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1. März 2009, 16:25 Uhr

Studenten sind unpolitisch und resigniert

Gleichgültig, unpolitisch und resigniert - die Studenten an deutschen Hochschulen sind laut einer Studie der Uni Konstanz noch nie so "labil und teilnahmslos" gewesen wie heute. Gleichzeitig befürwortet mehr als die Hälfe die "harte Bestrafung von Kriminellen".

Studenten, Studium, Hochschulen

Immer weniger Studenten bezeichnen sich als "links" oder "rechts"© Franka Bruns/AP

Nur noch 37 Prozent der Studenten interessieren sich laut Studie für Politik, 1983 seien es noch 54 Prozent gewesen. Für die Studie wurde laut einem Bericht des "Focus" die politische Einstellung von 8350 Studenten an 25 Hochschulen untersucht. Sie wurde im Auftrag des Bundesbildungsministeriums durchgeführt.

Studienleiter Tino Bargel sagte dem "Focus": "Studenten haben den Eindruck, als könnten sie weder ihre berufliche Karriere noch politische Entscheidungen wirklich beeinflussen." Was bislang nur für Jugendliche ohne berufliche Qualifikation gegolten habe, treffe nun "auf mehr und mehr Studierende zu". Deswegen zögen sich immer mehr Studenten ins Private zurück.

Der Untersuchung zufolge bezeichnen sich immer weniger Studenten als "links" und "rechts". Gleichzeitig wächst die Zahl der Studenten, die sich der "politischen Mitte" oder gar keinem Lager zuordnen wollen. Immer weniger Studenten engagieren sich in Parteien und Bürgerinitiativen, hieß es.

Verändert hätten sich auch die politischen Ziele der Studenten. Je 52 Prozent der Befragten befürworteten die "Förderung von Technologien" und die "harte Bestrafung von Kriminellen". Im Jahr 1985 hatten sich lediglich 35 beziehungsweise 29 Prozent für diese Ziele ausgesprochen. Ein Viertel plädierte für die "Begrenzung der Zuwanderung von Ausländern", 17 Prozent forderten die "Abwehr kultureller Überfremdung".

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 26)
 
