Verwirrend und unübersichtlich: So sind U- und S-Bahn-Pläne häufig. Einfach und modern sollen sie sein, findet ein britischer Psychologe. Er hat sich neue Designs ausgedacht - auch für Berlin.
Das kennt wohl jeder: Man will nur schnell von A nach B - doch was ist eigentlich der kürzeste Weg? Der Blick auf das Streckennetz lässt einen oft eher verwirrt als informiert zurück. Denn so eine Netzspinne, wie die U- und S-Bahn-Pläne auch heißen, ist mitunter ganz schön unübersichtlich. Das fand auch Maxwell Roberts, Psychologe an der britischen Essex Universität.
Für sein Buch "Underground Maps Unravelled" hat er daher den Plänen von verschiedenen Großstädten ein neues Design verpasst. Neben New York, Paris und Madrid ist auch Berlin dabei.
"Ich möchte Pläne entwerfen, die populärer und einfacher zu nutzen sind", sagt der Psychologe stern.de. Wenn in den gängigen Netzplänen die Kurven und Wendungen der Realität auf der Karte als ein Zickzack aus vertikalen, horizontalen und Linien im 45-Grad-Winkel abgebildet würden, sei nichts vereinfacht worden. "Was sich verändert hat, ist die Form der Komplexität."
Ernüchternde Erfahrungen mit dem Berliner Netz hat Roberts selbst hinter sich. Im Januar 2012 war er in der Haupstadt unterwegs und versuchte, aus dem Linien-Wirrwarr einen Sinn herauszulesen - was ihm einige Frustrationen einbrachte. Da er schon immer ein Interesse an Karten hatte, entschied er sich, hier Ordnung reinzubringen.
Die hier abgebildete Karte ist ein Nachbau der ersten Berliner Netzspinne aus dem Jahr 1931.