"ArmA II" Der Kampf mit dem Spiel


Zu Beginn des Jahrtausends bescherte das Entwicklerteam Bohemia Interactive den Taktik-Fans "Operation Flashpoint", das sich in der Szene bis heute großer Beliebtheit erfreut. Mit "ArmA II", der "ultimativen Militärsimulation", präsentiert Bohemia nun den inoffiziellen Nachfolger des Kultspiels.

Die Geschehnisse von "ArmA II" spielen sich in einer fiktiven Gegend namens Chernarus ab, die jedoch teilweise auf realen geografischen Daten basiert. Rund 225 Quadratkilometer mit mehr als 50 Städten und einem mehrere hundert Kilometer umfassenden Straßennetz bieten genügend Raum für ausgeklügelte taktische Manöver mit militärischen Einheiten am Boden, zu Wasser und in der Luft. Dort prallen die Streitkräfte der unabhängigen östlichen Republik Chernarus mit denen der US-Amerikaner zusammen.

"ArmA II" wartet mit einer völlig offenen Spielwelt auf - was den Realismusgrad zwar erhöht, aber gleichzeitig dazu führen kann, dass sich der Spieler auf dem Weg zum Missionsziel gründlich "verrennt". Überhaupt: Wer "Operation Flashpoint" noch nicht ausgiebig gespielt hat, wird kaum umhinkommen, sich durch das ausführliche Tutorial dieser "ultimativen Militärsimulation" zu ackern. Nur so hat man eine Chance, sich mit der Spielmechanik vertraut zu machen und die Flut an Tastaturbefehlen kennenzulernen, mit denen die eigenen Einheiten über das Terrain bugsiert werden.

Doch selbst wenn man die Tücken des komplizierten Interfaces meistert, gilt es, immer noch eine Reihe wenig erbaulicher Hürden zu nehmen: "ArmA II" fordert die Spieler-Hardware aufs Äußerste und zwingt gelegentlich selbst die leistungsstärksten Systeme in die Knie. Hinzu kamen in der Verkaufsversion zahlreiche Bugs in der Kollisionsabfrage, Clippingfehler, Schwächen der Künstlichen Intelligenz und extrem zickig zu steuernde Vehikel. Seit Kurzem steht jedoch der Patch 1.01 bereit, der viele der anfänglichen Schwächen abmildert. Ein weiteres Update soll bereits zum 19. Juni vorliegen - Bohemia Interactive lassen die Käufer ihrer Militärsimulation also nicht im Regen stehen.

Die Intention der "ArmA II"-Entwickler war ein möglichst realistisches Gameplay. Entsprechend groß ist das Arsenal der verfügbaren Einheiten und Waffen. Vom Sturmgewehr über Abrams- und T90-Panzer bis hin zu Transposthelikoptern, Senkrechtstartern und Kampfjets wird alles aufgeboten. Bei der Zielgenauigkeit spielen unter anderem auch die Windverhältnisse eine wichtige Rolle. Auf die Schnelle lassen sich in "ArmA II" demnach keine Erfolge erzielen - Geduld und Fingerspitzengefühl sind Grundvoraussetzungen fürs virtuelle Überleben und Weiterkommen. Einsteiger, die eine leicht zugängliche Taktik-Ballerei suchen, werden deshalb von Anfang an viele frustrierende Momente erleben.

ArmA II

Hersteller/Vertrieb

Bohemia Interactive/Morphicon

Genre

Action

Plattform

PC

Preis

ca. 50 Euro

Altersfreigabe

ab 16 Jahren

Spieler, die sich auf die vielfältigen Herausforderungen von "ArmA II" jedoch einlassen und über die zahlreichen kleinen technischen Schnitzer hinwegsehen können, finden in dem Programm einen reichen Fundus zum Experimentieren und Tüfteln mit unterschiedlichen Lösungsansätzen. Grafisch durchaus beeindruckend in Szene gesetzt, bietet der Titel auch ausreichend Atmosphäre, um Freizeitgeneräle für lange Zeit an den Bildschirm zu fesseln. Wem Unterhaltung allerdings wichtiger als Realismus ist, der sollte besser zu Titeln vom Schlage eines "Call of Duty 4" greifen.

Herbert Aichinger/Teleschau TELESCHAU

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