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Scheibes Kolumne: Die Viren-Erpresser sind da!

Jahrelang bewiesen Virenprogrammierer nur, wie dumm sie sind. In den letzten Wochen zeigen sich dann doch ein paar intelligentere Vertreter dieser merkwürdigen Gattung Mensch. Sie nutzen Trojanische Pferde, um ihre Mitmenschen zu erpressen. Bravo, sagt stern.de-Kolumnist Scheibe. Endlich mal etwas Sinnvolles.

Seit 15 Jahren habe ich folgendes Bild vor Augen, wenn ich an einen Viren-Programmierer denke: kein gutes. Ich denke da immer an einen pickeligen, leicht einfältigen Teenager, der von einer grassierenden Rechtschreibschwäche geplagt wird und die einzige Chance auf Interaktion mit anderen Mitmenschen darin sieht, ihnen selbstgeschriebene Viren auf den Hals zu hetzen. Machen diese Viren erst einmal medienwirksam die Runde, dann sitzen die Entwickler sicherlich mit einem leisen Hrr-chhr-hrrr-Diktator-Lachen in ihrem Kämmerlein, während sie sich auf die geballte Faust beißen. Damit die Mutti nichts mitbekommt, die doch nebenan ein neues Pulloverlein strickt. Weil das doch dem Jungen so gut steht.

<zwit>Das waren noch Viren, damals

Früher gab es Viren, die zauberten einen Garfield auf den Schirm oder löschten wichtige Dateien. Das waren wenigstens anständige Viren. Viren mit Schmackes. Und was machen die Viren von heute? Die schreiben einzeilige Texte der Marke "Wer das liest, ist doof" in eine E-Mail hinein und hängen billig zusammengepfuschte Skripte an. Das höchste der Gefühle ist es für die Skriptbabies dann schon, wenn sich die Viren wie von selbst über die ganze Welt verbreiten. Das lässt die Stubenhocker mit der bleichweißen Haut wahrscheinlich schon daran denken, wie sie sich als Herrscher der Welt fühlen könnten. Bei diesen Gedanken müssen sie ganz bestimmt die knochig-knorpeligen Beinchen fest zusammenquetschen, damit ihnen aus Versehen keiner abgeht.

Doch die Schwachmaten sind am Ende. Endlich haben einmal ein paar pfiffige Typen das Ruder in die Hand genommen. Endlich gibt es eine Bedrohung aus dem Internet, die man als Erwachsener auch ernst nehmen kann. Anstelle von präpubertärem Trick-or-Treat zu Halloween steht auf einmal der bullige Massenmörder vor der Tür. Da macht es doch wenigstens einmal Sinn, den eigenen Rechner zu schützen und schwere Geschütze aufzufahren. Denn wer schießt denn schon gerne mit Kanonen auf Spatzen? Dann doch lieber gleich zur Großwildjagd blasen.

Datenkidnapping

Die neuen Gefahren aus dem Netz sind keine Viren, sondern Trojanische Pferde. Das sind eigenständige Programme, die sich selbst genug sind und die keine anderen Dateien infizieren. Richtig pfiffig geht dabei der PGPCoder vor. Sobald er aktiv wird, verschlüsselt er alle wichtigen Dateien im ganzen System. Dann platziert er eine Textdatei auf dem Rechner Und die besagt, frei übersetzt: "Willst du deine Dateien wieder haben, dann überweise mir doch bitte 200 Dollar, und ich schicke dir ein Tool zum Entschlüsseln." Das ist echt gut gedacht. Nur: Wo Geld fließt, da können auch Spuren verfolgt werden. Sicherlich wird sich schon bald ein ahnungsloser US-Bürger darüber wundern, warum denn bitte schön das FBI ein komplettes SWAT-Team in seinem Vorgarten parkt - während sein Sohn versucht, hinten zum Garten heraus das Weite nicht nur zu suchen, sondern auch zu finden. Und das möglichst flink.

Draußen wird's spannend

Neu im Aufgebot der Schlauprogramme ist der Trojaner SpyWareNo. Der warnt, dass Spyware im Rechner vorliegt und empfiehlt, ein ganz bestimmtes Programm zu kaufen. Das ist pfiffig, hat aber nicht die gleiche Zugkraft wie eine plötzlich nicht mehr benutzbare Festplatte. Profis würden den Trojaner sicherlich mit einem unfreundlichen "Nerv nicht" von der Platte putzen. Also, ich merke schon: Ganz so schlau sind auch die neuen Bedrohungen nicht. Wie langweilig. Liebe Viren-Entwickler: Ist das schon alles, was ihr draufhabt? Dann geht doch mal lieber raus zum Spielen, probiert ein paar Machosprüche aus Actionfilmen bei euren Klassenkameradinnen aus und lest ein gutes Buch, während ihr wegen der von den Mädels eingeschlagenen Nase Bettruhe halten müsst.

Eine Glosse von Carsten Scheibe, Typemania

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.