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Computerfriedhof: Todesursache: Hertz-Stillstand

Sie begleiten uns lange Jahre durch unser Leben, bereiten uns Freude und Kummer. Grund genug, Computern die letzte Ehre zu erweisen - auf www.silizid.de

Mein lieber Schatz, es tut mir Leid, dass ich dich einmal für zwei Jahre aus den Augen verloren habe", schreibt Bernd sehnsuchtsvoll, "aber du musst das verstehen ..." Bernd hofft auf Vergebung, doch er wird nicht erhört werden. Er kommt zu spät. "Ich wusste nicht, dass du unter dem Sofa warst!", ruft er verzweifelt, und der Leser wundert sich: Was für Abgründe tun sich da auf? Zwei Jahre! Nicht mal die Hempels halten es so lange am Stück unter ihrem Sofa aus. Und es wird noch merkwürdiger: "Du bist leider durch die Hitze des Nachtspeicherofens geschmolzen", lautet der nächste Satz - bevor Bernd endlich Licht ins Dunkel bringt: "Ein Trost ist: Nicht jeder Computer konvertiert zum geschmolzenen Camembert." Erleichterung beim Leser. Und zwei Erkenntnisse. Erstens: Was tot unterm Sofa liegt, fängt nicht immer an zu stinken. Zweitens: Das Klischee von emotional verkümmerten Computerfreaks stimmt nicht. Sie können sehr wohl Gefühle empfinden und sogar zum Ausdruck bringen. Zumindest ihren Rechnern gegenüber - wie ein Besuch bei silizid.de zeigt.

Himmel oder Hölle?

Auf diesem Computerfriedhof im Internet kann jeder seines dahingeschiedenen Rechenknechts angemessen gedenken - und ihn in den Himmel oder die Hölle schicken. Versteht sich, dass Bernd seinen unter dem Sofa vergessenen "Commodore 64" in den Himmel gehoben hat - schließlich hat Bernd noch etwas gut zu machen. Dort befindet sich der alte Homecomputer in bester Gesellschaft von Notebooks, PCs und Macintoshs, die auf die unterschiedlichsten Weisen aus ihrem Dasein gerissen wurden. Zum Beispiel durch Blitzschlag oder Flüssigkeiten - bevorzugt Bier und Kaffee, aber auch Seewasser: "Hättest du doch eine Schwimmweste getragen", trauert da jemand einem ertrunkenen Notebook nach. Die Todesursache Nummer eins bei Computern ist jedoch Überhitzung. Moderne Prozessoren werden nämlich sehr heiß. Wenn dann der Lüfter kaputtgeht oder ungeduldige Besitzer die Rechenleistung noch künstlich erhöhen, wird der Blechkasten zum Hochofen - und es kommt zu Dialogen wie diesem, der in einen digitalen Grabstein gemeißelt wurde: "Hör mal auf zu rauchen." "Aber ich rauche gar nicht!" "Äh ..., hast du eine Datensicherung?"

Todesursache Wärme

Hertz-Stillstand durch Hitzschlag: ein klassischer Fall. Der Rechner ist "abgeraucht", so der Fachbegriff - eine Erfahrung, die auch Christoph Koch machen musste, Gründer und Friedhofswächter von silizid.de und außerhalb des Netzes Chemie-Doktorand an der Uni Köln. Sein Schlüsselerlebnis: Der PC seiner Freundin riss in "einem Anfall spontaner Selbstentzündung" (Koch) eine ungespeicherte Hausarbeit in den Tod. Da wünscht man die Kiste schon mal in die Hölle.

Ab in die Hölle

Womit wir wieder bei den Emotionen wären. Für einen Rechner namens "Backup Machine" zum Beispiel ist der Eintrag in der Rubrik "Hölle" nur das Ende einer Reihe von Strafmaßnahmen.

Manchmal hilft nur noch der Hammer

Genüsslich schildert sein Besitzer die letzten Minuten des alten Intel-Rechners: "Gott, was war das für eine Wohltat, als der Hammer in dein Motherboard eintauchte. Welches Glücksgefühl die Splittergeräusche deiner Steckkarten ausgelöst haben. Du sollst für immer Stromstöße erhalten."

Vom PC zum Katzenklo

Während es für diesen digitalen Verlierer keine Zukunft mehr gibt, können es andere PCs bei guter Führung sogar zu einer Wiedergeburt bringen. In einem der schönsten Beiträge auf der Computer-Gedenkstätte schildert Wolfgang Rapp komplett mit Foto und anrührender Grabrede, wie so ein Wunder geschehen kann: Nach ein wenig Arbeit mit der Stichsäge macht der PC "Pussybox" nun Karriere als Katzenklo. Und siehe: "Es ist wieder Leben in dich gekommen, auch wenn jetzt Schnurri in dir schnurrt - und kein Netzteil."

Ralf Sander / print
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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.