Editorial Der Himmel über Berlin


Liebe stern-Leser!

Die dunklen Gewitterwolken, die sich über der Großen Koalition zusammenbrauen, konnten die Stimmung beim Sommerfest des Berliner stern-Büros kaum trüben. Kanzlerin Angela Merkel ließ sich noch nicht entlocken, ob sie den unsinnigen Gesundheitsfonds kippen wird. Der Berliner Wahlsieger Klaus Wowereit sondierte in Gesprächen, ob er besser mit den Grünen oder der Linkspartei regieren kann. Nur FDP-Vize Rainer Brüderle machte kein Geheimnis daraus, dass er von einem Machtwechsel träumt.

Rund 350 Gäste feierten im sechsten Stock unseres Hauptstadtbüros mit Blick auf Dom und Museumsinsel. Es war auch der offizielle Abschied des stern-Autors Hans Peter Schütz, 67, der seit 17 Jahren unsere politische Berichterstattung geprägt hat. Schütz war als einziger Journalist dabei, als Wolfgang Schäuble 1990 im Wahlkampf von einem psychisch kranken Attentäter mit zwei Revolverschüssen niedergestreckt wurde - ein Geschehnis, das beide seither trotz aller politischen Differenzen verbindet, wie der CDU-Politiker im Vorwort eines Geschenkbandes mit den gesammelten Schütz-Geschichten schreibt. Angela Merkel, die über manche kritische Geschichte von Schütz klagte, sagte ihm zum Abschied: "Wir sind einen langen und oft sehr schwierigen Weg miteinander gegangen."

Herzlichst Ihr

Thomas Osterkorn

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