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Erfolglose Tarifverhandlungen: Bahngewerkschaft EVG droht mit Streiks vor Weihnachten

Auch die dritte Tarifrunde bleibt ohne Ergebnis. Jetzt verschärft die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG ihren Ton gegenüber der Deutschen Bahn und droht mit erneuten Streiks.

Bereits im September haben Mitglieder der Gewerkschaft EVG für eine Lohnerhöhung um sechs Prozent demonstriert

Bereits im September haben Mitglieder der Gewerkschaft EVG für eine Lohnerhöhung um sechs Prozent demonstriert

Im Tarifkonflikt bei der Bahn hat die Gewerkschaft EVG mit Streiks noch vor Weihnachten gedroht. Die dritte Tarifrunde blieb ohne Ergebnis. "Es liegt am Arbeitgeber. Wir können auch vor Weihnachten noch streiken, wenn wir nicht vorankommen", sagte der EVG-Vorsitzende Alexander Kirchner dem Magazin "Focus". Ein Streik könne auch parallel zu Lokführerstreiks der GDL stattfinden. "Dabei interessiert uns nicht, was die GDL macht."

Ein EVG-Sprecher ergänzte dem Magazin zufolge, allein die Beschäftigten in der Stromversorgung der Bahn und in den Stellwerken könnten das Bahnnetz vollständig blockieren und damit den gesamten Bahnverkehr stilllegen. Erste Warnstreiks seien ab dem 3. Dezember denkbar.

An eben jenem Tag will sich die EVG-Tarifkommission erneut mit einem Angebot der Bahn zur Lösung des verhärteten Tarifkonflikts befassen. Getrennte Verhandlungen von EVG und GDL mit der Bahn am Freitag hatten keinen Durchbruch gebracht. Die Gespräche sollen aber fortgesetzt werden.

Die EVG fordert für ihre Mitglieder sechs Prozent mehr Lohn, mindestens aber eine Steigerung der Gehälter um 150 Euro. Die GDL verlangt fünf Prozent mehr Lohn, 37 statt 39 Stunden Wochenarbeitszeit sowie bessere Schichtpläne. Kern des Konfliktes ist jedoch, dass die GDL nicht mehr wie früher allein für die Lokführer, sondern auch für ihre Mitglieder unter den Zugbegleitern und Rangierführern eigene Verträge abschließen will, worum sich bisher die EVG gekümmert hat. Die EVG will im Gegenzug zum GDL-Vorstoß auch für die Lokführer unter ihren Mitgliedern sprechen. Die Bahn lehnt verschiedene Verträge für dieselbe Beschäftigtengruppe jedoch ab.

kgi/DPA/Reuters / DPA / Reuters