18. Januar 2013, 18:18 Uhr

Copilotin erleidet Schwindelanfall im Cockpit

Wieder ein Zwischenfall mit giftiger Luft im Cockpit. Bei einem Ryanair-Flug sind nach dem Start in Bremen merkwürdige Dämpfe aufgetreten. Die Pilotenvereinigung spricht von einer ernsten Störung.

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Eine Boeing 737 der Ryanair: Der Zwischenfall mit Dämpfen im Cockpit ereignete sich auf dem Hin- und Rückflug zwischen Bremen und dem Balitkum.©

Auf einem Flug des Billigfliegers Ryanair von Bremen nach Litauen sind Dämpfe ins Cockpit eingedrungen. Die Piloten klagten über starke Kopfschmerzen, konnten den Flug aber fortsetzen. Die Bundesstelle für Fluguntersuchung (BFU) prüft den Zwischenfall vom vergangenen Oktober zurzeit.

Demnach traten die unangenehm riechenden Dämpfe beim Start in Bremen auf. Während des Flugs hätten sich diese wieder aufgelöst, sagte ein BFU-Sprecher. Im Anflug auf Wilna und beim Rückflug nach Bremen seien aber erneut Dämpfe ins Cockpit gedrungen. Die Co-Pilotin habe beim Anflug auf Bremen einen Schwindelanfall erlitten.

Erst im September wurde ein ähnlicher Zwischenfall in einem Airbus von Germanwings bekannt. Die Piloten hatten beim Landanflug auf Köln im Cockpit einen außergewöhnlichen Geruch wahrgenommen, sich "kotzübel" gefühlt und die Sauerstoffmasken aufgesetzt.

Dämpfe durch eine Triebwerksreinigung verursacht

Nach dem BFU-Bericht klagten die beiden Ryanair-Piloten in den nächsten Tagen über gesundheitliche Probleme und konnten nicht arbeiten. Die Fluggesellschaft Ryanair bestätigte den Vorfall, bezeichnete diesen aber als geringfügig.

Die Dämpfe seien durch eine Triebwerksreinigung entstanden, teilte ein Sprecher mit. Ingenieure hätten keine Mängel an der Maschine festgestellt. Folgen für die Gesundheit der Crew habe es nicht gegeben. Die beiden Piloten hätten im Anschluss Urlaub gehabt und würden weiterhin für Ryanair arbeiten.

Die Pilotenvereinigung Cockpit bezeichnete den Vorfall dagegen als ernste Störung. Dieser zeige erneut, dass etwas im System Ryanair nicht stimme, sagte Sprecher Markus Wahl dem Sender Radio Bremen. In der vergangenen Zeit war die irische Fluggesellschaft mehrmals wegen angeblicher Sicherheitsmängel in die Schlagzeilen geraten. Für Aufregung hatte zuletzt ein schwerer Zwischenfall im vergangenen September beim Landeanflug auf den Flughafen Memmingen im Allgäu gesorgt.

tib/DPA
 
 
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