Lernsoftware "audite!" "Hört, hört, ein übermäßiger Septakkord!"


Für Profis und ambitionierte Hobbymusiker ist es unverzichtbar: ein präzises Gehör. Dieses kann man trainieren, zum Beispiel mit einer Software wie "audite! 6.0".

Der Musiksoftware-Spezialist Capella hat eine neue Version seines Lernprogramms für die Gehörbildung vorgelegt. In der Version 6.0 enthält audite! neue Arten von Aufgaben wie das Hören von Jazz-Akkorden sowie das Erkennen von kleinsten Bruchteilen eines Halbtonschritts.

Der Aufbau des Programms in unterschiedlichen Bausteinen kommt Anfängern wie fortgeschrittenen Musikhörern entgegen. Der aus dem Lateinischen abgeleitete Name der Software bedeutet soviel wie "Hört!" - und wer der Aufforderung aufmerksam folgt, sollte auch als musikalischer Laie den Unterschied zwischen einer Oktave und einer Quinte erkennen.

Abwechslungsreicher Unterricht

Eine Quarte und eine Quinte auseinanderzuhalten, ist da schon ein klein wenig anspruchsvoller. Erst nach beharrlichem Üben vermag man auch Sexten, Septimen oder eine verminderte Quart auf Anhieb richtig zu hören. Um sich von Tag zu Tag besser ins Intervall-Erkennen hineinzufinden, stellt audite! unterschiedliche Arten von Aufgaben. Mal muss nur der Name des vorgespielten Intervalls angeklickt werden, mal muss man die Tonfolge selbst auf einer Bildschirm-Klaviatur anschlagen.

audite! 6.0

Hersteller

Cappella

Genre

Lernsoftware

Plattform

PC

Preis

ca. 80 Euro

Mikrofonerkennung gibt's nicht

Die schwierigste Aufgabe besteht dann darin, das gehörte Ton-Intervall auch richtig auf den Notenlinien zu platzieren. Allerdings muss man hier nicht blind agieren, sondern kann sich die Töne erst einmal anhören und korrigieren, bevor man das Programm um Auswertung und Punktvergabe bittet. Diese Übungsart eignet sich auch für Sänger, die bestimmte Intervalle auf Anhieb treffen wollen - noch bequemer wäre es allerdings, wenn die Software auch am Mikrofon gesungene Töne direkt erkennen könnte.

Sobald die Einzelintervalle einigermaßen sicher beherrscht werden, geht es an die Akkorde, darunter auch Klänge, die wie der übermäßige Septakkord vor allem im Jazz eine Rolle spielen. Das Erkennen und Notieren von ganzen Melodien wird am besten im "Musikdiktat" geübt - hier lassen sich dann auch individuelle Übungen gestalten, indem Melodien mit dem Keyboard eingespielt oder aus Notationsdateien im Capella-Format importiert werden.

Feinste Nuancen

Feinste Nuancen sollen herausgehört werden, wenn es in den sehr speziellen Bereich der Intonationslehre geht. Hier ist eine Oktave nicht nur in die dem Klavier zur Verfügung stehenden zwölf Halbtonschritte unterteilt. Dank einer speziellen Technik erkennt die Software auch Klangschritte von einem Hundertstel Halbton, einem sogenannten Cent, wie sie für Blas- und Saiteninstrumente wichtig sind. Das Programm spielt unter anderem Akkorde mit verstimmten Einzeltönen vor, bei denen die Art der Verstimmung zu erkennen ist.

Unterschiedliche historische Stimmungen können bei den Einstellungen für die Sound-Wiedergabe ausgewählt werden. Nur auf dem Klavier klingt ein Cis wie ein Des, in der pythagoreischen Stimmung aber ist das Cis höher als ein Des, was auf entsprechend gestimmten Instrumenten einen anderen Klang ergibt.

Der User sollte sich auskennen

Wichtiger als die Systemvoraussetzungen der von Daniel Frey und Hartmut Lemmel entwickelten Windows-Software sind die musiktheoretischen Grundlagen. Erwartet werden allgemeine Kenntnisse der Notenschrift und Anfängerwissen in der Harmonielehre. Bei Akkorden und Intonationslehre hilft das beiliegende Benutzerhandbuch dem interessierten Nutzer auf die Sprünge.

Peter Zschunke, AP AP DPA

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