26. November 2009, 21:47 Uhr

Martin Walser ist Jakob Augsteins Vater

Faustdicke Überraschung für die Medien- und Kulturwelt: Der leibliche Vater von Verleger Jakob Augstein ist nicht der verstorbene "Spiegel"-Gründer Rudolf Augstein. Der 42-Jährige teilte mehreren Zeitungen mit, sein leiblicher Vater sei der Schriftsteller Martin Walser.

Jakob Augstein, Martin Walser, Rudolf Augstein

Jakob Augstein ist Verleger und Geschäftsführer der Wochenzeitung "Freitag"©

Der Verleger Jakob Augstein hat den Schriftsteller Martin Walser als seinen leiblichen Vater genannt. "Spiegel"-Gründer Rudolf Augstein sei nur der gesetzliche Vater gewesen, sagte er der Medienseite von "Berliner Zeitung" und "Frankfurter Rundschau".

"Das ist lange bekannt, und ich bestätige Ihnen das gerne," erklärte Augstein. Er habe es als Erwachsener von seiner Mutter Maria Carlsson erfahren. Sie habe Rudolf Augstein (1923 bis ­2002) und den heute 82-jährigen Walser einst miteinander bekanntgemacht.

Tatsächlich ist das Geständnis von Jakob Augstein jedoch eine faustdicke Überraschung für die Medien- und Kulturszene, denn die wahren Familienverhältnisse waren bislang nur Insidern bekannt. "Die Beteiligten haben bisher den Mund gehalten. Jetzt hat er es herausposaunt", zitiert die "Bild"-Zeitung Jakobs Mutter Maria Augstein (70). "Ich finde, Jakob hat sich keinen Gefallen getan".

Jakob Augstein (42) vertritt in der Gesellschafterversammlung der "Spiegel"-Gruppe die Erbengemeinschaft und verlegt die Wochenzeitung "Der Freitag".

mad/DPA
 
 
KOMMENTARE (2 von 2)
 
Geisterhoernchen (27.11.2009, 13:02 Uhr)
Walser...na und?
Mich wundert das nicht. Deutschland richtet sich ja nach dem Blutrecht. Deshalb legt man in diesem Land ja auch so viel Wert darauf, dass die Elite sich aus der Finanz- und Machtelite rekrutiert und nicht aus der Unterschicht. Und genau deshalb ist Deutschland das krasseste Beispiel des Prekariatsverschlusses. Es wird vermieden, Prekariatsangehörigen den Zutritt in die gesicherten Sphären zu ermöglichen.
Deutschland Deutschland, einig Herkunftsland.
Stefan.T (27.11.2009, 02:08 Uhr)
Medien- und Kulturszene
Wenn die genetische Abstammung einer Person so eine wichtige Sache ist, so das es dort zu "faustdicken Überraschungen" kommen kann, dann sollte sich diese "Szene" vielleicht mal fragen wo sie angekommen ist. Die Überraschten sind vermutlich die selben die sich dann Zuhause in ihren Artikeln übers Unterschichtenfernsehen , z.B. Vaterschaftstests bei Britt mokieren.


MEHR ZUM ARTIKEL
Siemens-Affäre Walser verteidigt korrupte Manager

Bestechung? Notwendig. Steuerhinterziehung? Nachvollziehbar. Mit provokanten Thesen hat sich Schriftsteller Martin Walser zu Wort gemeldet. Auch zum Thema Armut hat der 81-Jährige Schriftsteller ganz eigene Vorstellungen.

Interview Martin Walser "Ich bin der Torero und der Stier"

Mit Goethe plädiert Martin Walser für die Liebe jenseits der 70. Aber warum muss es eigentlich immer eine viel jüngere Frau sein? Der stern sprach mit ihm über Männer, Fantasien und Gefühle.

 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (21/2013)
Geht's jetzt an mein Geld?