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16. April 2010, 10:23 Uhr

Bischof Mixa kann "Watsch'n nicht ausschließen"

Walter Mixa rudert zurück: Bisher hat der Augsburger Bischof stets betont, in seiner Zeit als Stadtpfarrer keine Kinder geschlagen und "ein reines Herz" zu haben. Jetzt erklärt er, die eine oder andere Ohrfeige sei damals "vollkommen normal" gewesen.

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Will nur im "normalen" Rahmen geschlagen haben: Augsburgs Bischof Walter Mixa© Karl-Josef Hildenbrand/DPA

Der wegen Prügelvorwürfen in der Kritik stehende Augsburger Bischof Walter Mixa schließt nicht mehr aus, dass er in seiner Zeit als Schrobenhausener Stadtpfarrer Kinder geschlagen hat. Mixa sagte der "Bild am Sonntag" laut Vorabbericht: "Wenn jetzt das Thema auf die Frage nach Ohrfeigen zugespitzt wird, will ich ganz ehrlich sagen, dass ich als langjähriger Lehrer und Stadtpfarrer im Umgang mit sehr vielen Jugendlichen die eine oder andere Watsch'n von vor zwanzig oder dreißig Jahren natürlich nicht ausschließen kann."

Das sei damals "vollkommen normal" gewesen - "und alle Lehrer und Schüler dieser Generation wissen das auch", so Mixa weiter. Heute bedauere er dies: "Falls es zu Ohrfeigen gekommen sein sollte, bedauere ich das heute aufrichtig. Meine Einladung zum Gespräch an die Frauen und Männer, die Vorwürfe gegen mich erhoben haben, bleibt bestehen."

"Ich habe ein reines Herz"

Die gegen ihn erhobenen Vorwürfe wegen schwerer körperlicher Züchtigungen wies Mixa aber zurück: "Solche hat es durch mich nie gegeben." In diesem Zusammenhang habe er vielmehr "von Anfang an klar gesagt, dass ich zu keinem Zeitpunkt körperliche Gewalt gegen Kinder und Jugendliche angewandt habe. Dazu stehe ich auch."

Noch vor zwei Wochen hatte Mixa zu den Vorwürfen ehemaliger Heimkinder, sie in den 70er und 80er Jahren verprügelt zu haben, erklärt: "Ich habe ein reines Herz."

Das Kinder- und Jugendhilfezentrum in Schrobenhausen war unterdessen schon am Donnerstag auf Distanz zu Mixa gegangen. In einem Brief von Stadtpfarrer Josef Beyrer und Heimleiter Herbert Reim an mutmaßliche Opfer heißt es: "Wir möchten Ihnen an dieser Stelle versichern, dass wir Ihre Vorwürfe ernst nehmen. Leider haben wir keinen Einfluss darauf, wie Herr Bischof Dr. Mixa mit ihren Vorwürfen umgeht."

Mehrere ehemalige Bewohner des katholischen Kinderheimes in Schrobenhausen hatten schwere Anschuldigungen gegen Mixa erhoben und ihm unter anderem vorgeworfen, Heimkinder auch mit dem Stock geschlagen zu haben. Die ehemaligen Heimkinder zeigten sich zugleich bereit, ihre Anschuldigungen gegen Mixa, der damals Stadtpfarrer von Schrobenhausen war, unter Eid vor Gericht zu bezeugen.

DPA/APN/AFP
 
 
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