Kardinäle versammeln sich in Rom

4. März 2013, 10:54 Uhr

In Rom haben die Vorbereitungen für die Papst-Wahl begonnen. Über 200 Kardinäle kommen für das Konklave zusammen. Der Nachfolger des zurückgetretenen Benedikt XVI. könnte Ostern feststehen.

Kardinäle aus aller Welt sind im Vatikan zusammengekommen, um sich hinter verschlossenen Türen auszutauschen und über den Beginn des Konklaves zu entscheiden. Die mehr als 200 Purpurträger waren am Freitag nach dem Rücktritt von Papst Benedikt XVI. aufgefordert worden, sich in dem neuen Synodensaal des Vatikans zu Sitzungen am Morgen und dann nochmals am Nachmittag zu versammeln.

Mit einer Entscheidung über den Beginn der Papst-Wahl wurde am Montag jedoch noch nicht gerechnet. An der Wahl des Papstes werden nach dem letzten Stand 115 Kardinäle teilnehmen, die jünger als 80 Jahre sind. Der Vatikan hofft, vor Ostern den Katholiken ein neues Kirchenoberhaupt präsentieren zu können. Nach Benedikts Rücktritt läuft seit Donnerstagabend die Übergangszeit der Sedisvakanz.

Kein klarer Favorit

Bei diesem Vor-Konklave sind die Kardinäle noch nicht gänzlich von der Außenwelt abgeschottet. Die Angereisten logieren derzeit noch dort, wo sie immer bei einem Besuch im Vatikan wohnen. Die Botschaften der Länder beim Heiligen Stuhl haben Residenzen in Rom.

Einen klaren Favoriten für die Nachfolge auf dem Stuhl Petri gibt es nicht. Unter den italienischen Kandidaten wird immer wieder der Mailänder Erzbischof Angelo Scola genannt. Es mehren sich jedoch die Stimmen auch aus dem Kreis der Kardinäle, die auf einen neuen Papst aus Asien, Afrika oder Lateinamerika hinweisen.

Der wegen "unangemessenen" Verhaltens zurückgetretene Erzbischof von Edinburgh, Kardinal Keith O'Brien, hat am Sonntag Fehler in seinem Umgang mit Priestern eingeräumt und um Vergebung gebeten. Drei Priester hatten ihm vorgeworfen, ihnen in den 1980er-Jahren "unangemessen" nahegekommen zu sein. O'Brien wird nicht am Konklave teilnehmen. Er hätte als einziger Geistlicher aus Großbritannien dabei sein sollen.

"Sich kennenlernen braucht Zeit"

Der deutsche Kardinal Walter Kasper hat sich dagegen ausgesprochen, das anstehende Konklave zur Wahl des neuen Papstes vorzuziehen. "Sich kennenlernen braucht Zeit, die Papstwahl sollte man nicht übers Knie brechen", sagte Kasper der "Stuttgarter Zeitung". Das Konklave bestehe nicht aus Hinterzimmergesprächen, wie es oft dargestellt werde. "Da finden auch keine Absprachen statt, die sind sowieso verboten, aber man kommt untereinander ins Gespräch, man lernt sich gegenseitig - auch nonverbal - kennen und einschätzen."

Benedikt XVI. hatte am 28. Februar seinen Rücktritt vollzogen. Kurz zuvor erließ er ein Dekret, das ein Vorziehen des Konklaves erlaubt. Nach den zuvor geltenden Regeln hätte es zwischen dem 15. und 20. März beginnen müssen.

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