28. November 2012, 15:11 Uhr

Astronomen sichten energiereichstes Schwarzes Loch

Astronomen haben einen gigantischen Energieausstoß im All nachgewiesen, es handelt sich um den Materiestrom eines Schwarzen Lochs. Danach haben die Forscher Jahrzehnte gesucht.

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Bei dem Quasar mit der Katalognummer SDSS J1106+1939 (Illustration) entdeckte das Team um Arav mit dem Very Large Telescope der Eso einen Materiestrom, der mindestens fünfmal so stark ist wie der vorige Rekordhalter©

Astronomen haben den bislang energiereichsten Materiestrom eines Schwarzen Lochs entdeckt. Der sogenannte Quasar im Sternbild Löwe schleudert jedes Jahr die Masse von rund 400 Sonnen ins All, und zwar mit knapp 30 Millionen Kilometern pro Stunde. In diesem Materiestrom vereint sich zwei Billionen Mal mehr Energie als unsere Sonne abstrahlt, wie die Europäische Südsternwarte (Eso) am Mittwoch in Garching bei München mitteilte.

"Das entspricht immerhin dem 100-fachen der Abstrahlung der gesamten Milchstraße - ein wahrhaft gigantischer Energieausstoß also", erläuterte Forschungsleiter Nahum Arav von der Technischen Universität von Virginia in Blacksburg (US-Bundesstaat Virginia) in der Eso-Mitteilung.

Extrem hell leuchtende Zentren ferner, aktiver Galaxien

Quasare sind die extrem hell leuchtenden Zentren ferner, aktiver Galaxien. Astronomen gehen davon aus, dass es sich dabei um supermassereiche Schwarze Löcher handelt. So ein gigantisches Schwarzes Loch verschlingt wie ein kosmischer Mahlstrom die Materie um sich herum, schleudert dabei jedoch einen Teil dieser Materie mit hoher Geschwindigkeit wieder ins All hinaus.

Bei dem Quasar mit der Katalognummer SDSS J1106+1939 entdeckte das Team um Arav mit dem Very Large Telescope der Eso einen Materiestrom, der mindestens fünfmal so stark ist wie der vorige Rekordhalter. "Damit ist es erstmals gelungen, einen Quasar-Materiefluss zu messen, der so hohe Energiemengen zeigt wie von der Theorie vorhergesagt", erläuterte Arav. Alle zuvor beobachteten Quasar-Materieflüsse seien nicht so stark wie von Theoretikern erwartet. "Nach etwas Derartigem haben wir Jahrzehnte gesucht."

Die Forscher stellen ihre Beobachtungen in einer der kommenden Ausgaben des Fachblatts "The Astrophysical Journal" vor.

DPA
 
 
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