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Editorial: Ein Blick auf die schöne Seite Afrikas

Liebe stern-Leser!

Kinderträume sind schön, weil sie so maßlos sind: Astronaut werden oder Weltstar, Wale retten oder den Hunger auf der Welt beseitigen. Leider gehen sie später fast nie in Erfüllung. Manchmal aber doch. Wie die kühne Expedition von Fotograf Michael Poliza und Geschäftsmann Stefan Breuer: Mit einem Helikopter sind die beiden in siebeneinhalb Wochen von Hamburg nach Kapstadt geflogen - 27000 Kilometer, 150 Stopps auf zwei Kontinenten in 17 Ländern. stern-Redakteur Uli Hauser hat die beiden Abenteurer zwei Wochen lang begleitet und die Geschichte ihrer Tour aufgeschrieben. Am stärksten waren die Eindrücke aus Afrika. Der Kontinent offenbart aus der Luft überwältigende Schönheit und einzigartigen Reichtum, vor allem dank seiner Naturlandschaften - ob es der Blick in aktive Vulkane oder über schier endlose Wüsten ist, ob man von oben Elefantenherden und Nilkrokodile entdeckt oder Tempelanlagen aus pharaonischer Zeit. Heben Sie selbst ab: Auf Seite 64 startet unser Afrika-Panorama mit vielen von Michael Polizas besten Aufnahmen - als eine der längsten Bildstrecken, die der stern je veröffentlicht hat.

Die schöne Seite Afrikas ist jedoch nur die halbe Wahrheit. Dieser Kontinent erscheint uns wegen seiner Kriege, Katastrophen und Seuchen oft wie eine offene Wunde. Der wohlhabende Rest der Welt steht deshalb immer in der Pflicht zu helfen. Der stern bat Afrika-Kenner und -Liebhaber Henning Mankell, darüber mit Bundespräsident Horst Köhler ein Gespräch zu führen. Der schwedische Bestsellerautor mit Wohnsitz in Mosambik ließ sich nicht lange bitten: "Horst Köhler interessiert mich, denn er ist einer der wenigen europäischen Staatsmänner, die sich ernsthaft für die heutige Situation und die Zukunft des afrikanischen Kontinents engagieren."

Dass Kinder und Karriere nicht zusammenpassen - diese unschöne Erfahrung überließen deutsche Männer bislang ihren Frauen. Als eines der Hauptmotive für das Fluchtverhalten ermittelte eine Umfrage des Allensbach-Instituts die Furcht vor Nachteilen im Beruf. Nur 0,2 Prozent der Väter im Land gehen Vollzeit in Vaterschaftsurlaub. Ab dem 1. Januar 2007 soll sich das ändern. Dann gilt das neue Elterngeldgesetz, das zu den bisher raren Erfolgen der Merkel-Regierung gezählt werden kann. Mit dem Gesetz fordert Familienministerin von der Leyen die Männer heraus: Bleiben sie mindestens zwei Monate zu Hause, verlängert sich die Bezugsdauer des Elterngelds. Was kommt auf die Männer zu? stern-Autorin Beate Flemming sprach mit Vätern, die sich bereits auf das Abenteuer eingelassen haben, durchaus auch länger als zwei Monate. Ihr Fazit: "Die Bewunderung der Frauen ist diesen Männern oft so sicher wie der Spott der Kollegen, dazu kommt hin und wieder ein verständnisloser Chef. Kinder und Karriere passen offenbar noch immer nicht zusammen - auch nicht beim Mann."

Neue Männer, was nun?
Schreiben Sie uns Ihre Meinung, schildern Sie Ihre Erfahrung. Per E-Mail unter: vaeter@stern.de. Oder per Brief: stern, Betrifft: Väter, 20444 Hamburg

Herzlichst Ihr

Andreas Petzold

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