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Kritik an Protestbewegung: Arbeitgeberpräsident: Pegida schadet Deutschland

Arbeitgeberchef Ingo Kramer sorgt sich aufgrund der Protestbewegungen wie der islamkritischen Pegida um das Image des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Zuwanderung sei für den Arbeitsmarkt wichtig.

Ingo Kramer, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, äußerte Kritik an der Pegida-Bewegung

Ingo Kramer, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, äußerte Kritik an der Pegida-Bewegung

Angesichts von Protestbewegungen wie der islamkritischen Pegida sorgt sich Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer um das Image des Wirtschaftsstandorts Deutschland. "Der Eindruck, dass bei uns gegen Ausländer demonstriert wird, schadet Deutschland", sagte Kramer dem Nachrichtenmagazin "Focus".

"Wir brauchen Zuwanderung für unseren Arbeitsmarkt und damit unsere Sozialsysteme auch zukünftig bei abnehmender Bevölkerung im Erwerbsalter funktionieren." In Not geratenen Flüchtlingen zu helfen, sei "unsere moralische Verantwortung", ergänzte Kramer.

Angewiesen auf qualifizierte Zuwanderer

Derzeit organisiert die Bewegung Pegida regelmäßig islamfeindliche Kundgebungen in Dresden, in anderen Städten gibt es mittlerweile Ableger. Am nächsten Montag sind neue Proteste geplant, unter anderem auch in Köln. Pegida steht für "Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes". In vielen Städten gehen tausende Menschen gegen die Pegida-Bewegungen auf die Straßen.

"Wir sind auf qualifizierte Zuwanderer angewiesen, wenn wir unseren Wohlstand halten wollen", sagte der thüringische Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee dem "Focus". Dafür sei eine "echte Willkommenskultur" nötig, "keine diffusen Ängste". Die Pegida-Proteste seien für Bundesländer wie Sachsen oder Thüringen "eine verheerende Botschaft und alles andere als hilfreich", ergänzte Tiefensee.

mka/AFP / AFP