Nostradamus (02.03.2009, 18:39 Uhr)
Traurig aber wahr
Es wird ein Volk von Opportunisten erzogen und die Selektion beginnt bereits in der Schule.
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Man sollte aber auch berücksichtigen wie sich die Studentenschaft heute im Vergleich zu den 80'igern zusammen setzt. Lt. Prof. Lauterbach stammt der größte Teil aus Beamten- und Akdademikerfamilien und plant ganz zielgerichtet, ökonomisch.
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Die Ziele die die haben sind andere als wir in den 80'igern hatten. Damals waren wir wohl eher alle vom Humanismus geprägt.
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Die heutige Generation ist orientierungslos und vom Materialismus geprägt und sie mußte niemals wirklich kämpfen.
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Mama und Papa richten einfach alles.
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Wir formulierten "No future" und tanzten zu Punk und Pogo mit der Energie von "Macht kaputt was euch kaputt macht" aber der Intention etwas besseres zu schaffen.
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Die derzeitige Jugend passt gut zu den Politikern. Resigniert und ohne Ideen ernüchtert durch die "Tatsache", dass es egal ist was man macht das was dem Einen zum Vorteil gereicht dem Anderen zum Nachteil wird.
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Beispiele erspare ich mir.
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Dummheit ist es bestimmt nicht. Und ich kann auch nicht feststellen, dass die Kinder und Jugendlichen heute schlechter gebildet sind als wir waren. Im Gegenteil. In den 70'iger und 80'iger Jahren hat man viel häufiger mal ein Auge zugedrückt als heute.
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Lasst euch nicht schlecht machen. Wenn ich die heranwachsenden Kinder, Jugendliche und Studenten sehe, dann sehe ich deutlich mehr Ehrgeiz als er bei uns damals vorlag.
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Was mich aber traurig stimmt ist das Fehlen von Idealen für die es sich zu kämpfen lohnt.
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In den 80'igern hätte es in Berlin reichlich Demos gegeben und heute?
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Politische Lethargie und Love Parade.
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Mehr habt ihr nicht zu bieten?
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Naja, es mag auch die Angst mitschwingen. Heute reicht ein falscher Beitrag, ein Photo im Internet aus und das Leben ist ruiniert und der Schnüffelstaat tut sein Übriges.
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Ob ein Frank Walter Steinmeier heute noch die Chance bekäme erst Beamter und Außenminister zu werden wage ich zu bezweifeln. Und da das auch die Studenten ahnen halten sie lieber die Füße still.
Politix (02.03.2009, 08:07 Uhr)
@soondecember
na, das wäre doch schon einmal etwas wofür ich mich einsetzen würde: Mehr Freiraum! Eine Hochschule, die mir vorschreibt, wie oft ich fehlen darf, ist ja lächerlich!
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Dass hätte bei meiner Fnanzierungsart meines Studiums garnicht funktioniert; da hätte ich mir wohl gleich eine andere Hochschule ausgesucht!
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In Koblenz bekommt man wohl seinen Abschluß durch Absitzen der Zeit und nicht durch intelektuelle Leistung.
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Grandiose Lehr-Qualität in D!
soondecember (02.03.2009, 03:49 Uhr)
üble Studienbedingungen
Als ich mit einem Studenten sprach (Uni Koblenz) sagte er mir, man darf im Semester nur 3 mal fehlen, auch wenn man krank wäre nur 3 mal...
Also ich habe als Angestellter mehr Freiraum als ein Student, das ist extrem. Wer Gesundheitsprobleme hat für den ist das Studium heute schon gelaufen.
Weiter, früher konnte man bei schlecher Lehre wenigstens zuhause lernen, heute muss man gnadenlos diese Stunden absitzen.
Die Abbrecherquote ist nochmals angestiegen, viele Professoren machen es sich leicht, es wäre ja nur die Politik Schuld ("Bologna"), an ihren eigenen Freiraum in der Lehrgestaltung und ihre eigene Verantwortung für überladene Studienpläne wollen sie nicht erinnert werden.
Ausländerfeindlichkeit wird teilweise offen ausgelebt (Englischprofessor zu einer Grundschullehramtsanwärterin, sie war Asiatin, "Asiaten können sowieso nicht so gut Englisch sprechen", das ist natürlich ohne Zeugen gesagt worden, sonst würde ich den Namen des Professors hier nennen).
keinheiliger (02.03.2009, 03:47 Uhr)
Na endlich
ist es geschafft, wo kaemen wir denn hin, wenn man die deutsche Nachwuchselite auch noch mit eigener Meinung und kritischem Bewusstsein ausstatten wuerde, denn wir brauchen solche intellektuell, stromlinienfoermig ausgebildeten Sprachrohre der “politischen Klasse“, da stoert kritischer Ballast nur und damit sind wir dann auch wieder zurueck in der Zukunft. Prima!
