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Verkaufsstrategie: Microsoft will eigene Läden eröffnen

Apple hat es erfolgreich vorgemacht, jetzt will Microsoft nachziehen: In eigenen Ladengeschäften plant der Windows-Hersteller, seine Produkte zu präsentieren und neue Kunden zu gewinnen. Für den US-Elektronikhandel kommt die Ankündigung zu einem schlechten Zeitpunkt.

Microsoft wandelt auf den Spuren von Apple und will jetzt auch eigene Läden eröffnen. Für die Konzeption und den Aufbau der Microsoft-Läden wurde der langjährige Wal-Mart-Manager David Porter gewonnen. Seine erste Aufgabe sei es, über das Timing, die Örtlichkeiten und das Design der Microsoft-Läden zu entscheiden, hieß es.

In den Läden sollen Computer mit Microsoft-Software, aber auch andere Produkte des Unternehmens verkauft werden. Vorbild für diesen Schritt ist Apple, das mit seinen Läden nach eigenen Angaben den Absatz steigern und neue Kunden gewinnen konnte. Für den Elektronik-Einzelhandel in den USA kommt die Ankündigung von Microsoft aber zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Denn von der Rezession bleibt auch die Computerbranche nicht verschont. Das Einzelhandelsunternehmen Circuit City meldete schon im November Insolvenz an und kündigte im Januar die Schließung aller 567 Läden in den USA und die Entlassung von mehr als 34.000 Mitarbeitern an. Der Konkurrent Best Buy entließ im Dezember schon tausende Mitarbeiter.

Die Microsoft-Läden sollen zum angestrebten Imagewandel des Konzerns beitragen. Im Herbst wurde dazu schon eine 300 Millionen Dollar teure Werbekampagne gestartet, die in erster Linie den Ruf des Betriebssystems Windows aufpolieren soll. Vor allem die Probleme von Windows Vista mit Geräten wie Druckern und Scannern werden immer wieder kritisiert. Die Hoffnung ruhen nun auf dem Nachfolger Windows 7, der zumindest schon einige Vorschusslorbeeren bekam.

Jessica Mintz/AP / AP
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