14. Februar 2008, 07:34 Uhr

Razzia bei Postchef Zumwinkel

Die Polizei hat das Privathaus und das Büro des Post-Chefs Klaus Zumwinkel durchsucht. Die Bochumer Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung gegen den Top-Manager. Es wird geprüft, ob Zumwinkel über zehn Millionen Euro am Fiskus vorbei nach Liechtenstein geschleust hat.

Die Polizei durchsuchte auch die Villa von Postchef Klaus Zumwinkel©

Die Polizei hat die Privatvilla und das Büro des Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Post, Klaus Zumwinkel, durchsucht. Gegen den Topmanager soll ein Haftbefehl wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung vorliegen. Die Staatsanwaltschaft prüfe, ob Zumwinkel über zehn Millionen Euro am Fiskus vorbei nach Liechtenstein geschleust habe.

Die Deutsche Post bestätigte, dass gegen Vorstandschef Zumwinkel ermittelt wird. "Das Büro in der Bonner Zentrale ist am Morgen durchsucht worden", sagte Post-Pressesprecher Uwe Bensien zu stern.de. Zum Tatvorwurf Steuerhinterziehung wollte Bensien sich nicht äußern und verwies auf die Bochumer Staatsanwaltschaft, die sich im Laufe des Tages äußern wolle.

Ermittler begannen in der Früh mit Razzia

Die Staatsanwaltschaft Bochum bestätigte Durchsuchungen in Bonn und Köln "wegen eines Steuerstrafverfahrens". Der Sprecher der Schwerpunktstaatsanwaltschaft Wirtschaftskriminalität, Bernd Bieniossek, wollte jedoch weder bestätigen, dass sich die Durchsuchungen gegen Postchef Klaus Zumwinkel richteten, noch dass die Büro- oder Privaträume Zumwinkels im Visier der Ermittler stehen. "Während einer laufenden Aktion gibt es keine solche Aussagen", sagte Bieniossek. Auch die Kölner Polizei konnte keinen näheren Angabe machen. "Wir wissen von nichts", sagte ein Polizeisprecher.

Die Ermittler begannen mit ihren Razzien zeitgleich gegen sieben Uhr in der Zentrale des Konzerns in Bonn und in der Villa Zumwinkels im Kölner Stadtteil Marienburg. In der Villa des Postchefs, vor der morgens um sieben Uhr mindestens zehn Beamte in Zivil erschienen waren, waren die Vorhänge zugezogen. Die Operation sei seit Wochen unter strengster Geheimhaltung geplant worden. Klaus Zumwinkel, der auch Aufsichtsratschef der Telekom und der Postbank ist, steht seit fast 19 Jahren an der Spitze der Deutschen Post. Sein Vertrag läuft im Herbst aus.

Ministerium lehnt Stellungnahme ab

Nach "Spiegel"-Informationen wird dem Post-Chef Steuerhinterziehung mit Hilfe einer Stiftung im Fürstentum Liechtenstein vorgeworfen. Das Vermögen der Stiftung betrug zuletzt mehr als zehn Millionen Euro. Aus umfangreichen Aufzeichnungen eines Liechtensteiner Geldinstituts soll hervorgehen, dass der Post-Chef auch überlegte, sein Vermögen nach Asien oder auf die Cayman-Inseln zu verlagern, wie "Spiegel"-Online weiter berichtete.

Die Bundesregierung erklärte, die Angelegenheit sei Sache der Staatsanwaltschaft. "Das haben wir nicht zu kommentieren", sagte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums. Der Bund ist nach wie vor größter Einzelaktionär der Post.

