Eine Million auf Kopf von Ex-Polizisten ausgesetzt

11. Februar 2013, 14:09 Uhr

Vor fünf Jahren gehörte Christopher Jordan Dorner zur Polizei von Los Angeles - jetzt wird er wegen mehrfachen Mordes gesucht. Die Polizei verfolgt eine heiße Spur, hofft aber dennoch auf Hinweise.

6 Bewertungen

Die Stadt Los Angeles hat eine Belohnung von einer Million Dollar (knapp 750.000 Euro) für Informationen über den Aufenthaltsort eines ehemaligen Polizisten ausgesetzt. Der Mann soll auf einem Rachefeldzug gegen frühere Kollegen bereits drei Morde verübt haben. "Wir können nicht tolerieren, dass dieser Mörder in Freiheit ist", sagte Bürgermeister Antonio Villaraigosa am Sonntag in der US-Metropole. "Wir werden diesen Terror, der uns den Frieden raubt, nicht tolerieren", fügte er hinzu. Behörden, Unternehmen, Gewerkschaften und Bürgergruppen hatten für die Summe zusammengelegt, wie Villaraigosa erläuterte.

Soweit ihm bekannt, sei dies die höchste Belohnung, die je auf örtlicher Ebene auf jemanden ausgesetzt worden sei, sagte der Polizeichef von Los Angeles, Charlie Beck. Er begründete die hohe Summe damit, dass es sich um "Inlandsterrorismus" handele. "Hier geht es darum, ein künftiges Verbrechen zu verhindern, wahrscheinlich einen Mord", sagte Beck.

Mehr als hundert Polizisten jagen seit einer Woche ihren früheren Kollegen Christopher Jordan Dorner, der als extrem gefährlich eingeschätzt wird. Nachdem sein Auto am vergangenen Donnerstag in einem Skigebiet zwei Stunden östlich von Los Angeles gefunden worden war, konzentrierte sich die Suche vor allem auf den nahegelegenen Ort Big Bear. Zudem fahndeten Beamte in den benachbarten Bundesstaaten Arizona und Nevada nach dem Marinesoldaten der Reserve.

Rachefeldzug, Los Angeles, Ex-Polizist, Mord, Christopher Jordan Dorner

Dutzende sogenannter Fanseiten sind um den Begriff Christopher Jordan Dorner entstanden. Nur einige wenige erinnern an die Opfer des mutmaßlichen Mörders.©

Die dunkle Seite Sozialer Netzwerke

Dorner hatte auf seiner Facebook-Seite ein wirres Manifest veröffentlicht, in dem er Rache für seine Entlassung aus dem Polizeidienst vor fünf Jahren schwor. Er musste den Dienst quittieren, weil er eine Vorgesetzte fälschlich beschuldigt haben soll, bei einer Festnahme einen Verdächtigen getreten zu haben. Am Sonntag kündigte die Polizei an, Dorners Entlassung noch einmal zu untersuchen.

Auf seinem mutmaßlichen Rachefeldzug soll der 33-Jährige nahe Los Angeles die Tochter eines pensionierten Polizisten und deren Lebenspartner ermordet haben. Den Vater der Frau machte Dorner für seine Entlassung mitverantwortlich. Außerdem soll der 33-Jährige einen Polizisten getötet und zwei weitere verletzt haben. Mehr als 50 Menschen - einige von ihnen hatte der mutmaßliche Mörder namentlich genannt - wurden inzwischen unter Polizeischutz gestellt. In seiner Botschaft drohte Dorner zudem Lesben und Asiaten. "Dorner ist bewaffnet und extrem gefährlich", hatte LAPD-Chef Beck gewarnt. Er habe Zugriff auf mehrere Waffen, darunter auch Sturmgewehre.

Dorners persönliche Facebookseite ist mittlerweile nicht mehr auffindbar. Stattdessen sind Dutzende sogenannte Fanseiten entstanden, die Dorner als Person des öffentlichen Lebens darstellen und seine Taten teilweise glorifizieren.

ono/AFP
 
 
MEHR ZUM THEMA
stern Investigativ
Anonymer Briefkasten: Haben Sie Informationen für uns? Anonymer Briefkasten Haben Sie Informationen für uns? Hier können Sie uns anonym Mitteilungen und Dateien zukommen lassen. Wir behandeln sie vertraulich.
Noch Fragen?

Neue Fragen aus der Wissenscommunity

  von Hefe: Kaugummi

 

  von Gast 92241: Romantikkomödie vor 15 Jahren

 

  von Gast 92239: Wie heißt der Film

 

  von Gast 92237: Ist es eigentlich Illegal einen Falschparker zuzuparken?

 

  von Gast 92234: kann mann zwei Pc+s an einen Monitor anschliessen?

 

  von Amos: Auf Deutsche Bundespost folgte auf den Marken "Deutsche Post". Steht nur noch Deutschland...

 

  von Gast 92227: Fassadendämmung: Poroton oder Weichholzplatten, was ist wirtschaftlicher?

 

  von Gast 92225: Kann ich bei Cortisoneinahme in die sonne.

 

  von Gast 92223: Was passiert wenn ein Schiff von einem Blitz getroffen wird ?

 

  von Schuening: parkplätze vorm Geschäft seit 16 Jahren

 

  von Gast 92220: Batteriewasser nachfüllen - Vorher oder Nachher???

 

  von bh_roth: PKW-Maut vs Kfz-Steuer

 

  von Gast 92211: müssen arbeitgeber überstunden versteuern

 

  von Gast 92207: wie reagiert die russische Landbevölkerung auf das momentane politische Geschehnen mit der Ukraine

 

  von Gast 92200: Windows XP support eingestellt und updates gibt es noch!!!

 

  von Amos: Weitere 1,1 MILLIARDEN für den Hauptstadtflughafen: sind Mehdorn und Wowereit noch zu retten?

 

  von Gast 92195: Haben die Bayern neben dem besten Fussballverein gar auch die besten deutschen Autos?

 

  von Gast 92193: Mein Vater wird bald 68 Jahre alt, welche Pflegestufe kann man für ihn beantragen und wo müssen...

 

  von Gast 92188: zeckenmittel

 

  von commandercool667: Was sind die besten Kopfhörer fürs Büro?

 

 
 
stern - jetzt im Handel
stern (17/2014)
Der Schicksalsflug