@manesse ........auf die Dinge, die zurecht an die politische Klasse delegiert sind..???
Sagen sie mal, lassen sie denken oder machen sie das selbst??
Ich habe viele ihrer Kommentare “geniessen“ duerfen, die ziemlich eindeutig darauf hinweisen, das sie Demokratie noch gar nicht verstanden haben, wahrscheinlich auch nie werden.
MfG
SethusCalvisius (02.03.2009, 03:06 Uhr)
Jammerlappen
Meine Güte, ich frage mich was unsere Vorfahren, die in wirklich schlechten Zeiten in diesem Land gelebt haben, denken würden, wenn sie diese Jammerei hier lesen würden. Ist das wirklich das gleiche Land, in dem ich lebe? Ich gehöre ja weiß Gott auch zu denen, die hier ganz gerne herummeckern, aber in welchem Land auf der Welt sind die Zustände denn so viel besser als bei uns?
Zum Thema:
Dass das Interesse der Studenten an Politik nachlässt, ist kein Wunder. Schließlich betrifft dieses Phänomen ja die ganze Gesellschaft. Politik ist langweilig geworden, die Gestaltungsmöglichkeiten sind geringer geworden. Zum anderen haben alle politischen Systeme ihre Schwächen so klar gezeigt, dass man kaum noch von einer Ideologie alleine das Heil erwarten kann. Trotzdem kann ich es nicht, wie einige meiner Vorredner, als Erfolg sehen, wenn Studenten keine Utopien entwickeln. Wenn es in unserem Land wirklich so finster aussieht, wäre das doch dringend nötig. :-)
JackSparrow (02.03.2009, 00:12 Uhr)
Aquarius2
Absolut richtig! Genau daran liegt's!
Ich bin diesen Sommer fertig mit der Schule und kann das wirklich nur bestätigen. Da wird konditioniert nach dem Motto: Nach oben bücken, nach unten treten. Da wird man für politische Einstellung verpöhnt, bekommmt gesagt, man solle doch besser den Mund halten, sonst wird das nichts mit der Karriere, sonst gibts nur den Mittelklasse-Firmenwagen und so weiter und so fort. Auf Kritik steht im deutschen Schulsystem schlicht und ergreifend Strafe!!! Geht einfach selbst mal wieder hin und schaut es euch an!
Aquarius2 (01.03.2009, 22:35 Uhr)
Ist doch kiein Wunder,
dass die Studenten illusionslos und unorientiert sind.
Sie haben doch unsere Schulen absolviert.
Die einzige Gewissheit, die sie dort mitbekommen haben ist, dass von ihnen Anpassung um jeden Preis gefordert ist.
Da muss man nach allen Seiten offen sein und darf sich nicht frühzeitig festlegen.
Absolut out ist Sozialkritik.
Da würde man sofort in eine Schublade gesteckt und für die Perspektive gebrandmarkt.
Da aber jeder sieht, dass das System nicht mehr funktioniert, Sozialkritik jedoch out ist, bleibt nur Gleichgültigkeit und Illusionslosigkeit.
Politix (01.03.2009, 21:26 Uhr)
@johnniedeamonic
ja klar verziehen sich 70% der Komolitonen Ihres Studiengangs nach dem Studium ins Ausland:
1. Werden Sie feststellen, dass lediglich 20% derer, die heute soooo cool darüber auf der dufte und knorke Studi-Fete darüber schwätzen, das wirklich durchziehen!
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2. Haben viele im Ausland die besseren Chancen, weil ihre Allgemeinbildung und das Wissen, was sie aus ihrem Studium mitnehmen so grottenschlecht ist, dass es jedem Personaler in Deutschland die Fußnägel hochrollt, wenn diese Menschen vor ihnen sitzen. Leider haben die Hochschulen es in den letzten Jahren versäumt, die Lehrinhalte anzupassen. Man war zu arrogant und hat sich auf Seiten der Hochschulen darauf verlassen, dass ja der Bachelor ein viel geringwertiger Abschluß sei, als z. B. der Dipl. Betriebswirt (FH). Leider hat man über die Zeit vergesssen die Inhalte des Dipl. Betriebswirtes (FH) anzupassen, und ist so ganz schön ins Hintertreffen geraten!
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3. Haben einige ganz clevere festgestellt, dass man mit super-wenig Aufwand (quasi einem Jahr mehr an Studienzeit) an einer ausländischen Partnerhochschule den MBA "für lau" machen kann! Ist doch cleverer, als im Berufsleben, dann 20.000 Lappen abdrücken zu dürfen, wenn man das jetzt quasi umsonst kriegt. Man schlägt quasi mit einem Doppel-Abschluß beim ersten Bewerbungsgespräch nach dem Studium auf. Bringt Punkte beim Personalchef!
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4. Gibt es Studiengänge, bei denen NACH Abschluß ein weiteres Praktikum im Ausland getätigt werden muss, um überhaupt an die Abschluß-Urkunde zu kommen, und die ist ja bekanntlich unabdingbar bei Bewerbungen!
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Also erzählen Sie mir hier keinen von wegen Ihre Komolitonen würden wegen der schlechten Grundvorrausetzungen in D das Land verlassen!
Sternchen2020 (01.03.2009, 21:13 Uhr)
Vielleicht sind sie sprachlos
angesichts dessen, was man ihnen so präsentiert. Und wenn sie angeblich für harte Bestrafungen von kriminellen sind - dann gibt es ja jetzt einiges zu tun.
UR63 (01.03.2009, 20:00 Uhr)
Tja kein Wunder!
Die sind mit staatlicher Hilfe im K(r)ampf gegen Rechts alle zu Links-Faschisten motiert!
Der Rest hält lieber die Fresse um nicht von der Uni zu fliegen!
An den Unis in Deutschland wird schon der Kommunismus zelebriert!
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