Kettenbriefe im Internet Neuer Trick, alte Masche


Unter klangvollen Namen wie "Geldsack" oder "geldfueruns" wird Anwendern im Internet das schnelle Geld versprochen. Doch bei diesen Schneeballsystemen sahnen nur die Veranstalter ab - und das Finanzamt.

Auf Internetseiten mit den viel versprechenden Namen "Geldsack", "endlich-sorgenfrei", "immer-volle-geldboerse" oder "geldfueruns" und ähnlichem wird Internet-Anwendern derzeit das große und schnell verdiente Geld ohne großen Aufwand versprochen. Hierbei handelt es sich um eine weitere Version eines sogenannten Schneeballsystems oder Kettenbriefs. Diese Aktionen bereichern in erster Linie die Initiatoren, die große Masse der Teilnehmer wird mit den eingesetzten Geldbeträgen hauptsächlich belastet.

Je mehr Neukunden, desto besser

Das im Internet kursierende System klingt dabei sehr verlockend. Mit nur sieben Mal fünf Euro Einsatz für den Erwerb sieben elektronisch übermittelter Internetanleitungen könnten durch die schnelle weltweite Verbreitung im Internet viele Neukunden geworben und ein rasantes Vorrücken in der Pyramidenhierarchie erreicht werden. So wird vorgerechnet, dass man durch die Zahlungen von Neukunden bei jeweils immer nur fünf neuen Kunden auf der siebten Ebene von fast 100.000 Teilnehmern knapp 500.000 Euro bekommen würde.

Doch die Finanzämter schlafen nicht. So beobachtet die bei der Oberfinanzdirektion Koblenz eingerichtete Stabsstelle Steueraufsicht aufmerksam die unterschiedlichsten Aktivitäten im Internet. Auch dieses Schneeballsystem wird analysiert und ausgewertet. Vorteil für die Beamten: Alle Teilnehmer sind im Internet namentlich und mit Adresse aufgeführt und können so von der Finanzbehörde leicht registriert werden.

Das Finanzamt wacht

Wenn auch der einzelne Umsatz von fünf Euro verschwindend gering ist, so kann nach einiger Zeit doch ein beträchtlicher Betrag zustande kommen. Dass diese Einnahmen der Steuerpflicht unterliegen, könnte dabei leicht vergessen werden. Doch dafür wurde die Stabsstelle Steueraufsicht eingerichtet, die sich der Überwachung der Versteuerung solcher Einnahmen widmet. Steuerpflichtig sind private Veräußerungsgeschäfte bereits schon dann, wenn der Gewinn im Kalenderjahr mehr als 511 Euro beträgt.

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