"Rogue Trooper" Ein Schlumpf zieht in den Krieg


Angriff der Klonkrieger in blau: Mit "Rogue Trooper" liefert Eidos eine recht eigenwillige, etwas hirnlose, aber irgendwie doch ganz unterhaltsame Blei-Orgie ab.

Wir sind Rogue, ein Genetischer Infanterist (GI) - ein Klonkrieger mit schlumpfblauer Haut, Irokesenschnitt und einem Körper, bei dem auch Vin Diesel noch neidisch werden könnte. Rogue, das ist eine Figur aus dem britischen Comic-Magazin "2000 AD". Ein Elitesoldat, der auf der Seite der Southern gegen die niederträchtigen Norts auf dem Planeten Nu Earth kämpft.

Bewaffnet mit einem Maschinengewehr und Handgranaten stürzt er sich ins Getümmel. Womit er nicht gerechnet hätte: Dass seine drei besten Freunde Gunnar, Bagman und Helm alle in der Schlacht fallen. Ihr Glück, dass sie technisch gepimpt waren. So entwendet Rogue einfach die Steuerchips aus ihren Rücken und setzt sie in seine Waffe, in seinen Rucksack und in seinen Helm ein, die von nun an ein Eigenleben führen. Dennoch hat er nach ihrem Tod nur noch ein Ziel: Rache.

Dementsprechend stumpfsinnig läuft "Rogue Trooper" dann auch ab. Der Spieler kämpft sich mit seinem Alter Ego durch Nu Earth und schaltet einen feindlichen Soldaten nach dem anderen aus. Ohne besondere Schnörkel, ohne besondere Überraschungen. Die Norts verhalten sich dabei eher wie Absolventen des Grundwehrdienstes als wie Elitesoldaten. Darum fällt es Rogue überhaupt nicht schwer, auch größere Verbände auf eigene Faust auszuschalten.

Allenfalls die zahlreichen Skript-Ereignisse bringen Abwechslung in die 13 Einsätze. In einer Mission gilt es einen fahrenden Zug gegen anstürmende Horden von Norts zu verteidigen, ein anderes Mal fliegt Rogue auf einem Kampfjet mit und bedient die Bordkanone. Währenddessen kann er immer wieder auf seine drei Freunde zurückgreifen. Während Gunnar als Standgewehr auch ohne Rogue feuert, kann Bagmann neue Waffen und Upgrades für diese entwickeln. Helm ist besonders gut im Knacken von Codes.

Fans von schneller Shooter-Action werden an "Rogue Tropper" ihre Freude haben. An jeder Ecke fliegt etwas in die Luft, die Kanonen schweigen nie, und Horden von Gegnern warten nur darauf, einmal in den Ziellauf von Rogues Maschinengewehr zu schauen. Nach ungefähr zehn Stunden ist die Achterbahnfahrt vorbei.

Rogue Trooper

Hersteller/Vertrieb

Rebellion/Eidos

Genre

Action

Plattform

PS2, PC, XBox

Preis

ca. 50 Euro

Altersfreigabe

ab 16 Jahren

Gleichzeitig werden Anhänger von "Splinter Cell" oder "Half-Life" nicht unbedingt glücklich mit diesem Spiel. Zu wenig Tiefgang, zu wenige taktische Möglichkeiten und eine absolut zu vernachlässigende Story machen "Rogue Trooper" zur reinsten Schießbude, die vor allem den Geschmack der Erwachsenen nicht immer trifft. Aber für die sollte das Spiel eigentlich konzipiert sein. Wären auf dem Schlachtfeld keine Comic-Figuren unterwegs - die Bundesprüfstelle hätten einen neuen potenziellen Index-Kandidaten auf dem Tisch.

Christian Pfeiffer/Teleschau TELESCHAU

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