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"Legendary": Nicht öffnen!

Nicht legendär, aber kurzweilig: "Legendary" liefert anspruchsloses Popcorn-Action-Kino.

Es sollte ein gewöhnlicher Diebstahl werden für Charles Deckard. Schnell rein ins New Yorker Kunstmuseum, eine antike Schatulle stehlen und wieder raus. Doch als er seine Langfinger in die Öffnung der kunstreich verzierten Büchse der Pandora steckt, bricht im wahrsten Sinne des Wortes die Hölle los. Ein Mal brennt sich in seine Hand, ein gigantischer Energiestrahl durchbricht die Decke des Museums, und kurze Zeit später tyrannisieren gefräßige Fabeltiere wie Greife, Drachen, Werwölfe und anderes abstraktes Getier die Welt.

Schon beim Versuch, das Museum unbeschadet zu verlassen wird klar: "Legendary" ist streng linear aufgebaut. So linear, dass der Protagonist nicht mal über kleine Hindernisse wie Geländer oder Gesteinsbrocken klettern kann. Daran ändert sich auch bis zur Schließung der Büchse und der Rettung der Menschheit zehn Stunden später nicht viel.

Die Zeit dazwischen überbrückt "Legendary" mit kompromissloser Nonstop-Action und zahlreichen gescripteten Ereignissen, die immer wieder für Spannung sorgen. Da setzt sich beispielsweise vor den Augen des Spielers ein riesiger Golem aus Autowrackteilen zusammen, reißt eine Häuserwand nieder und stapft marodierend durch die Stadt - ehe man ihn mit Waffengewalt zur Strecke bringt. Ärgerlich: An manchen Stellen tauchen Gegner so lange auf, bis die Munition und Geduld knapp wird. Hier hilft oft nur noch die Flucht nach vorne.

Das Mal, mit dem Charles versehen ist, lässt ihn nach dem Ableben der Gegner seine Lebensenergie aufladen oder Feinde mit einer Energiewelle auf Distanz halten. Zudem ist er aufgrund des Siegels der Einzige, der das Übel wieder rückgängig machen kann, weshalb ihm der "Rat der 98" im Kampf gegen den "Schwarzen Orden" zur Seite steht, der Böses mit der Büchse plant.

Legendary

Hersteller/Vertrieb

Spark Unlimited/Atari

Genre

Action

Plattform

PC, Xbox 360

Preis

ca. 60 Euro

Altersfreigabe

Ab 18 Jahren

Obwohl das Ganze packend in Szene gesetzt wurde und die 3-D-Grafik nebst Effektgewitter einen guten Eindruck hinterlässt, kann sich "Legendary" nicht in die erste Riege der Shooter einordnen. Dazu mangelt es dem Titel schlicht an Abwechslung. Die wenigen Rätsel verdienen kaum ihre Bezeichnung, das Level-Design ist allzu geradlinig ausgefallen. Wer jedoch mit diesen Mängeln leben kann, bekommt kurzweiliges Popcorn-Actionkino geboten.

Alexander Hildebrand/Teleschau / TELESCHAU
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