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"Vietcong 2" Von Dschungelfieber keine Spur


Mit Charly und Uncle Sam durch den Großstadtdschungel - "Vietcong 2" bietet interessante Ansätze, ist technisch aber nicht mehr auf Höhe der Zeit.

Im Nachfolger des Militär-Ego-Shooters von 2003 übernimmt der Spieler diesmal nicht nur die Aufgaben eines amerikanischen Offiziers, der in die Wirren der Tet-Offensive von 1968 gerät, sondern auch die Kontrolle über einen Bauernsohn, der sich der kommunistischen Guerilla anschließt. So ungewöhnlich der Seitenwechsel auch sein mag, so kurz ist er auch. Knapp drei Stunden lang kommt Charly zu seinem Recht, danach wird wieder auf Seiten der Amerikaner gekämpft. Allerdings nicht nur im Dschungel, wie man vielleicht erwarten darf, sondern in den grafisch öde textuierten Ruinen der Stadt Hue.

Neu: Im Gefecht darf der Spieler auf die Unterstützung seiner clever agierenden KI-Kameraden zählen. Den Jungs lassen sich auch einige elementare Befehle erteilen. Besonders wichtig: Sanitäter zu mir! Taktische Raffinesse wie bei komplexeren Genre-Brüdern sollte man zwar nicht erwarten. Das "Ich bin nicht allein"-Gefühl überzeugt jedoch.

Weniger überzeugend ist allerdings das eigentliche Spieldesign. Denn alles - wirklich alles - in "Vietcong 2" basiert auf vorgefertigten Skripten. Läuft der Spieler um diese Ecke, taucht Gegner A auf. Geht er durch jene Tür, erscheint Gegner B - und keine Sekunde früher. Daher gibt es immer nur einen Weg zum Ziel. Spielerische Freiheiten sucht man in dieser technisch angestaubten Vietnam-Geisterbahn vergeblich - genau wie Bäume im Urwald. Mal ehrlich, liebe Entwickler: Fünf Sträucher und eine Palme sorgen nicht gerade für Dschungelfieber - erst recht nicht seit "Far Cry".

Vietcong 2

Hersteller/Vertrieb

Pterodon/Take2

Genre

Action

Plattform

PC

Preis

ca. 40 Euro

Altersfreigabe

k.J.

Fairerweise muss der gelungene, abwechslungsreiche Mehrspieler-Modus erwähnt werden, der nicht den Einschränkungen der Einzelspieler-Kampagne unterliegt und fast schon wie ein "Battlefield Vietnam" daherkommt. Solo-Spieler sollten sich jedoch anderweitig umsehen.

Jan Mandler/Teleschau TELESCHAU

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