR war das ganz anders...daher hatten die Frauen da auch Kinder.
sportartmakler (30.07.2009, 08:52 Uhr)
schiffchen / shalize
jedem seine lebensplanung. und nach deinem statement ist es wahrscheinlich auch das beste fürs kind.
Anemone (30.07.2009, 08:49 Uhr)
Schock
Bei vielen Kommentaren habe ich den Eindruck: Ist es schon die Hölle auf Erden? SO ist der Mensch nicht gedacht und gewollt. Schrecklich!
Leute, Liebe ist nicht nur Gefühl! Liebe ist viel viel mehr!
brainuser (30.07.2009, 08:36 Uhr)
Was soll das?
Entweder man will Kinder, oder man will sie nicht.
.
Was gibt es darüber zu diskutieren? Das ist eine ganz persönliche Entscheidung. Die Fälle, in denen es ungewollt Kinder oder keine Kinder gibt, klammere ich jetzt bewusst aus.
.
Wieso muss diese freie Entscheidung immer moralisiert werden? Wieso maßen sich so viele Leute an, hier über richtig und falsch zu bewerten?
.
Echt armselig!
Maria1000 (30.07.2009, 07:00 Uhr)
@shalize: Genauso IST es bei den meisten Berufsmüttern!
Zitat: "...die meisten Kinder werden nicht wegen der Rentenkassen gezeugt, sondern weil die Mutter irgendwie seelisch abhängig davon ist, gebraucht, geliebt zu werden und sich nur mit Kind nützlich fühlt. Vllt sind die ohne Kinderwunsch einfach seelisch stärker und ausgeglichener und keine Emotions*hascher* ?..."
Shalize (29.07.2009, 23:07 Uhr)
@schiffchen
den Kommentar hätte ich genauso auch schreiben können - und noch einiges hinzuzufügen gehabt. Aber eigtl läßt sich das Ganze auch mit einem Satz zusammenfassen: Unabhängig von Dingen wie "Doppelbelastung" oder "finanzielle Unsicherheit" etc zählt doch nur eins: Frauen wie wir haben einfach keinen Kinderwunsch. Wir vermissen Kinder nicht, wir wollen sie nicht und wir brauchen sie nicht in unserm Leben. Kinder kriegen ist für mich so abwegig wie für andere eine Lachsplantage aufzumachen. Warum muß man das immer rechtfertigen und lange Listen aufstellen *warum* man im einzelnen keine Kinder braucht (brauchen ist ein gutes Stichwort, die meisten Kinder werden nicht wegen der Rentenkassen gezeugt, sondern weil die Mutter irgendwie seelisch abhängig davon ist, gebraucht, geliebt zu werden und sich nur mit Kind nützlich fühlt. Vllt sind die ohne Kinderwunsch einfach seelisch stärker und ausgeglichener und keine Emotions*hascher* ?). Wenn mich jemand fragt warum ich keine Kinder will, sag ich einfach "nä, ums Verrecken nicht". Anstatt mich lang und breit darüber auszulassen, was ich natürlich auch könnte. Aber das verleitet das Gegenüber dann nur, jeden einzelnen Punkt ausdiskutieren zu wollen. Dagegen - einfach kein Kinderwunsch, was will man da diskutieren?
eric111 (29.07.2009, 20:04 Uhr)
Tendenz: Solo
Die Tendenz geht ja sowieso in Mitteleuropa Richtung Individualismus und Egoismus. Keiner läßt sich auf was ein und statt Familie geht man beim Staat betteln und ist stolz auf seine Wirtschaftsgüter. Kinder werden in Deutschland weitgehend wie eine Plage behandelt und mit Verkehrslärm gleichgesetzt. Wundern braucht man sich bei der Kultur und Gesellschaft über nichts mehr.
dolledern (29.07.2009, 19:38 Uhr)
vieleicht
sind ja auch die kerle schuld?! den wenn weniger kinder geboren werden, werden ja auch logischer weise weniger männer zu vätern....und ich kenn die geschichte das der lebenspartner oft noch lieber warten möchte, und dann irgendwann ist es zu spät, weil wir frauen nicht endlos fruchtbar sind....und leider sagt die studie ja nur das weniger kinder geboren werden, leider wurden weder die damen noch die herren gefragt weshalb. und ja ich habe kinder und ja ich habe auf die karriere verzichtet, aber nein ich will meinen lebensplan niemanden auf zwingen. und ich verstehe viele frauen die keine kinder wollen und natürlich auch die kerle...
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