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3. September 2010, 09:38 Uhr

Golf von Mexiko bleibt von neuer Katastrophe verschont

Der Schreck war groß: Vier Monate nach dem "Deepwater Horizon"-Unglück gab es wieder eine Explosion auf einer Bohrinsel im Golf von Mexiko. Doch mittlerweile hat die Küstenwache Entwarnung gegeben. Die 13 Ölarbeiter hatten vor ihrem rettenden Sprung ins Meer das Förderloch geschlossen.

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Rettung ist da: Schiffe löschen den Brand auf der Bohrplattform im Golf von Mexiko© Gerald Herbert/AP

Angespanntes Aufatmen am Golf von Mexiko: Nach einer neuen Explosion auf einer Ölplattform gab es nach Angaben eines Vertreters der US-Küstenwache am Donnerstag vorerst keine Hinweise auf ausströmendes Öl. Der Vorfall sorgte vier Monate nach dem verheerenden Untergang der BP-Plattform "Deepwater Horizon" jedoch für neue heftige Kritik an der Öl- und Gasindustrie.

Es gebe entgegen ersten Annahmen keinen Hinweis auf einen Ölschleier im Meer, sagte Kapitän Peter Troedsson von der US-Küstenwache. Helikopter und Schiffe hätten keinen Ölaustritt feststellen können. Die Küstenwache behalte die Lage jedoch weiter im Auge, sagte Troedsson. Das Feuer auf der Ölplattform "Vermillion 380 A" rund 160 Kilometer südlich der Küste des US-Bundesstaats Louisiana sei inzwischen gelöscht worden.

Arbeiter schlossen Förderloch vor Explosion

Auch die Betreibergesellschaft der Plattform, das in Texas ansässige Unternehmen Mariner Energy, erklärte, es gebe keine Anzeichen für eine Umweltverschmutzung. Über die Plattform wurden den Angaben zufolge täglich 1400 Barrel Öl und mehr als 250.000 Kubikmeter Gas gefördert. Zum Zeitpunkt des Unglücks sei aber kein Öl gefördert worden.

Die Küstenwache hatte ursprünglich unter Berufung auf Aussagen der geretteten Arbeiter der Plattform von einem Ölschleier gesprochen. Alle 13 Arbeiter der Plattform hatten sich mit einem Sprung ins Wasser gerettet und konnten an Land gebracht werden. Ihren Angaben zufolge gelang es ihnen vor der Explosion, das Förderloch zu schließen.

Louisianas Gouverneur Bobby Jindal erklärte, Mariner Energy habe versichert, dass alle sieben Brunnen unter der Plattform verschlossen worden seien. Seine Behörden arbeiteten eng mit der Küstenwache zusammen, um einen Austritt von Öl zu verhindern, erklärte er.

Offshore-Bohrungen geraten erneut in die Kritik

Das Weiße Haus kündigte an, die Lage genauestens zu beobachten. Wenn es Berichte über Verschmutzung gebe, würden Maßnahmen eingeleitet, sagte der Sprecher von US-Präsident Barack Obama, Robert Gibbs. Der Energie- und Handelsausschuss des Repräsentantenhauses lud unterdessen den Chef von Mariner Energy, Scott Josey, zu einer Anhörung am 10. September vor. Dieser soll dabei Auskunft über den Unfall und dessen Ursachen geben.

Der Vorfall weckte Erinnerungen an den Untergang der vom britischen Energiekonzern BP betriebene Plattform "Deepwater Horizon". Sie war Ende April explodiert und wenig später gesunken. Mehrere hundert Millionen Liter Rohöl liefen daraufhin aus. Es war der größte Ölunfall der Geschichte. "Das BP-Desaster sollte ein Weckruf sein, aber wir haben die Schlummertaste gedrückt", teilte die US-Umweltschutzvereinigung Sierra Club mit. "Die Ölindustrie schimpft weiter auf die Vorschriften, aber es wird immer klarer, dass der jetzige Ansatz der Offshore-Bohrungen zu gefährlich ist."

Auch die Umweltschutzorganisation Greenpeace reagierte alarmiert auf den erneuten Unfall. "Wie viele Male spielen wir noch mit menschlichen Leben, der Wirtschaft und den Ökosystemen?", sagte der Meeresexperte von Greenpeace in den USA, John Hocevar, der Nachrichtenagentur AFP. "Es ist Zeit, dass wir aus unseren Fehlern lernen."

DPA/AP/be
 
 
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