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Maden, Schimmel, Blut - Soldaten posten Ekel-Essen und sollen nun bestraft werden

Blutiges Huhn, ranzige Brote und Essen, das wie ausgespuckt aussieht. Britische Soldaten glauben, sie werden mit Abfällen ernährt. Nun ziehen sie gegen den Kantinenbetreiber in den Krieg..

  Army-Delikatesse: halbrohes Huhn.

Army-Delikatesse: halbrohes Huhn.

Niemand geht zur Armee, weil er dort Sterne-Küche erwartet, aber seitdem das Catering in der britischen Armee privatisiert worden ist, platzt einigen Soldaten der Kragen. Auf dem Army-Treff "Fill your Bootz" auf Facebook teilen sie ihre leckeren Überraschungen.

Darunter befinden sich kulinarische Highlights wie verschimmelte Eier, Maden in der Suppe und tieftraurige, pappige Sandwiches. Ihre Bilder stellen selbst die erschreckenden Bilder aus britischen Schulkantinen in den Schatten. Die Reaktion der Obrigkeit ähnelt dann auch dem Vorgehen der Schulbehörde. Der Schülerin , die damals den Account gestartet hatte, wurde mit einem Schulverweis gedroht, den Soldaten wurde mitgeteilt, ihnen drohten Strafen wegen Verleumdung des Lieferanten. Angeblich sollen vorgesetzte Offiziere ihre Untergebenen eingeschüchtert haben, um das Verbreiten der  Ekelbilder zu stoppen. Die Strategie des Militärs, jede Kritik einfach zu verbieten, ging nach hinten los. Sie hat den Zorn der Soldaten erst recht entfacht.

  Made in Tomaten.

Made in Tomaten.

Der Essenslieferant Sodexo hat gegenüber der Presse ausgeschlossen, irgendjemand wegen dieser Fotos verfolgen zu wollen. In einer öffentlichen Erklärung des Pressesprechers gibt sich die Firma professionell. "Es zirkulieren Bilder in den sozialen Netzwerken, die nahelegen, Sodexo würde ungesundes oder mangelhaftes Essen an das Militär ausgeben. Derzeit können wir diesen Anschuldigungen nicht nachgehen, weil die Einzelheiten, wann und wo das Essen serviert wurde, nicht mitgeteilt wurden. Wenn jemand eine Beschwerde über das Essen hat, soll er es sofort zur Ausgabe zurückbringen. Und er soll sein Anliegen möglichst schnell einem Angestellten von Sodexo mitteilen."

  Es soll ein gebratenes Ei sein.

Es soll ein gebratenes Ei sein.

Die Reaktionen der User auf die Essensbilder sind durchwachsen. Einige geben schlichtweg der Army die Schuld. Weil sie selbst Essen des Unternehmens in ihrer Kantine bekämen und immer zufrieden seien, vermuten sie, dass die Army gnadenlos am Essen spare. In einer Parlamentspetition heißt es: "Die Regierung gibt weniger Geld für das Essen eines Soldaten als für das eines Häftlings aus. Es ist eine Schande, wie ihr mit den Soldaten umgeht."

Andere äußern sich nicht so zurückhaltend. User Darren C. sagt: "Euer Essen ist fürchterlich, eure Leute haben keine Ahnung von ihrem Job und eure Art mit Beschwerden umzugehen, grenzt an Mobbing." Unter dem Bild eines grün gesprenkelten Gammeleis, bekennt User Matthew B.: "Ich bin seit 16 Jahren Küchenchef. So ein Ei habe ich noch nie gesehen." Ein Soldat, der sich Alfie nennt, kann über den Ratschlag nur lachen, denn er hat sich schon ohne Erfolg bei der Gesundheitsbehörde beschwert. Von Sodexo sei er nach kritischen Posts kommentarlos geblockt worden. Alfie: "Würdet ihr einem Obdachlosen halbrohes Huhn geben? Würdet ihr es in einem Restaurant servieren? Oder euren Kindern geben? Natürlich nicht. Fragt sich also, warum ihr so etwas uns Soldaten hinstellt?

Über die Androhung einer Verleumdungsklage können die Soldaten nur lachen. Verleumdung liegt nur vor, wenn der Vorwurf nicht stimmt.

Gernot Kramper
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