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"Microsoft Flight Simulator X": Die Gier nach mehr

Microsofts "Flight Simulator" hebt zum zehnten Mal ab und verbraucht dabei mehr Hardware-Ressourcen denn je. Fragt sich nur: Warum eigentlich?

Auf den ersten Blick bietet der "Flight Simulator X" all das, was man erwarten durfte: mehr Flugzeuge (16 stehen bei der Standard-Version im Hangar, 24 bei der "Professional Edition"), mehr Flughäfen (rund 24.000!) sowie mehr Einsätze und Missionen - von der geführten Flugstunde für Einsteiger bis hin zum anspruchsvollen Nacht-und-Nebel-Anflug auf einen von Turbulenzen gepeitschten Bergflughafen. Vor allem zeichnet sich der "Flight Simulator X" aber durch eines aus: die schier unstillbare Gier nach mehr Hardware-Power. Fragt sich nur: Warum eigentlich?

Die matschigen Bodentexturen, klobigen Cockpits und mittelprächtigen Flughäfen rechtfertigen jedenfalls kaum die quälend langsamen Lade- und Ruckel-Orgien selbst auf schnellen Spiele-PCs. Oder verschlingen 3-D-Wolken, realistische Wetterbedingungen sowie Tag- und Nachtwechsel derart viel Rechenkraft? Deshalb die nüchterne Warnung vorweg: Wer nicht gerade ein funkelnagelneues High-End-System mit pfeilschnellem Prozessor, üppigem RAM (Minimum 2,0 Gigabyte) und potenter 3-D-Karte (am besten zwei!) besitzt, wird mit dem "Flight Simulator X" wenig Freude haben. Konkurrenz-Flieger wie "X-Plane 8" geben sich erstaunlicherweise mit einem Bruchteil der Hardware zufrieden und sehen dabei zum Teil auch noch hübscher aus.

Ziemlich schade, macht Microsofts Überflieger doch sonst nahezu alles richtig: Das Flugmodell ist wie immer ultra-realistisch, der Umfang riesig und die Palette an Flugzeugen mehr als ausreichend. Wasserflugzeuge, Segelflieger, Ultraleicht-Flugzeuge, Hubschrauber, Kleinflugzeuge, große Linienjets - für jeden ist da etwas dabei. Besonders erfreulich ist, dass auch die von vielen Spielern geschätzten mittelgroßen Regionaljets und Turboprop-Maschinen vielfältig vertreten sind. Der Kauf zahlreicher kommerzieller Addons ist damit für den Normal-Flieger kaum noch nötig. Besitzer der Luxus-Ausgabe haben zudem die Möglichkeit, in die Rolle des Fluglotsen zu schlüpfen oder sich im Mehrspieler-Modus das Cockpit mit einem menschlichen Copiloten zu teilen - genial!

Neben der gebotenen, schier grenzenlosen Freiheit über den virtuellen und wunderschönen 3-D-Wolken sind es jedoch vor allem die vorgefertigten, spannenden Einsätze, die für Wochen an den Bildschirm fesseln. Diese bieten nicht nur jede Menge Abwechslung, sondern verlangen dem Spieler immer mehr ab. Lern- und Motivationskurve decken sich perfekt.

Microsoft Flight Simulator X

Hersteller/Vertrieb

Microsoft/Microsoft

Genre

Simulation

Plattform

PC

Preis

ca. 60 Euro

Altersfreigabe

o.A.

Trotzdem sollten Besitzer normaler Spiele-PCs derzeit entweder zur sehr soliden Vorgänger-Version greifen oder noch zwei Jahre warten. Dann gibt's die Hardware, die der "Flight Simulator X" als Starthilfe benötigt, zum erschwinglichen Preis. Wer proberuckeln will, kann auf der Website des Spiels eine 820 MB große Demoversion herunterladen.

Jan Mandler/Teleschau / TELESCHAU
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