3. April 2013, 13:37 Uhr

IWF zahlt eine Milliarde für Zypern-Rettung

Noch steht der formelle Beschluss aus, doch IWF-Chefin Christine Lagarde hat keine Zweifel: Der Internationale Währungsfonds wird die Rettung Zyperns mit einer Milliarde Euro unterstützten.

Zypern, Zypern-Krise, Schuldenkrise, Banken, Bankenkrise, IWF, Christine Lagarde, Internationaler Währungsfonds, Troika

Stellt Zypern eine Milliarde Euro für drei Jahre in Aussicht: IWF-Chefin Christine Lagarde©

Der Internationale Währungsfonds (IWF) will sich mit einer Milliarde Euro an dem Hilfsprogramm für Zypern beteiligen. Sie erwarte den formellen Beschluss durch das IWF-Direktorium Anfang Mai, teilte Fondschefin Christine Lagarde am Mittwoch in einer Erklärung mit. Der Rettungsplan für Zypern sieht insgesamt Hilfskredite in Höhe von bis zu zehn Milliarden Euro von IWF und Eurozone an das hoch verschuldete Land vor.

Der Fonds stelle das Geld über drei Jahre bereit, sgate die IWF-Direktorin. "Mitarbeiter des IWF haben sich mit Mitarbeitern der zyprischen Behörden auf Arbeitsebene auf ein Wirtschaftsprogramm geeinigt, das der IWF zusammen mit der Europäischen Union und der Europäischen Zentralbank unterstützen wird", so Lagarde. Ziel sei es, die Wirtschaft des Landes wieder in Schwung zu bringen.

Der überschuldete Inselstaat im Mittelmeer hatte sich mit der Gläubiger-Troika in der Nacht zum 25. März auf den Hilfsplan geeinigt. Im Gegenzug dazu sind drastische Maßnahmen fällig, etwa die geordnete Insolvenz der Laiki Bank, des zweitgrößten Geldhauses des Landes. Die zyprische Seite akzeptierte außerdem eine Zwangsabgabe auf Bankguthaben von mehr als 100.000 Euro, Stellenstreichungen, Privatisierungen und eine Erhöhung der Unternehmensteuer von 10 auf 12,5 Prozent.

dho/AFP/Reuters
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Schuldenkrise Zyperns Finanzminister nimmt seinen Hut

Nächstes Opfer der Schuldenkrise Zyperns: Finanzminister Michalis Sarris hat seinen Rücktritt erklärt. Als ein Grund wird Sarris' Führungsrolle bei der Laiki Bank genannt, die abgewickelt wurde.

Gerüchte über Geldtransfers Zyperns Staatspräsident hat ein Familienproblem

Mehr als 130 Firmen sollen rechtzeitig Geld von der Insel geschafft haben, um der Zwangsabgabe zu entgehen. Eine davon soll der Familie des Schwiegersohns von Zyperns Präsident Anastasiades gehören.

Zypern zerrt am Euro Ist der Ruf erst ruiniert ...

Die Zypern-Rettung ist ein Tabubruch. Der Staat bedient sich an Konten von Sparern, auch Europäer in anderen Ländern fürchten um ihr Geld. Wie geht es weiter mit der Eurokrise? Hier ein paar Fakten.

Verwandte Fragen

Sie kennen die Antwort? Beantworten Sie die Frage hier oder senden Sie selber eine Frage

 
Jetzt stern unverbindlich testen

10 x stern + 30% Preisvorteil + kostenloses stern eMagazine + gratis Dankeschön. Jetzt sichern.

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (15/2013)
Schampus für alle!