HOME

Editorial: Viele Patienten sind immer noch ratlos

An diesem Knochen hatte stern-Redakteur Georg Wedemeyer lange zu nagen: Wochenlang mühte er sich, die Details der Gesundheitsreform zusammenzutragen, um für unsere Leserinnen und Leser ein umfassendes Kompendium zu schreiben.

Liebe stern-Leser!

An diesem Knochen hatte stern-Redakteur Georg Wedemeyer lange zu nagen: Wochenlang mühte er sich, die Details der Gesundheitsreform zusammenzutragen, um für unsere Leserinnen und Leser ein umfassendes Kompendium zu schreiben. Denn auch bei der 100-Tage-Bilanz wurde deutlich: Noch immer stehen viele Menschen diesem Ungeheuer ratlos gegenüber. Die Patientenbeauftrage der Bundesregierung, Helga Kühn-Mengel, registrierte 6000 schriftliche Anfragen, hinzu kämen täglich 100 E-Mails und Anrufe. Nach dem Chaos beim Start der Reform im Januar sind nun die gröbsten Unklarheiten beseitigt. Trotzdem wird manches nach wie vor unterschiedlich interpretiert. Ab Seite 50 finden Sie ein A bis Z der Gesundheitsreform, von "Anschlussrehabilitation" bis "Zahnvorsorge", das die Rechte und Pflichten von Patienten und Ärzten auflistet. Wo es sinnvoll erscheint, wird auf die gesetzliche Grundlage und auf weitere Informationsquellen im Internet hingewiesen. Mitgeholfen haben: die AOK, die Barmer Ersatzkasse, das Bundesministerium für Gesundheit, der Gemeinsame Bundesausschuss Ärzte und Krankenkassen, die Techniker Krankenkasse und der Verband der Angestellten-Krankenkassen. Nur die Kassenärztliche Bundesvereinigung sah sich "aus Kapazitätsgründen" nicht in der Lage zu helfen.

Ob und wie die Gesundheitsreform wirkt, untersuchen Wedemeyer und seine Kollegin Brigitte Zander ab Seite 58. Fest steht bislang vor allem eines: Ulla Schmidts Kostendämpfung reicht nur bis 2007.

stern-Autor Wolfgang Röhl gehörte zu der Hand voll Journalisten, die bei Dreharbeiten zum Monumentalfilm "Troja" auf Malta und in Mexiko zuschauen konnten. Die Hollywood-Version des homerischen Epos mit Brad Pitt als Achilles hat so viel Geld verschlungen wie ein halber Kreuzfahrtriese. Von Anbeginn war sie durch Stürme, Hitzewellen und Massenerkrankungen gebeutelt. Ein Statist kam ums Leben. Regisseur Wolfgang Petersen ("Das Boot", "Der Sturm") erhofft sich einen Blockbuster. Röhl saß mit kostümierten Schauspielern, die unablässig Wasser tranken, in höllisch heißen Kantinenzelten, sprach mit den Choreografen der spektakulären Kampfszenen und erlebte Petersens Kunst, Hollywood-Größen sanft zu führen. Ansonsten wurde der Journalist fürsorglich belagert. "Sie wollten", so Röhl, "dass man nur sah, was man sehen sollte. Was natürlich nicht funktioniert hat." Der Bericht über die Operation Troja beginnt auf Seite 182.

Seit ausgerechnet die SPD Elite-Unis und ein "deutsches Harvard" fordert, wird in Deutschland gestritten: Brauchen wir das überhaupt? Und woher sollen die Milliarden dafür kommen? Studenten empfinden die Debatte als Hohn, weil viele Länder die Uni-Etats zusammenstreichen und Studiengebühren planen. Egal, wie man den Streit beurteilt: Es ist gut, dass in Deutschland wieder über Bildung geredet wird, es ist gut, dass Abiturienten, Eltern und Arbeitgeber kritisch fragen: Welche Hochschulen bilden eigentlich gut aus? Das Ranking von stern und dem Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) gibt Antworten. Studienanfänger finden hier die besten Unis für ihr Wunschfach - von Anglistik über Wirtschaft bis Zahnmedizin. 16000 Professoren und 300000 Studenten an 255 Unis und FHs sind für das Ranking in den letzten Jahren befragt worden. Ergebnis: Es gibt viele Fakultäten, die Spitze sind. In Tübingen zum Beispiel. stern-Redakteurin Doris Schneyink hat selbst zwei Jahre dort studiert und sich umgeschaut, was die Schwaben auszeichnet. Sie traf auf Professoren, die wie Unternehmer denken, auf Studenten, denen Bücher wichtiger sind als Cocktails, und auf eine Kleinstadt, deren Enge wie ein intellektueller Durchlauferhitzer wirkt. Ihr Bericht und die wichtigsten Ergebnisse des Rankings ab Seite 164.

Herzlichst Ihr
Andreas Petzold

print