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Editorial: Von Husum bis Kabul

Liebe stern-Leser!

Die ersten Reaktionen auf unsere Aktion "Schulen helfen Schulen" sind großartig. Schon mehr als hundert deutsche Schulen von Husum bis Bayreuth haben sich zum Mitmachen angemeldet. Und viele weitere, das wissen wir aus Anrufen und Nachfragen, überlegen in diesen Tagen, wie sie sich beteiligen können. Mit dieser Aktion will der stern in Zusammenarbeit mit der Deutschen Welthungerhilfe den Aufbau von Schulen in Indonesien und Sri Lanka sichern, die von der Flut zerstört worden sind. Wir rufen in erster Linie Lehrer, Schüler und Eltern auf, mit fantasievollen Projekten Geld zu sammeln. Der Bau eines Klassenzimmers kostet 6000 Euro, eine Wandtafel 30 Euro, das Jahresgehalt eines Lehrers beläuft sich auf 3600 Euro.

Die Aktion "Schulen helfen Schulen" wird allen, die mitmachen, möglichst genau sagen, wofür ihre Spende verwendet wird, und versuchen, Kontakte zu den Schulen vor Ort in Indonesien und Sri Lanka herzustellen. Mehr als 200 000 Euro sind bei der "stiftung stern" bereits eingegangen, 100 000 Euro davon von unserem Verlag Gruner+Jahr.

Eine der ersten Nachfragen kam übrigens aus der afghanischen Hauptstadt Kabul. Die Amani-Oberrealschule und die Aisha-I-Durani-Mädchenschule mit zusammen 6000 Schülern wollen auch mitmachen. Volker Bausch, ein Deutscher, der den Wiederaufbau der dortigen Schulen koordiniert, hat im stern von der Aktion gelesen. Die Kinder seiner Klassen wissen zu gut, wie entscheidend Bildung für ihre Zukunft ist. Sie können jetzt Schulalltag leben - und wollen nun helfen, dass dies auch in Sri Lanka und Indonesien wieder möglich sein wird.

Zurzeit bekommen die Kinder in den Katastrophengebieten Unterricht in Zelten, weil ihre Schulen zerstört sind oder Flüchtlinge in den Schulgebäuden leben, die von der Flutwelle verschont geblieben sind. Die Welthungerhilfe rechnet damit, dass sie in zwei bis drei Monaten einen ersten Überblick über die Zahl der Schulen haben wird, die sie aufbauen kann. Wir halten Sie auf dem Laufenden und danken schon jetzt für Ihre Hilfe.

Herzlichst Ihr
Thomas Osterkorn

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