DPA/AP/Reuters
 
 
KOMMENTARE (10 von 46)
 
tiamat (14.02.2008, 21:35 Uhr)
@alle
Ein kleiner Teil schein ja noch recht klar zu denken. Der rest wie Halodri73 und Konsorten wohl nicht.
Ich muss 70-80 Std die Woche als Mittelständler Arbeiten damit ich mit einer Familie mit 3 Kindern (Ist ja auch schon asi) überleben kann.
Dann kommt die Steuer...was bleibt mir ? Wenig. Was mich weitermachen lässt? Der innere antrieb und die Liebe zum Job! Wo haben diese Gut-Menschen dieses gelassen? Nur noch schnell mal die Taschen voll machen. Da könnte ich kotzen.Wie kann man Jugendlichen Vorbilder schaffen wenn es solche Leute gibt? Und die Jugend ist unser( derzeit leider viel zu schlechtes) Potenzial. Soll es so weitergehen? Immer Familien sehen sich am Rande des Sozialen Standes und die Herren Manager machen sich die Kippen voll. Wird wohl geduldet, genauso wie Kinderarmut und Kindesmisshandlungen. Nur wer viel geld hat oder eine Lobby (zb.kath. Kirche)kommt mit einer , seiner tat unangemessen Strafe davon. Wenn dann noch viel Geld und Politik im Spiel ist ...ohne worte. Der Kleine Mann würde mindestes für 12 Jahre einfahren
Nostradamus (14.02.2008, 20:45 Uhr)
@Grossbuerger: 30 Mrd. werden geschätzt hinterzogen - Phantasiezahl
Diese Phanatsiezahl basiert auf der irrigen Annahme, dass Schwarzarbeit in legale Arbeit gewandelt werden könnte.
Eine Zahl die aber wirklich stimmt ist die: 30 Mrd. werden lt. Bund der Steuerzahler im Jahr von den Beamten zum Fenster rausgeworfen.
Um mal auf erstere 30 Mrd. zurück zu kommen: Nachbarschafthilfe ist das, was Deutschland zu dem gemacht hat was Deutschland war: Ein wohlhabendes Land in dem es den Bürgern gut ging.
Steuer- und Lohnsklaverei sowie auspressen der Bürger hat aus ihm gemacht was es ist:
Ein Volk von immer ärmer werdenden deren größten Profiteure die Berufspolitiker, Beamten und gewisse Teile des öffentlichen Dienstes, hier insbesondere auch der Administration, geworden sind.
So sieht es aus.
Halodri73 (14.02.2008, 18:32 Uhr)
@grossbuerger
wie gut, daß du nix zu entscheiden hast in diesem Land. Da bin ich ein Stückweit ruhiger!
:-)
Übrigens: Wenn der "kleine Mann" Steuern hinterzieht ist es nicht so schlimm, oder? Der Handwerker, der "mal was nebenbei" macht. Die Friseurin. Der Schrauber deines Autos... Neee, schlimm ist es nur, wenn die Summen größer werden, denn dann sind es "die da oben". Deine kranke, beschränkte, neidzerfressene und bedauernswerte Sichtweise stinkt zum Himmel!
Aber Gott sei Dank bist du ja nicht mein Steuerprüfer, sondern nur ein weiterer dummer Poster.
Da hab ich nochmal Glück gehabt, was?
Ha!
Übrigens, eins dürfte ja wohl klar sein: Wenn er rechtskräftig verknackt wird, hat er auch dafür zu büßen! Ich will hier niemanden in Schutz nehmen, der aus Dummheit oder Habgier Steuern hinterzieht. Aber da sind für mich alle gleich - der Maurer und der Manager!
flashback02 (14.02.2008, 13:47 Uhr)
Und wer hat ihn nun angezeigt?
Zitat Spiegel Online: "Eine anonyme Anzeige hatte dieses Steuerverfahren ausgelöst." - Ein Verdacht liegt ja nahe... Thema Mindestlohn
grossbuerger (14.02.2008, 13:38 Uhr)
@Halodri73
Es wird Zeit, daß wirklich mal der Mob entscheidet, dann wären die asozialen Manager nämlich sicherlich vorsichtiger mit ihren raffgierigen Entscheidungen und gerade Zumwinkel, der ja letztlich noch ganz klar gezeigt hat, was ihm am meisten bedeutet ... und ja, in diesem Land wird Steuerhinterziehung härter bestraft als Kinderschändung, WEIL HIER IM JAHR 70 MILLIARDEN HINTERZOGEN WERDEN und zwar nicht vom Bäcker oder der Krankenschwester, mein Lieber - die kleinen müssen dafür bluten, nix da und da brauch ich gar nicht abwarten, ES GIBT KEINE SAUBEREN MANAGER !
