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Exxon Mobil kauft sich getürkte Studie zum Klimawandel

Nicht der Mensch, sondern die Sonne soll schuld sein an der Erderwärmung: Für dieses Studienergebnis zahlte Exxon Mobil mehr als eine Million Dollar. Und zwar an einen renommierten US-Forscher.

Die Esso-Mutter Exxon Mobil hat bei einem Harvard-Wissenschaftler eine verharmlosende Studie gekauft. Jetzt flog der Deal auf.

Die Esso-Mutter Exxon Mobil hat bei einem Harvard-Wissenschaftler eine verharmlosende Studie gekauft. Jetzt flog der Deal auf.

Der Mensch und all seine rauchenden CO2-Schleudern ist entlastet, denn die Sonnenaktivität steckt wirklich hinter der Erderwärmung - zu diesem Ergebnis zumindest ist der anerkannte Wissenschaftler Wei-Hock Soon gekommen, der am renommierten Harvard-Smithsonian Center für Astrophysik in den USA arbeitet.

Nun kam heraus: Das ist Unfug - und Soons Studie wurde von der US-Energielobby gekauft, berichtet die "New York Times". In den vergangenen zehn Jahren hat der Wissenschaftler von der Industrie 1,2 Millionen Dollar eingeheimst. Das zeigen Dokumente, die von Greenpeace geleakt wurden.

Soon habe seine wissenschaftlichen Aufsätze und öffentlichen Auftritte hinter vorgehaltener Hand als "lieferbare Ergebnisse" bezeichnet. Öffentlich hatte er hingegen immer betont, seine Arbeit werde nicht von Geld beeinflußt. Dass er durch die Annahme von Geld in einem saftigen Interessenkonflikt steckte, habe der Forscher bei mindestens elf Aufsätzen seit 2008 verschwiegen, schreibt die US-Zeitung. Inzwischen hat der Chef des Haravard-Smithsonian Center eingeräumt, dass Soon die Offenlegungsstandards in seinem Haus verletzt habe.

Energielobby kauft Studienergebnisse

Der promovierte Raumfahrtingenieur ist nur einer von vielen Wissenschaftlern, die den Energiekonzernen passende Studienergebnisse zuschustern. Die Sorge der Lobbyisten: Dass der Verbrauch von fossilen Brennstoffen zu schnell nachlässt, weil Umweltschutz und Nachhaltigkeit sich durchsetzen könnten. So zahlte neben dem Interessenverband der US-Ölindustrie und einem Stromversorger auch die Stiftung des Industriellen Charles Koch. Soon lieferte die bestellten Ergebnisse.

Inzwischen haben sich die Energiekonzerne allerdings von dieser unsauberen PR-Masche abgewandt, schreibt das "Manager-Magazin". Die letzte Zahlung von Exxon Mobil an Soon erfolgte bereits 2010.

kg
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