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Wales Britische Schulkinder sollen in der Mensa Insekten serviert bekommen – für den Klimaschutz

Schulkinder beim Essen in der Mensa
Schulkinder beim Essen in der Mensa
© SolStock / Getty Images
Die Produktion von Mehlwürmern oder Heuschrecken ist sehr viel besser für die Umwelt als die Aufzucht von Kühen und Schweinen. Damit Insektenfleisch aber tatsächlich im Alltag der Menschen ankommt, wird nun in Wales ein Schulprojekt gestartet.

Heuschrecken, Maden oder Grashüpfer essen – das ist üblicherweise eine Prüfung im Dschungelcamp oder eine Mutprobe westlicher Touristen auf thailändischen Straßenmärkten, die in der Regel nicht wiederholt wird. Trotz zahlreicher Versuche hat es sich in den meisten europäischen Ländern nicht durchgesetzt, Insekten zu essen. Obwohl das viele Vorteile hätte, die auch allgemein bekannt sind: Die Krabbel- und Kriechtiere enthalten viel gesundes Protein und sind in der Herstellung sehr viel klimafreundlicher als übliche Nutztiere. Ein Kilo Mehlwürmer etwa produziert nur ein Prozent der Treibhausgase, die für ein Kilo Rindfleisch ausgestoßen werden.

Da Erwachsene aber nach wie vor zögerlich sind, Insektenfleisch in ihre alltägliche Ernährung aufzunehmen, startet nun in Wales ein Projekt, das eine jüngere Zielgruppe mit dem Konsum von Insekten vertraut machen möchte. An vier Grundschulen soll über mehrere Wochen hinweg täglich Insektenprotein auf die Teller kommen, wenn die Schulkinder ihr Mittagessen in der Mensa einnehmen.

Schulkinder bekommen in Wales Insekten serviert

"Kinder beherrschen die Macht des Quengelns und können deshalb großen Einfluss auf die Ernährungsgewohnheiten ihrer Familien nehmen", sagt Dr. Verity Jones von der Universität Bristol. Sie fügt hinzu: "Jeder isst jeden Tag Insekten – in 100 Gramm Schokolade sind über 30 Anteile Käfer. Brot, Fruchtsäfte, Hopfen … was auch immer Sie mir nennen: Sie essen Insekten.“ Die Tiere befinden sich schlicht in nahezu allen Ausgangszutaten und können bei der Nahrungsherstellung nicht effektiv herausgefiltert werden. Das kann man eklig finden, Verity Jones freut sich jedoch: "Ich habe festgestellt, dass, sobald Kinder wissen, dass Insekten bereits durch die Natur der Verarbeitung in vielen unserer Lebensmittel enthalten sind, und die Gewissheit haben, dass sie davon nicht krank werden, sie sehr offen dafür sind, es zu versuchen."

Die Kinder lernen während des Projektes auch im Unterricht viel über gesunde Ernährung und Nahrungsproduktion, auch über deren Einfluss auf Umwelt und Klima. Man habe festgestellt, dass sie schnell begreifen, wie die Zusammenhänge seien, berichten die Lehrer:innen aus Wales, und dass ihnen ihr Beitrag zum Umweltschutz wichtig sei. Christopher Bear, einer der Projektleiter, sagt: "Wir möchten, dass die Kinder an dieses alternative Protein als eine reale Sache denken, nicht als ein Produkt der Zukunft. Darum steht im Mittelpunkt unserer Untersuchung, dass sie es probieren."

Natürlich ist das aber während der gesamten Projektlaufzeit freiwillig. Gezwungen, Käfer zu essen, wird auch in Wales kein Schulkind. Und auch, gar kein Fleisch zu essen, ist natürlich eine klimafreundliche Option.

Quelle:  "iNews UK"

wt

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