acenes (14.02.2008, 13:35 Uhr)
Erinnerungen an die RAF leben auf
Zumwinckel ist gelebte Geschichte.
Nun kann ich die Beweg- und Gründungsgründe der RAF anfangs der 70er Jahre endlich verstehen, um gegen solche dekadenten Milionäre vorzugehen. Man wünscht sich bei diesen Zuständen in der deutschen Wirtschaft solch eine Organisation ja fast zurück....
Halodri73 (14.02.2008, 13:30 Uhr)
Gut daß der Grundsatz in Dubio pro Reo
in Deutschland vor Gericht gilt. Dürfte der Mob entscheiden, würden heute noch Scheiterhaufen brennen, wenn ich mir manche Kommentare hier durchlese.
Der Herr Manager ( sowieso schon von Grund auf böse, weil er Manager ist. Alles Verbrecher, oder?) ist also schon rechtskräftig verurteilt, oder was?
In einem Land, wo Steuerhinterziehung schärfer bestraft wird als Kindesmissbrauch, wundert mich aber schon lange nichts mehr.
*polemikmodeus aus*
Erst mal abwarten und Tee trinken.
tiamat (14.02.2008, 12:58 Uhr)
Typisch Manager
Es ist doch nicht erst seit heute so das sich unsere Topverdiener die Kippen voll machen. In den Zeiter Ackermann und co. ging das doch los.Und ich denke der Post Chef ist doch eh nur die Spitze des Eisbergs. Alle Politiker die ohnehin schon fürstlich entlohnt werden sitzen zu Haufe in Aufsichtsräten und kassieren dort unsummen zusätzlicher "Beratereinkommen". Mal in Form von kostenlosen Gaslieferungen oder mal Reisen in den Sonnigen Süden.Da ist doch der Hebel anzusetzen. Ich gönne jedem seiner Leistung entsprechendes Einkommen aber was zuviel ist ist zuviel!! Ich als mittelständler werde gebeutelt wo es nur geht (Benzin,Steuern auf dieses-jenes und überhaupt,Tranzparenz dem Fiskus gegenüber, Wegfall der Kilometerpauschale und absetzung des Arbeitszimmers in sehr vielen Fällen)und bei diesen Gut-Menschen wird der Puderzucker extra fein gemahlen damit er nicht weh tut wenn er ihn in den allerwertesten geblasen bekommt. Unser Land ist dem Ruin nahe weil wir den Normalen Bürger immer mehr schröpfen und ihm keine Luft mehr zum Leben lassen. Herr Zumwinkel: Ich wünsche ihnen eine 4 Mann Zelle mit den Leuten die sie und ihre anderen Gut-Menschen produziert haben.(Denken sie daran sich zu schützen-Kondome gibt es im San Bereich jeder JVA!!)
Einen schönen Lebensabend noch und ich hoffe sie merken bald das man Geld nicht essen kann!!!
hevosenkuva (14.02.2008, 12:55 Uhr)
Börsen abschaffen!
und alle Unternehmen über 100 Mitarbeiter teilen. Und die Gebrüder Gottschalk...
Aber warum abführen - hätten sie dem Zumwinkel die Vorladung nicht per POST schicken können? =%-)
http://www.fosar-bludorf.com/bilderberger/
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/17/17576/1.html
RegiFecht (14.02.2008, 12:37 Uhr)
Klaus Zumwinkel, Vorsitzender der Deutschen Post AG
Bilderberger Konferenz 2002 - 2007.
Angela Merkel...
googelt mal!
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Klaus Zumwinkel gilt als einer der wichtigsten deutschen Manager. Aus der ehemaligen Behörde Deutsche Post hat er einen Weltkonzern geschmiedet. Hat er wirklich Millionen Steuergelder hinterzogen, steht er am Abgrund. Die Karriere eines Handlungsreisenden.

 
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