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Video-Kampagne "Slap her": "Mädchen sollen nicht geschlagen werden, nicht mal mit einer Blume"

Für eine italienische Website wurde ein Experiment gestartet: Was passiert, wenn man Jungen sagt, sie sollen ein Mädchen schlagen? Die Reaktionen der Kinder rühren zu Tränen.

Fast ein wenig altklug, aber mit dem Herzen am rechten Fleck liefert der Neunjährige eine Aussage, die das Credo der Kampagne gegen Gewalt an Frauen bestätigt: "In einer Welt von Kindern werden Frauen nicht geschlagen."

Fast ein wenig altklug, aber mit dem Herzen am rechten Fleck liefert der Neunjährige eine Aussage, die das Credo der Kampagne gegen Gewalt an Frauen bestätigt: "In einer Welt von Kindern werden Frauen nicht geschlagen."

Piedro, Fulvio und Domenico wissen genau, was sie später einmal werden wollen: Fußballspieler, Pizzabäcker, Feuerwehrmann. Was sie aber außerdem ganz genau wissen, ist rührend anzusehen. Für die italienische Website "Fanpage.it" wurde ein Video gedreht, in dem sechs Jungen im Alter von sieben bis elf Jahren die Hauptrollen spielen. Sie sind Teil eines Experiments, das zu einer Kampagne gegen Gewalt an Frauen gehört.

Den kleinen Italienern wird ein Mädchen vorgestellt, Martina, und sie werden zu ihm befragt: "Was magst du an ihr?" Obwohl die Jungen sich zunächst etwas peinlich berührt winden, antworten sie höflich: "Ihr Haar", zum Beispiel, oder "ihre Schuhe und ihre Hände" (die stecken tief in der Daunenjacke des Mädchens vergraben). Aber für das Üben im Komplimente-Machen bleibt ja auch noch etwas Zeit.

Es folgen konkrete Anweisungen: "Streichel sie." Vorsichtig und etwas schüchtern tätscheln die Jungen nacheinander die Wange, das Haar oder die Jacke des Mädchens. "Nun mach eine lustige Grimasse!" Kein Problem für die Altersklasse. Doch dann geht's um das Eigentliche, den Grund für dieses Experiment: "Schlag sie!" Die Reaktion drückt sich lediglich auf den Gesichtern der Jungen aus und reicht von betreten bis ungläubig. Da wird die Forderung nachdrücklicher: "Hau sie, fest!" Einem Jungen scheinen fast Tränen in die Augen zu schießen. "Los, mach schon!", fordern die Filmenden. Da ist die Zeit des Zögerns vorbei: "Nein", kommt es aus den jeweiligen Mündern, "das mache ich nicht!"

Auf die Nachfrage des Kamerateams, warum nicht, folgen Antworten wie aus dem Bilderbuch: "Warum? Weil sie ein Mädchen ist! Das kann ich nicht machen." "Ich möchte ihr nicht wehtun." "Weil ich gegen Gewalt bin." Oder, mit Schmunzeleffekt: "Wie man so sagt: Mädchen sollen nicht geschlagen werden, nicht mal mit einer Blume. Oder einem Blumenstrauß."

Dass für Kampagnen dieser Art stets auf die Empathie von Kindern gesetzt wird, mag man kritisieren. Dennoch muss man sich auch fragen: In welchem Alter kippt das eigentlich? Wann werden die Werte, die von den Eltern vermittelt wurden, über Bord geworfen? Oder schlagen nur die Männer ihre Frauen oder Frauen ihre Männer, die nie einen anderen Umgang miteinander gelernt haben?

bal

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